Für Pferdeleute ist klar: Warendorf, das ist das Zentrum des Pferdes. Der Dachverband sitzt hier, das Deutsche Olympiade Komitee für Reiterei sowie das NRW-Landgestüt, und auch die legendären „Warendorfer Pferdeäppel“ haben ihren Ursprung in der Stadt an der Ems. Und sonst so? Das haben wir zwei gefragt, die Warendorf ins Herz geschlossen haben.
Christoph Hess über die Pferdestadt Warendorf
Natürlich liegen mir die Orte mit Pferdebezug besonders am Herzen in Warendorf. Da ist das Nordrhein-Westfälische Landgestüt, eine wichtige Institution mit einer 200 Jahre alten Geschichte – sehenswert ist die Hengstparade bei Nacht.
Und dann ist da das Deutsche Olympiade Komitee für Reiterei, das DOKR, wo die Spitzensportler zusammentreffen und trainieren. Auf dem Gelände finden die Bundeschampionate statt – mit dem angrenzenden Wald hat es ein besonderes Flair.
Für den FN-Ausbildungsbotschafter mehr als Pferde und Reitsport
Aber Warendorf hat viel mehr zu bieten, das sage ich jedem Reiter, der hierherkommt.
– Christoph Hess –
Wir haben in Warendorf eine wunderschöne Altstadt mit alten Fachwerkgebäuden und Kirchen. Man sollte sich ruhig einmal eine Führung durch Warendorf gönnen. Die Schlendertour vom Hotel „Im Engel“ kann ich empfehlen. Dieses ist übrigens immer einen Besuch wert: Es wird seit mehreren Generationen von der Familie Leve geführt.
Beim Marienfest ist die ganze Stadt illuminiert, es wird musiziert, und es sind geschmückte Bögen aufgebaut. Es ist ein sehr schönes Fest mit einer langen Tradition. Die hat auch der Fettmarkt, eine Kirmes – früher wurde hier mit „fettem“ Vieh gehandelt, daher der Name.
Ina Atig über die Pferdestadt Warendorf
Ich bin in Warendorf geboren und hiergeblieben. Für mich ist Warendorf Wohlfühlen, Heimat und Heimatliebe. Viele Erinnerungen habe ich, wenn ich mit dem Fahrrad durch die Stadt fahre. Ich finde die Menschen sehr bodenständig, hilfsbereit und tatsächlich sehr offen, obwohl man den Westfalen nachsagt, man müsse erst mal einen Sack Salz essen.
Besonders gern bin ich im DOKR Wald. Da geh ich mit den Hunden spazieren – als ich noch ein Pferd hatte, bin ich dort auch ausgeritten. Warendorf wird oft als Pferdestadt benannt, aber das ist sie nur bedingt. Der Warendorfer Norden ist Pferdesport durch und durch mit all den großen Institutionen und dem geballten Know-how, aber der Warendorfer Süden hat weniger damit zu tun.
Die Warendorfer haben den Pferdesport auch nicht unbedingt verinnerlicht – manchmal ist er ihnen auch lästig. – Ina Atig –
In Warendorf berühmte Reiter sehen
Als Teenager fand ich es beeindruckend, wenn ich an der Supermarktkasse einen der großen Reiter gesehen habe, weil sie ihre Lehrgänge hier hatten. Abends saßen sie oft in Reithosen in der Kneipe oder im Restaurant. Legendär war damals die „Tenne“, die gibt es aber nicht mehr. Dort wurden wir „Cola Kinder“ von der Wirtin verscheucht, wenn die Reiter kamen. Mit ihnen konnte sie mehr Umsatz machen, und sie tranken nicht nur Cola.
Im Sommer ist der Marktplatz immer einen Besuch wert, hier kann man schön sitzen, essen und trinken. Und ab und zu erspäht man dort den ein oder anderen Reiter.


