Strahlfäule beim Pferd – ein bakterieller Zerfallsprozess


Bild vergrößern Pferdehuf mit Strahlfäule

Strahlfäule ist vor allem in den kalten Monaten ein häufiges Bild. (© slawik.com)

Strahlfäule ist eine bakterielle Erkrankung, bei der Fäulnisbakterien den Strahl zersetzen. Meist sind alle vier Hufe betroffen, unabhängig von der Rasse. Unbehandelt kann die Erkrankung lebensbedrohlich werden: Löst sich der Strahl ab, können Bakterien in die Blutbahn gelangen und eine Blutvergiftung verursachen.

Strahlfäule beim Pferd ist eine bakterielle Erkrankung, bei der Fäulnisbakterien den Strahl zersetzen. Meist sind alle vier Hufe betroffen, unabhängig von der Rasse. Unbehandelt kann die Erkrankung lebensbedrohlich werden: Löst sich der Strahl ab, können Bakterien in die Blutbahn gelangen und eine Blutvergiftung verursachen.

Ursachen und Faktoren für Strahlfäule

Auslöser sind Darmbakterien, die über den Kot ausgeschieden werden. Tritt das Pferd in Kot, greifen diese Keime das weiche Strahlhorn an. In feuchtwarmer, sauerstoffarmer Umgebung vermehren sie sich besonders schnell. Es entstehen Spalten und Hohlräume, in denen sich die Bakterien festsetzen. Bewegungsmangel verschlechtert die Durchblutung der Huflederhaut, wodurch weniger neues, widerstandsfähiges Horn gebildet wird. Fehlstellungen, ein Bockhuf oder ein falscher Beschlag können tiefe Strahlfurchen zusätzlich begünstigen und die Huffunktion weiter beeinträchtigen.

Symptome und Verlauf der Strahlfäule beim Pferd

Die Fäulnis beginnt meist in der mittleren Strahlfurche und breitet sich anschließend seitlich aus. Typisch sind ein intensiver Fäulnisgeruch sowie ein dunkler, schmieriger Belag. Viele Pferde reagieren schmerzhaft beim Hufeauskratzen. In fortgeschrittenen Fällen können Lahmheiten auftreten, zunächst vor allem auf weichem Untergrund. Dringen Sand oder Steine in die offenen Strahlfurchen ein, droht eine schmerzhafte Lederhautentzündung. Im Endstadium kann sich der Strahl vollständig auflösen.

Behandlung der Strahlfäule

Eine erfolgreiche Behandlung beginnt immer mit der Beseitigung der Ursachen. Nasse Einstreu, matschige Paddocks und mangelnde Hygiene sollten vermieden werden. Vor der eigentlichen Therapie müssen Schmutz und fauliges Gewebe fachgerecht durch einen Hufschmied entfernt werden.

Zur Nachbehandlung werden häufig desinfizierende und austrocknende Mittel eingesetzt. Vorsicht ist jedoch geboten: Ätzende Substanzen wie Kupfersulfat, Kaliumpermanganat oder Jodoformäther können bei tiefen Defekten die Lederhaut reizen und Lahmheiten verursachen. Auch Hufteer ist ungeeignet, da er Feuchtigkeit und Bakterien einschließt.

Ätzende Substanzen wie Kupfersulfat, Kaliumpermanganat oder Jodoformäther können bei tiefen Defekten die Lederhaut reizen und Lahmheiten verursachen.

Keine Strahlfäule, sondern Hufkrebs?

Strahlfäule beim Pferd und Hufkrebs sind ernstzunehmende Erkrankungen des Pferdehufs. Auch wenn sie äußerlich ähnliche Symptome zeigen und häufig miteinander verwechselt werden, unterscheiden sie sich grundlegend in Ursache, Verlauf und Behandlung. Eine frühzeitige und korrekte Diagnose ist entscheidend für die Heilung.

Hufkrebs: Ein krankhafter Wachstumsprozess

Hufkrebs wird häufig mit Strahlfäule verwechselt, verläuft jedoch völlig anders. Während Strahlfäule ein Zerfallsprozess ist, handelt es sich beim Hufkrebs um eine krankhafte Gewebewucherung. Das Horn beginnt unkontrolliert zu wachsen und bildet blumenkohlartige, schmierig-käsige Geschwüre, die meist vom Strahl ausgehen und sich auf andere Hufbereiche ausbreiten können. Ein auffälliges gemeinsames Merkmal beider Erkrankungen ist der starke, unangenehme Geruch – beim Hufkrebs oft noch intensiver als bei der Strahlfäule.

Ursachenforschung bei Hufkrebs

Die genaue Ursache von Hufkrebs ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Bakterien, Pilze oder Viren konnten bislang nicht sicher als Auslöser identifiziert werden. Vielmehr werden Stoffwechselstörungen, falsche Fütterung und Mangelzustände als mögliche Faktoren diskutiert. Erfahrungen zeigen, dass viele betroffene Pferde unter Zinkmangel leiden, was das Immunsystem schwächt. Auch Veränderungen der Huflederhaut durch falsche Bearbeitung oder vorausgegangene intensive medikamentöse Behandlungen könnten eine Rolle spielen. Entgegen verbreiteter Annahmen sind nicht vor allem Kaltblüter betroffen, sondern häufig Traber, Vollblüter und Pferde mit engen, hohen Hufen.

Therapie und Prognose bei Hufkrebs

Hufkrebs wird oft erst spät erkannt, wenn sich das wuchernde Gewebe bereits stark ausgebreitet hat. In diesen Fällen ist meist eine radikale Operation notwendig, bei der betroffene Hufbereiche vollständig entfernt werden. Entscheidend für den Heilungserfolg ist die sorgfältige Nachsorge, insbesondere die fachgerechte Wundversorgung und ein konsequenter Druckverband. Ergänzend wird eine angepasste, ausgewogene Fütterung dringend empfohlen. In frühen Stadien kann unter Umständen eine intensive medikamentöse Behandlung eine Operation überflüssig machen. Die Dauer bis zur vollständigen Belastbarkeit variiert stark: Manche Pferde sind bereits wenige Tage nach dem Eingriff schmerzfrei, andere benötigen mehrere Monate. Wird Hufkrebs jedoch rechtzeitig erkannt und konsequent behandelt, sind die Heilungschancen gut.

HOOFORIA - Logo - gold-1