Online-Format „FN-Turniertalk“ startet


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Was gibt es beim Turnierstart zu beachten? (© FN-Archiv/Canva)

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) bietet im neuen Jahr eine Reihe an Online-Seminaren mit Live-Q&A an.

Wer auf Turnieren – vielleicht zum ersten Mal – an den Start geht, dem eröffnen sich viele Fragen und teils große Fragezeichen. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung möchte mit einer neuen Reihe an Online-Seminaren ein kostenloses Angebot schaffen, um viele dieser Fragen zu klären. Start ist am Montag, den 19. Januar 2026, um 19:30 Uhr. Die Reihe wird dann monatlich fortgesetzt. Noch sind spontane Anmeldungen möglich!

In jedem Monat gibt es ein spezielles Schwerpunkt-Thema. Eine Besonderheit ist, dass die Teilnehmer ihre eigenen Fragen zum Thema stellen können. Die FN-Experten stehen live Rede und Antwort. Das Format richtet sich sowohl an erfahrene Turnierreiter als auch an Neulinge, die sich vorstellen können, vielleicht einmal an einem Turnier teilzunehmen.

Das Thema des ersten Seminarabends lautet: „Turnier-Check: Alles über die richtige Ausrüstung“.

Leonie Kalthoff, Leiterin Team Turniersport, sowie Simone Teeuwen, ebenfalls Expertin aus dem FN-Turniersport-Team sowie Richterin und Steward, erklärt praxisnah, worauf es im Ausrüstungskatalog ankommt, wo man wichtige Informationen findet und welche Neuheiten im Turniersport 2026 zu erwarten sind. Außerdem wird das wichtige Thema Tierwohl in den Blick genommen.

Danach wird die Reihe mit den folgenden Themen fortgesetzt.

  • „Turniermanagement: Top vorbereitet für deinen Start“ am 23. Februar
  • „LPO-Regeln, die jeder Turnierteilnehmer kennen sollte“ am 16. März
  • „Deine Turnierpremiere: Alles, was du wissen musst“ am 13. April

Die Anmeldung für das Seminar am 19. Januar ist hier möglich.

Hier geht es zur Anmeldung für das Seminar am 23. Februar.


Alexandra Koch Freie Journalistin
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Seit über 15 Jahren arbeitet Alexandra Koch (Jahrgang 1983) als freiberufliche Journalistin. Durch ihre Tätigkeit für zahlreiche Fachmagazine in Deutschland, Österreich und der Schweiz verbindet die studierte Kulturwissenschaftlerin ihre Leidenschaft für Pferde mit ihrer lebenslangen Liebe zum Schreiben. Noch bevor sie zur Schule ging, war schließlich kein Lesestoff vor ihr sicher und jedes Pony wurde ausgiebig geherzt. Mit News, Interviews, Reportagen sowie Hintergrundberichten ist sie heute vielfältig unterwegs. Ebenso begeistert sie sich für Reisen mit kleinen und großen Abenteuern (wie ihre Spitzbergen-Tour im Winter 2025) und für die Arbeit an ihrem ersten Roman.

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Das Welsh Pony – Vielseitiger Partner für Reitschule, Sport und Freizeit


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Welsh Ponys sind robuste Kinder- und Sportponys mit großer Farbvielfalt. (© Christiane Slawik)

Kaum eine Ponyrasse ist so vielseitig einsetzbar wie das Welsh Pony. Ursprünglich aus den rauen Regionen von Wales stammend, vereinen Welsh Ponys Robustheit, Eleganz und ein ausgeglichenes Wesen. Genau diese Eigenschaften machen sie heute zu gefragten Partnern im Kinderreitunterricht, im Turniersport und im Freizeitbereich.

Welsh Pony: Eine Rasse mit vier Sektionen

Die Welsh Ponys und Cobs werden in vier Sektionen eingeteilt, die sich vor allem durch Größe und Körperbau unterscheiden:

  • Sektion A – Welsh Mountain Pony
    Mit einem Stockmaß bis maximal 122 cm ist Sektion A das klassische Kinderpony. Es gilt als besonders robust, trittsicher und genügsam.
  • Sektion B – Welsh Reitpony
    Bis 137 cm Stockmaß, eleganter im Typ und mit schwungvollen Bewegungen. Ideal für ambitionierte Kinder und Jugendliche im Reitsport.
  • Sektion C – Welsh Pony Cob
    Ebenfalls bis 137 cm, aber deutlich kräftiger gebaut. Besonders beliebt als Fahr- und Allroundpony.
  • Sektion D – Welsh Cob
    Ohne Größenbegrenzung, kraftvoll, ausdrucksstark und leistungsfähig – ein vollwertiges Reitpferd im kompakten Format.

Diese klare Einteilung ermöglicht es, gezielt das passende Welsh Pony für unterschiedliche Einsatzbereiche zu finden.

Herkunft und Zuchtgeschichte

Die Wurzeln der Welsh Ponys reichen bis ins Mittelalter zurück. In den kargen Berglandschaften von Wales entwickelten sich widerstandsfähige Ponys, die mit wenig Futter und extremen Wetterbedingungen zurechtkamen. Arabische Einflüsse brachten später Eleganz, Ausstrahlung und einen edlen Kopf.

1901 wurde die Welsh Pony & Cob Society gegründet. Sie definierte die bis heute gültigen Zuchtstandards und etablierte das international anerkannte Stutbuch. Diese Struktur sorgt dafür, dass Typ, Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Rasse erhalten bleiben.

Das Welsh Pony in Reitschulen und im Alltag

Gerade im Kinderreitunterricht spielen Welsh Ponys ihre Stärken aus. Anna-Lena Rübe, Züchterin und Reitschulbesitzerin vom Gestüt Rosental, setzt diese Rasse seit Jahren erfolgreich ein:

Das Welsh A Pony ist für mich der Chihuahua unter den Ponys – sie wissen selbst gar nicht, wie klein sie sind. Gleichzeitig sind sie extrem schick, unglaublich robust und vielseitig einsetzbar.

Sie schätzt besonders die Bewegungsqualität der Rasse:

Das Bewegungsmuster macht es Kindern deutlich leichter, mitzuschwingen und korrekt leichtzutraben – gerade im Vergleich zu Shettys.

Auch der Charakter überzeugt im täglichen Einsatz:

Das Gerücht, Welsh Ponys seien zu sensibel oder hektisch für Kinder, kann ich überhaupt nicht bestätigen. Unsere Ponys sind cool, verlässlich und sehr lernwillig.

Vielseitigkeit von Reitplatz bis Schlitten

Welsh Ponys gelten als echte Allrounder. Sie eignen sich für Dressur, Springen, Ausritte und Fahrsport. In Reitschulen ziehen sie im Winter sogar Schlitten und sorgen so für Abwechslung im Kinderunterricht. Durch ihre Größe ist bei vielen dieser Ponys gelegentliches Korrekturreiten durch Erwachsene problemlos möglich – ein klarer Vorteil im Schulbetrieb.

Farbenvielfalt als Lernfaktor

Ein weiteres Plus ist die enorme Farbvielfalt. Welsh Ponys gibt es in nahezu allen Farben und mit auffälligen Abzeichen, ausgenommen Schecken.

Anna-Lena Rübe berichtet:

Für Kinder ist es großartig, die verschiedenen Farben und Abzeichen kennenzulernen und benennen zu lernen. Diese Vielfalt macht den Unterricht lebendig.

Das Welsh Pony im Sport

Auch im Turniersport sind Welshs erfolgreich vertreten. Besonders in Dressur-, Hunter- und Fahrklassen überzeugen sie durch Bewegungsqualität, Leistungsbereitschaft und Rittigkeit. Welsh B Pony und Welsh D Pony sind im Sport besonders gefragt, während Sektion A und C ihre Stärken im Kinder- und Fahrsport ausspielen.

Fazit: Ein Pony mit Zukunft

Das Welsh Pony vereint Robustheit, Charakterstärke und Vielseitigkeit wie kaum eine andere Ponyrasse. Ob für Reitschulen, Familien, Züchter oder ambitionierte Turnierreiter – die vier Sektionen bieten Lösungen für nahezu jeden Anspruch. Ihre Anpassungsfähigkeit und ihr freundliches Wesen machen Welsh Ponys zu einer zukunftsfähigen Rasse, die Tradition und moderne Nutzung erfolgreich verbindet.

Katrin Eckermanns Casa Blue PS hat OP gut überstanden


Bild vergrößern Casa Blue PS ist nach der Operation hoffentlich bereits auf dem Weg der Besserung (Archivbild).

Casa Blue PS ist nach der Operation hoffentlich bereits auf dem Weg der Besserung (Archivbild). (© S. Lafrentz)

Vorsichtige Entwarnung bei Katrin Eckermanns elfjähriger Stute Casa Blue PS: Sie hat die OP nach der Verletzung in Münster gut überstanden.

Die Bilder beim Agravis Cup in Münster werden alle vor Ort so schnell nicht vergessen. Ein Stolpern der OS-Stute Casa Blue PS im Stechen des Großen Preises zog eine ernste Verletzung nach sich. Casa Blue konnte mit dem betroffenen Bein nicht mehr auftreten. Katrin Eckermann reagierte sofort, sprang ab und beruhigte das Pferd. Die Tierärzte taten vor Ort alles, um eine bestmögliche Erstversorgung zu gewährleisten, bevor die Casallco-Tochter in die Tierklinik Telgte gebracht wurde.

Dort erfolgte am Montag eine Operation. Nun berichtet das Portal spring-reiter.de, dass diese erfolgreich verlaufen ist. 

Wir drücken fest die Daumen für eine baldige Genesung der Stute!

Körpertemperatur beim Pferd: Normalwerte, Fieber & Ursachen


Bild vergrößern Ist das noch Normaltemperatur oder schon Fieber? Wer Abweichungen beim eigenen Pferd erkennen möchte, sollte die Körpertemperatur in Ruhe regelmäßig messen.

Ist das noch Normaltemperatur oder schon Fieber? Wer Abweichungen beim eigenen Pferd erkennen möchte, sollte die Körpertemperatur in Ruhe regelmäßig messen. (© slawik.com)

Die Körpertemperatur des Pferdes ist kein fixer Punkt, sondern ein Bereich, der sich je nach Tageszeit, Wetter, Training und Stress verschieben kann. Aber was ist für das jeweilige Pferd normal?

Die Körpertemperatur gehört zu den wichtigsten Vitalparametern beim Pferd – und gleichzeitig zu den häufigsten „Verunsicherungswerten“ im Stall: Heute 38,3 °C, gestern 37,6 °C – ist das noch normal oder schon krank? Die gute Nachricht: Die Körpertemperatur des Pferdes ist kein fixer Punkt, sondern ein Bereich, der sich je nach Tageszeit, Wetter, Training und Stress verschieben kann. Entscheidend ist, was für das jeweilige Pferd normal ist – und wie die erhöhte Temperatur richtig einzuordnen ist.

Was ist „normal“? Richtwerte der Körpertemperatur bei Pferden und Fohlen

Für erwachsene Pferde wird in der Fachliteratur und in veterinärmedizinischen Referenzwerken meist ein Normalbereich um ca. 37,2–38,3 °C angegeben. Bei frisch geborenen Fohlen liegt die Normaltemperatur aber tendenziell etwas höher, häufig etwa 37,8–38,9 °C.

Wichtig dabei: Diese Zahlen sind Referenzbereiche. Sie sind hilfreich als Orientierung, ersetzen aber nicht den Blick aufs Individuum. Viele Tierärztinnen und Tierärzte raten deshalb, beim eigenen Pferd in Ruhe regelmäßig Fieber zu messen, um die persönliche Körpertemperatur des jeweiligen Pferdes zu kennen.

Ab wann hat mein Pferd Fieber?

In der Praxis kursieren verschiedene „Fiebergrenzen“. Eine häufig genutzte Definition ist: Fieber beim erwachsenen Pferd beginnt über 38,6 °C. Weil Temperaturmessung und Kontext so wichtig sind, lohnt sich eine Einordnung nach „Gesamtbild“:

Bei ausgewachsenen Pferden: Ist die Körpertemperatur des Pferdes im Vergleich zur individuellen Normaltemperatur nur leicht erhöht, kann das von Aufregung, warmem Wetter oder viel Bewegung kommen. Ist die Körpertemperatur klar erhöht spricht das eher für einen entzündlichen Prozess und kann als Fieber bezeichnet werden. Weicht die Temperatur stark ab und zeigt das Thermometer um die 40 °C an, gilt das in vielen Ratgebern als Notfall – besonders, wenn zusätzlich deutliche Krankheitszeichen dazukommen.

Bei Fohlen: Jede relevante Temperaturerhöhung sollte immer zügig abgeklärt werden, weil Fohlen schneller entgleisen können und die Ursachenbandbreite groß ist.

Komischer Wert? Es empfiehlt sich, die Körpertemperatur beim Pferd regelmäßig zu überprüfen. Fohlen haben eine höhere Normaltemperatur.

Komischer Wert? Zeigt das Fieberthermometer nicht nachvollziehbare Werte, empfiehlt es sich, die Körpertemperatur beim Pferd unter denselben Bedingungen erneut zu überprüfen. (© slawik.com)

Fieber oder Überhitzung? Das beeinflusst die Körpertemperatur bei Pferden

Viele „Temperatur-Schreckmomente“ sind eigentlich keine Krankheit, sondern Thermoregulation. Fieber bedeutet: Der Organismus will wärmer sein, um einen Erreger abzuwehren. Die hohe Temperatur ist also Teil einer Immunreaktion. Hyperthermie (Überhitzung) dagegen bedeutet: Das Pferd wird heißer, ohne dass der Sollwert  im Gehirn hochgestellt wurde – zum Beispiel durch Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit, starke Belastung oder unzureichende Wärmeabgabe.

Praktisch heißt das: Ein Pferd kann hochtemperiert sein, weil es gerade gearbeitet hat oder im Sommer in der Sonne stand – und trotzdem nicht „fieberkrank“. Umgekehrt kann ein Pferd fiebrig sein, obwohl es nicht „überhitzt“ wirkt.

Normaltemperatur bei Fohlen

Aber warum ist die Temperatur beim Fohlen oft höher – und warum ist die Normaltemperatur bei Pferden „wärmer“ als  bei Menschen. Dass Fohlen oft etwas höhere Normalwerte haben, ist in klinischen Studien gut beschrieben. Die Erklärung lautet vereinfacht: Neugeborene ticken thermisch anders. Thermoregulation ist in den ersten Lebenstagen ein sensibles Thema – in der Neonatalmedizin wird z. B. Hypothermie als häufiges Problem bei kranken Neugeborenen beschrieben und es gibt spezielle Empfehlungen zum schonenden Wiedererwärmen. Pferde liegen als Spezies generell in einem anderen Normalbereich, und Fohlen liegen innerhalb der Spezies häufig nochmals etwas höher.

Warum schwankt die Körpertemperatur auch beim gesunden Pferd?

Jedes Pferd hat zwar eine ganz individuelle Normaltemperatur, doch auch diese unterliegt Schwankungen. Diese hängen ab vom

  • Tagesrhythmus: Bei Pferden ist eine Schwankung bis etwa 1 °C beschrieben: meist morgens niedriger, später am Tag höher
  • Bewegung, Training und Abkühlen: Arbeit produziert Wärme. Das gilt besonders bei hoher Intensität oder wenn Hitze/Luftfeuchtigkeit das Abkühlen erschweren. Studien und Übersichtsarbeiten zur Hitzebelastung betonen, dass Körpertemperatur unter warm-feuchten Bedingungen stärker ansteigen kann und das Wärmemanagement (Schwitzen, Verdunstung, Durchblutung der Haut) sich je nach Pferd unterscheiden kann
  • Wetter: Hitze, Luftfeuchtigkeit, Sommer vs. Winter: In der Forschung wird immer wieder beschrieben, dass Temperatur nicht nur tageszeitlich, sondern auch saisonal schwanken kann (Winter frühmorgens niedriger, Sommer später am Tag höher) – und dass Umweltbedingungen (Temperatur/Feuchte) die Physiologie beeinflussen.
  • Stress (z. B. Transport, Tierarzt, Stallwechsel): Stress kann messbare physiologische Veränderungen auslösen. In einer großen Arbeit zu Transportbedingungen wurden Herzfrequenz und Rektaltemperatur nach dem Transport unter anderem mit Stress- und Balanceverhalten in Verbindung gebracht.

Studie: Im Jahr 2012 gab es im Zuge einer Dissertation an der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München eine groß angelegte Untersuchung zum Thema Temperaturschwankungen an Islandpferden, Vollblut- und Warmblutpferden. Diese Dissertation hat bei einer sehr großen Pferdezahlanalyse Ruhewerte der inneren Körpertemperatur, Puls- und Atemfrequenz für unterschiedliche Rassen ermittelt und dabei auch Einflussfaktoren wie Außentemperatur, Nutzung und Haltung untersucht.

Herausgefunden wurden innere Körpertemperatur-Referenzwerte von im Mittel rund 37,4 bis 37,5 °C im Ruhezustand, ohne signifikante Unterschiede zwischen Haltungsformen oder Außentemperaturen.

Temperatur beim Pferd richtig messen

Für den Stallalltag ist die rektale Messung der Standard. Sie ist simpel und liefert in kurzer Zeit einen gut brauchbaren Wert. Gleichzeitig gilt: Nur richtig gemessen ist richtig interpretiert.

Bewährt haben sich diese Schritte:

  • Digitalthermometer nutzen (schnell, zuverlässig).
  • Pferd ruhig hinstellen, idealerweise mit einer zweiten Person, vor allem, wenn das Pferd es noch nicht kennt
  • Thermometer sauber und mit Gleitmittel verwenden.
  • Schweif sicher zur Seite halten und rektal messen, bis das Thermometer piepst.

Bei „komischen“ Werten: nach 10–15 Minuten erneut messen, möglichst unter gleichen Bedingungen. Ein zusätzlicher Tipp für den Alltag: Baseline dokumentieren. Wer an mehreren ruhigen Tagen die Körpertemperatur des Pferdes morgens und abends misst, kann den individuellen Normalbereich definieren und erkennt dann echte Abweichungen schneller.

Österreichische Dressurreiterin Vivien Wolf-Döller stirbt mit nur 43 Jahren


Bild vergrößern Mit dieser Traueranzeige nimmt die Familie Abschied von Vivien Wolf-Döller.

Mit dieser Traueranzeige nimmt die Familie Abschied von Vivien Wolf-Döller. (© Wir gedenken Traueranzeige/privat)

Die Dressurreiterin, die einst an Nachwuchs-Europameisterschaften teilnahm, hatte lange gegen eine schwere Erkrankung gekämpft.

Das österreichische Portal „Equestrian Worldwide“ teilte vor kurzem bestürzende Nachrichten. Vivien Wolf-Döller ist am vorletzten Tag des Jahres 2025 verstorben. Der Name wird in Deutschland womöglich wenigen etwas sagen, war sie doch in der Vergangenheit nicht mehr auf der großen Bühne der Dressur unterwegs. Doch hier geht es vor allem darum, einen Menschen zu würdigen, der schon lange gegen eine schwere Erkrankung kämpfte und am Ende doch gehen musste. Vivien Wolf-Döller wurde nur 43 Jahre alt.

Dressur war das Leben von Dr. Vivien Georgina Wolf-Döller. Bereits als Kind war sie davon begeistert. Es folgte schnell die Aufnahme in den österreichischen Nachwuchskader und im Jahr 2000 das erste Championat. In Lipica ritt sie mit ihren Teamkolleginnen Victoria Max-Theurer, Caroline Kottas-Heldenberg und Katrin Atschko zur Team-Bronzemedaille bei den Junioren. Im Einzel erreichte sie mit dem Wallach Belissimo Rang elf. Auch 2001 vertrat Vivien Wolf Österreich bei der EM in Iserlohn. Wieder gab es im Team die Bronzemedaille und dieses Mal Platz 21 in der Einzelwertung.

Danach stellte sie ihre Ausbildung und berufliche Laufbahn in den Mittelpunkt, blieb den Pferden aber in kleinerem Rahmen treu. Vivien Wolf-Döller studierte Jura und eröffnete 2019 in Wiener-Neustadt eine eigene Anwaltskanzlei. Noch im vergangenen September ritt sie mit ihren Pferden Sorento’s Solitaire und Bale bei einem nationalen Turnier in Himberg. Die Pferde waren für sie stets Halt und persönliches Glück.

Wir drücken ihrem Ehemann und allen Angehörigen und Freunden unser tief empfundenes Beileid aus.


Alexandra Koch Freie Journalistin
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Seit über 15 Jahren arbeitet Alexandra Koch (Jahrgang 1983) als freiberufliche Journalistin. Durch ihre Tätigkeit für zahlreiche Fachmagazine in Deutschland, Österreich und der Schweiz verbindet die studierte Kulturwissenschaftlerin ihre Leidenschaft für Pferde mit ihrer lebenslangen Liebe zum Schreiben. Noch bevor sie zur Schule ging, war schließlich kein Lesestoff vor ihr sicher und jedes Pony wurde ausgiebig geherzt. Mit News, Interviews, Reportagen sowie Hintergrundberichten ist sie heute vielfältig unterwegs. Ebenso begeistert sie sich für Reisen mit kleinen und großen Abenteuern (wie ihre Spitzbergen-Tour im Winter 2025) und für die Arbeit an ihrem ersten Roman.

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Graf-zu-Rantzau-Trophäe für den Reiterverband Münster


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Der Reiterverband Münster erhielt feierlich die Graf-Rantzau-Trophäe. (© D. Stegemann/FN)

Zu seinem 100. Geburtstag erhielt der Reiterverband Münster am Wochenende im Rahmen des Agravis Cups eine ganz besondere Auszeichnung.

Im Rahmen des „Großen Preises von Münster“ beim Agravis-Cup wurde der Reiterverband Münster für seine herausragende Veranstalterarbeit ausgezeichnet. In diesem Zusammenhang überreichte Rudolph Herzog von Croÿ, Präsidiumsmitglied der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) und Präsident des Pferdesportverbandes Westfalen, dem Vorsitzenden Oliver Schulze Brüning die Graf-zu-Rantzau-Trophäe. Anlass der Ehrung war das 100-jährige Bestehen des Reiterverbandes Münster, das wenige Tage zuvor im Rahmen einer feierlichen Gala begangen worden war. Unter anhaltendem Applaus nahm Oliver Schulze Brüning die Graf-zu-Rantzau-Trophäe stellvertretend für den Reiterverband Münster entgegen.

Die Graf-zu-Rantzau-Trophäe würdigt Veranstalter mit überregionaler Bedeutung, die sich durch Tradition, Innovation und weitgehend ehrenamtliches Engagement auszeichnen. In seiner Laudatio betonte Herzog von Croÿ insbesondere die kontinuierliche Entwicklung des Verbandes: „Die einmalige Mischung aus Tradition und Innovation, aus ehrenamtlichem Engagement und inhaltlicher Professionalität, aus Herzblut und Kompetenz sowie aus internationalem Parkett und westfälischem Wohnzimmer beeindruckt und begeistert. Und sie macht den Reiterverband Münster zu einem Vorbild.“

Zugleich erinnerte er an Breido Graf zu Rantzau, den Namensgeber der Trophäe und langjährigen Präsidenten der FN. „Er hätte ganz genau gewusst, was es bedeutet, Gastgeber eines solchen Turniers zu sein. Diese Auszeichnung war für ihn eine echte Herzenssache.“

Springreiterin Jana Wargers erwartet ihr erstes Kind


Bild vergrößern Jana Wargers (hier mit Limbridge) erwartet im Juli ihr erstes Kind.

Jana Wargers (hier mit Limbridge) erwartet im Juli ihr erstes Kind. (© S. Lafrentz)

Es ist eine Weile her, dass man zum letzten Mal Springreiterin Jana Wargers bei einem Turnier sehen konnte. Nun ist der Grund dafür bekannt.

Der letzte große Erfolg von Springreiterin Jana Wargers ist ein paar Monate her. Anfang November ritt sie mit ihrer Top-Stute Dorette in Riad/Saudi-Arabien bei der finalen Etappe der Global Champions Tour zum Sieg. 

Nur drei Wochen später musste sie für die Prague Playoffs passen. Damals hieß es, dass der Start dort aufgrund einer ‚kleinen Verletzung‘ nicht möglich sei. Was keiner wusste: Jana Wargers befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits in einem frühen Stadium ihrer ersten Schwangerschaft.

Denn nun teilte sie mit ‚World of Showjumping‘ die Neuigkeiten, dass der Termin für die Geburt ihres ersten Kindes für den Juli errechnet sei. Ihre Top-Stute, die 17 Jahre Oldenburger Stute Dorette OLD von Dollar du Murier, sei deshalb derzeit wieder auf der Ashford Farm und werde von Marlon Modolo Zanotelli geritten.

Rückblick: Jana Wagers verließ im Mai 2025 nach mehr als vier Jahren die Ashform Farm im belgischen Bocholt, um sich gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Michael Lürwer in Nordwalde auf einer eigenen Anlage selbstständig zu machen.

Dort betreibt Lürwer seit längerem einen Sport-, Ausbildungs- und Verkaufsstall. Mit dabei beim Umzug waren auch Dorette sowie Wargers Rentner Limbridge. Jedoch bedeutete dieser Schritt nicht, dass sie vollständig alle Zelte für Enda Carroll, den Besitzer der Ashford Farm, abgebrochen hatte. Stattdessen setzte sie ihre Arbeit für ihn an der eigenen Basis fort.

Ihre Pferde seien nun unter den Reitern der Ashford Farm aufgeteilt worden, berichtet Wagers bei ‚World of Showjumping‘. Nach der Geburt ihres Kindes werde sie jedoch diese wieder übernehmen und weiter für Ashford an der Basis in Deutschland arbeiten.

Über Jana Wargers

Jana Wargers, Jahrgang 1991, stammt aus einer Familie, die mit Pferden wenig zu tun hatte. Über ihre Schwester kam sie zum Reiten. Ihre Ausbildung zur Pferdewirtin begann sie im Handels- und Ausbildungsbetrieb von Kurt Holz in ihrer Heimat Emsdetten. Im Nachwuchsbereich war sie bei den Europameisterschaften der Jungen Reiter 2012 in Ebreichsdorf unterwegs. 2021 ging sie auf die Ashford Farm zu Enda Carroll und feierte seitdem ihre größten Erfolge. 2022 nahm sie mit Limbridge an der Weltmeisterschaft in Herning teil. 2023 folgte mit ihm die EM in Mailand. Zudem war sie mit der Stute Dorette OLD Ersatzpaar für die Olympischen Spiele in Paris. Die beiden verhalfen Deutschland gleich zweimal im Finale der League of Nations in Barcelona zum Sieg.


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Tom Schewe gewinnt Preis des Landes Brandenburg


Bild vergrößern Tom Schewe und Congress Blue auf dem Weg zum Sieg.

Tom Schewe und Congress Blue auf dem Weg zum Sieg. (© Brit Placzek)

Spannend wurde es im Stechen um den Preis der Bundesrepublik. Sechs Paare waren dabei, drei blieben fehlerfrei.

Nur sechs Paare bewarben sich am Ende des Turniers im brandenburgischen Haupt- und Landgestüt in Neustadt (Dosse) im Tom Schewe gewinnt Preis des Landes Brandenburg auf Zwei-Sterne-Niveau über 1,45 Meter um den Sieg. Am Ende hatte der 27 Jahre alte Tom Schewe mit dem erst neunjährigen Chacco-Blue-Sohn Congress Blue PS die Nase vorn. Der aus der Zucht des Gestüts Lewitz stammende Wallach kam mit seinem Reiter in 39,87 Sekunden ins Ziel. Damit waren die beiden geringfügig schneller als die Zweitplatzierten, der Schwede und Vorjahressieger Viktor Melin und die 14 Jahre alte schwedische Stute Turmina in 40,26 Sekunden. Dritte wurden Manuel Prause und der bereits 17 Jahre alte Cadillac von Contendro in 40,57 Sekunden.

Tom Schewe hat eine besondere und intensive Beziehung nach Neustadt (Dosse). Er ging hier einst aufs Internat.  „Das ist so lange her, dass ich hier mit elf, zwölf Jahren auf das Internat kam, zum ersten Mal ganz von zuhause weg”, erinnerte er sich heute. „Aber es ist auch schön, sich daran zu erinnern und den einen oder anderen wieder zu sehen. Ich habe mir viel Zeit mit Congress Blue genommen, weil es wirklich gedauert hat, bis wir uns aufeinander eingestellt haben. Aber es wird nach und nach sichtbar, dass sich diese Zeit gelohnt hat, wir werden immer ein Stück besser.“

Intensive Beziehung

„Da ist gar keine Enttäuschung! Alles gut, man muss ja erstmal wieder an diese Leistung anknüpfen können. Ich war heute einfach ein kleines bisschen zu langsam”, resümierte der Schwede Viktor Melin über seinen zweiten Platz.

Der drittplatzierte Manuel Prause beschrieb derweil seine lange Beziehung zu Cadillac, den er dreijährig kaufe und der damit seit 14 Jahren bei ihm ist. „Wir haben ihn vom Besitzer anvertraut bekommen, zusammen mit anderen Pferden und er war ein hässliches Entlein. Als der Verkauf anstand, war klar, der soll es sein. Vor allem meine Schwiegermutter hat gesagt, wenn ich schon was dazu gebe, dann kaufen wir Cadillac – der hat einen schönen Kopf. Heute haben wir eine ganz intensive Beziehung!“

Annina Nordström gewinnt Großen Preis

Tags zuvor hatten Annina Nordström aus Finnland und ihr elf Jahre alter Wallach Esquire Z den Großen Preis, ebenfalls über 1,45 Meter, gewonnen. Hinter der 34 Jahre alten Finnin, die in 36,95 Sekunden unschlagbar schnell war, wurde Schwedens Linda Heed mit dem 15 Jahre alten Conthargos-Nachkommen Crack Blue Zweite in 38,26 Sekunden.

„Alles ist hier einfach nur schön! Mir haben unzählige Menschen gratuliert. Ich bin heute sehr glücklich“, so Nordström.

Holger Wulschner wurde als bester deutscher Reiter Dritter mit seiner erst neun Jahre alten Vega de Laubry Z. „Es ist das erste Weltranglistenspringen für Vega. Wir haben sie selbst ausgebildet. Es war ein langer Weg, denn sie ist anfangs ein starkes Pferd gewesen mit eigenem Kopf. In den letzten drei Wochen hat meine Frau sie viel dressurmäßig geritten und das war sehr wertvoll.“

Alle Ergebnisse aus Neustadt (Dosse) gibt es hier.


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Siege für Helen Langehanenberg, Leonie Richter und Katharina Hemmer in Münster


Bild vergrößern Helen Langehanenberg und Daniela siegten in der Kür in Münster.

Helen Langehanenberg und Daniela siegten in der Kür in Münster. (© Melina Terhorst, Denise Gehltomholt und AGRAVIS Raiffeisen AG)

Während Leonie Richter und Lord Europe die Stars von Morgen gewannen, siegte Helen Langehanenberg mit Daniela in der Kür und Katharina Hemmer mit Special Gold im Special.

Die Dressur beim Agravis Cup in Münster zeigte die gesamte Bandbreite des Sports von Nachwuchsprüfungen bis hin zur Drei-Sterne-S-Dressur.

Am bedeutendsten war vermutlich der Sieg von Leonie Richter und Lord Europe beim Abschluss der Turnierserie „Stars von Morgen“, für das sich die Teilnehmer – ähnlich wie beim Louisdor Preis und beim Nürnberger Burg-Pokal – über mehrere Etappen qualifizieren. Chrstoph Hess sprach in Münster über die Bedeutung der Serie und betonte deren Wert und Wichtigkeit. „Dieses Konzept hat einen
sehr hohen Stellenwert. Die Reiter wollen hier reiten. Für die Ausbildung in Deutschland ist das eine ganz wichtige Serie und auch der Zuschauerzuspruch ist positiv.“

Die Siegerin selbst war überglücklich über die Entwicklung des zehn Jahre alten Lord Leatherdale-Sohns Lord Europe aus der rheinländischen Zucht.

„Ich bin so stolz auf mein Pferd. Die Atmosphäre hier ist nicht einfach, aber heute kam ich super zum Reiten!“ Mit 76,698 Prozent gewannen die beiden die Serie für acht- bis zwölfjährige Pferde sowie U25-Reiterinnen und Reiter in einem Kurz Grand Prix. Den Hengst reitet Leonie Richter seit er sechsjährig ist: „In der ersten Qualifikation in Münster war alles noch ein bisschen holprig, aber beim Halbfinale in Oldenburg lief er schon richtig schön und hier war es einfach toll. Er ist jetzt im besten Alter, um in den internationalen Grand Prix Sport einzusteigen. Er hat bewiesen, dass er das Zeug dazu hat!“

Auf Platz zwei mit 73,488 Prozent ritten Helen Langehanenberg und ihr elf Jahre alter DSP Danny Cool. „Mittlerweile macht er seinem Namen alle Ehre“, erklärte Langehanenberg. „Als Jungpferd war das anders. Aber jetzt freue ich mich jeden Tag über seine Coolness.“

Anna-Louisa Fuchs und der zehn Jahre alte Duvetico sicherten sich mit 71,907 Prozent Rang drei. „Ich bin fast ein bisschen sprachlos“, so die Reiterin. „Normalerweise hört und sieht er alles. Heute war das ganz anders!“

Beste U25-Reiterin der Serie ist Ann-Cathrin Rieg, die für eine kleine Sensation sorgte: Ihr Sportpartner Steendieks Derrick ist ein Deutsches Reitpony, das sie selbst ausgebildet hat. Sie ist damit die erste Reiterin, die ein Pony im Kurz Grand Prix in Münster vorstellte.

„Ich bin riesig stolz auf ihn!“, verriet sie.

Langehanenberg und Daniela gewinnen Kür

Noch etwas höher im Niveau war selbstverständlich die abschließende Kür beim Turnier in Münster. Zu instrumentalen Klängen zeigte die 43-Jährige eine Kür, die ursprünglich für ihr ehemaliges Erfolgspferd Damsey FRH, den Vater von Daniela, erstellt wurde.

Die Richter belohnten die Vorstellung mit 76,55 Prozent. „Das war heute unsere zweite Kür. Sie ist noch nicht so routiniert in solchen Hallen, aber ich bin superstolz auf sie und ihre Entwicklung“, freute sich Helen Langehanenberg. „Das ist jetzt ihre erste richtige Grand Prix Saison – da braucht es noch Kraft und Routine. Aber die Möglichkeiten hat sie.“

Platz zwei ging an Andrea Timpe, die mit dem erfahrenen Don Carismo FRH ihre Kür 75,550 Prozent nach Hause brachte. Rang drei belegte Elisabeth von Wulffen mit ihrem Fuchswallach Vis a Vis von Van Vivaldi. Die Europameisterin der deutschen U25-Dressur-Equipe erzielte 75,175 Prozent.

Grand Prix Special an Katha Hemmer

Im Sattel des zehnjährigen Special Gold PCH von San Amour aus der Oldenburger Zucht setzte sich Katharina Hemmer als zweite Starterin im Grand Prix Special mit 74,333 Prozent an die Spitze.

„Ich habe nicht wirklich damit gerechnet“, gab sie zu. Immerhin war es der erste Special für Special Gold PCH. „Er ist noch sehr jung, aber wenn er bei mir ist und mir zuhört, ist mit ihm alles möglich. Ich habe mich richtig gefreut, dass er das heute gezeigt hat.“

Mit 73,725 Prozent sicherten sich Tobias Nabben und Forster den zweiten Platz im LVM-Dressurchampionat. „Ich bin super happy, dass Forster sich heute so gut präsentiert hat“, freute er sich über den Auftritt seines elfjährigen Wallachs von Finest. „Er ist super ehrgeizig, wir hatten viele Highlights, zum Beispiel in der Piaff-Passage-Tour. Ich bin super happy, dass er das so zeigen konnte!“

Auf dem dritten Platz landeten Evelyn Eger und Dancing Darkness mit 71,804 Prozent.

Alle Ergebnisse aus Münster gibt es hier.

Großer Preis von Münster überschattet von Verletzung von Katrin Eckermanns Casa Blue


Bild vergrößern Katrin Eckermann und Casa Blue im vergangenen Jahr. Wir hoffen das Beste für die Stute.

Katrin Eckermann und Casa Blue im vergangenen Jahr. Wir hoffen das Beste für die Stute. (© S. Lafrentz)

So richtig Freude kam nicht auf bei Hans-Thorben Rüder nach seinem Sieg im Großen Preis von Münster mit Courage.

Dass der krönende Abschluss eines stimmungsvollen Turniers in Münster zu Jahresbeginn einen solchen Ausgang nehmen würde, konnte keiner ahnen. Doch am Ende waren alle Gedanken bei Katrin Eckermann und der elfjährigen Casallco-Tochter Casa Blue PS. Die beiden waren wie sieben andere ins Stechen um den Sieg im Großen Preis eingezogen. Dort nahm das Unglück seinen Lauf, als die OS-Stute stolperte und nicht mehr auftreten konnte.

Nach der Erstversorgung durch die Tierärzte im Parcours, konnte Casa Blue hinausgeführt werden. Dort wurde dann der Transport in die Tierklinik Telgte vorbereitet. Zuschauer wie Reiter gleichermaßen verharrten einige Minuten in Stille bis zum Abtransport der Stute. Alle hoffen nun auf positive Neuigkeiten aus der Klinik. Zum jetzigen Zeitpunkt ist allerdings noch nichts bekannt. Wir halten euch auf dem Laufenden …

Der Sieg ging am Ende an Hans-Thorben Rüder auf der 16 Jahre alten Captain Fire-Tochter Courage. In 34,42 Sekunden waren sie knapp schneller als Johannes Ehning und die 13 Jahre alte Mylord Carthago-Tochter Classic Donna in 34,45 Sekunden. Platz drei sicherten sich Katrin Müller und die ebenfalls dreizehnjährige Beauty Queen Z.

Die Stimmung bei der Siegerehrung war verständlicherweise gedrückt. Alle dachten in diesem Moment vielmehr an Katrin Eckermann und Casa Blue als an ihre eigene Platzierung. Dennoch darf nicht unerwähnt bleiben, dass Hans-Thorben Rüder nach 15 Jahren erneut in Münster siegreich war.

„Auf diesen zweiten Sieg nach so langer Zeit bin ich schon sehr stolz“, betonte Rüder. „Insbesondere bei einem Turnier, das für uns seit Wochen Thema ist und das wir alle kennen und lieben.“

Auch Oliver Schulze Brüning, dem Vorsitzenden des Reiterverbandes Münster, ging selbstverständlich das Unglück von Katrin Eckermanns Pferd nahe. „Das lässt niemanden kalt, aber es kommt in unserer Sportart sehr, sehr selten vor.“. Abgesehen von diesem Ereignis zog er dennoch ein positives Fazit. „Wir hatten fünf Tage eine sehr freudige Stimmung.“

Alle Ergebnisse aus Münster gibt es hier.

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