Semmieke Rothenbergers Flanell geht in Rente


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Semmieke Rothenberger und Flanell beim Gewinn von Kür-EM-Gold 2021. (© S. Lafrentz)

Die 16 Jahre alte Stute Flanell, mit der Semmieke Rothenberger 2021 zweimal Gold und einmal Silber bei der EM gewann, geht in Ruhestand.

Die Stute Flanell war das Pferd, welches Semmieke Rothenbergers Übergang von den Jungen Reitern zu den U25-Reitern und dann ins Erwachsenenlager mitprägte. Im Jahr 2021 ritten Semmieke und „Nelly“ bei der U25-Europameisterschaft zu zweimal Gold und einmal Silber. Zudem gewann das Paar das Finale des Piaff-Förderpreises. Es waren Höhepunkte einer großen gemeinsamen Karriere, die sie unter anderem auch zu einem Start beim CHIO Aachen brachte. Vor Rothenberger war die in den Niederlanden gezogene Flanell mit Veronique Roerink bei der WM der jungen Dressurpferde unterwegs gewesen.

Abschied vom Sport

Nun heißt es für die 16 Jahre alte Apache-Tochter Zucht statt Viereck. Sie ist in den sportlichen Ruhestand verabschiedet und soll ein Fohlen bekommen. Semmieke Rothenberger verabschiedete „Nelly“ mit bewegenden Worten in dieses neue Leben:

„Es ist schwer, die richtigen Worte zu finden, die diesem besonderen Pferd gerecht werden. Sie ist nicht nur ein Pferd. Sie ist diejenige, die mir beigebracht hat, größer zu träumen, als ich es jemals gewagt hätte, die mich in meinem ersten Grand Prix getragen hat. Kein Pferd hat mir jemals solche Leichtigkeit in der Arbeit gegeben und mich gleichzeitig als Mensch so sehr herausgefordert. Sie hat mir schlaflose Nächte beschert, aber auch die höchsten Höhen. Sie hat mich geprägt, mich auf die Probe gestellt, mich beflügelt und mich jeden Tag daran erinnert, wie besonders sie ist.

Flanell ist Charakter pur: stark, stolz, mutig, dominant, voller Herz. Die Art von Seele, die man sich als menschlichen Freund wünschen würde. Sie kämpft, sie glaubt an sich selbst und sie weiß genau, was sie zu bieten hat.

Jetzt hat sie sich etwas viel Größeres verdient: eine Zukunft als Mutter. Ich kann es kaum erwarten, sie auf der Weide zu sehen, hoffentlich umgeben von ihren Fohlen, wenn wir gemeinsam dieses neue Kapitel aufschlagen.

Danke, Flanell. Für alles. Dafür, dass du mein Leben und mich als Person verändert hast.

Und von ganzem Herzen danke ich allen, die uns unterstützt, an uns geglaubt, uns angefeuert und diese Reise mit uns geteilt haben.

Ein ganz besonderer Dank geht an Jonny Hilberath. Auch wenn du nicht mehr bei uns bist, warst du einer der Menschen, die meinen Weg mit Nelly am meisten beeinflusst haben. Dein Einfluss und deine Worte werden für immer Teil unserer Geschichte sein.

Es ist schön zu wissen, dass sie mit uns alt werden wird. Zusammen mit unseren anderen ehemaligen Sportpferden. Ich bin so dankbar, dass wir unseren Pferden auf unserem Hof den Ruhestand bieten können, den sie verdienen.“

Semmieke Rotheneberger und Flanell 2022 in Hagen.

Semmieke Rotheneberger und Flanell 2022 in Hagen. (© S. Lafrentz)


Alexandra Koch Freie Journalistin
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Seit über 15 Jahren arbeitet Alexandra Koch (Jahrgang 1983) als freiberufliche Journalistin. Durch ihre Tätigkeit für zahlreiche Fachmagazine in Deutschland, Österreich und der Schweiz verbindet die studierte Kulturwissenschaftlerin ihre Leidenschaft für Pferde mit ihrer lebenslangen Liebe zum Schreiben. Noch bevor sie zur Schule ging, war schließlich kein Lesestoff vor ihr sicher und jedes Pony wurde ausgiebig geherzt. Mit News, Interviews, Reportagen sowie Hintergrundberichten ist sie heute vielfältig unterwegs. Ebenso begeistert sie sich für Reisen mit kleinen und großen Abenteuern (wie ihre Spitzbergen-Tour im Winter 2025) und für die Arbeit an ihrem ersten Roman.

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