Willem Greve und Candy Luck Z gewannen in Neumünster den Großen Preis. © S. Lafrentz

Willem Greve und Candy Luck Z gewannen in Neumünster den Großen Preis.


Wenn viele sagen, dass der Sieg direkt in Reichweite liegt, dann kann ein Reiter schon mal dem Druck nicht standhalten. Nicht so der Niederländer Willem Greve. Der 42-Jährige wurde von einigen als Favorit für den Großen Preis von Neumünster gehandelt und lief zu echter Hochform auf. Er ritt mit der elf Jahre alten Comme il faut-Tochter Candy Luck Z (die sonst von der derzeit verletzten Alessandra Volpi vorgestellt wird) gemeinsam mit neun anderen zwei- und vierbeinigen Konkurrenten die Siegerrunde und setzte sich am Ende fehlerfrei und schnell souverän durch.

Platz zwei gehörten dem Schweizer Christoph Könemann und dem zehnjährigen Coredo, einem Hannoveraner von Carridam.

„Vor so einer Kulisse zu reiten, war großartig. Mein Pferd braucht diese Atmosphäre — wenn das Publikum mitgeht, kämpft er noch mehr“, beschrieb er. Den dritten Platz sicherte sich der Kolumbianer Marco A. Peixoto Ferreira Filho, der den 14 Jahre alten Everest v´t Hof v Eversem Z gesattelt hatte. „Gestern war mein erstes 1,55-Meter-Springen überhaupt. Heute mein zweites — und gleich mein erster Drei-Sterne-Grand. Ich bin einfach überglücklich mit diesem Ergebnis. Das habe ich alles meinem Sportpartner zu verdanken“, so der 23-Jährige.

Bestes deutsches Paar: Romy Rosalie Tietje und Cascadino.

Bestes deutsches Paar: Romy Rosalie Tietje und Cascadino. (© S. Lafrentz)

Großen Jubel gab es auch aus regionaler Sicht: Die Holsteinerin Romy Rosalie Tietje blieb mit Cascadino, 15-jähriger Holsteiner von Cartani, ebenfalls doppelt fehlerfrei und belegte Rang vier. Linn Hamann zeigte mit Dumbo von Diamant de Semilly aus der Holsteiner Zucht ebenfalls eine Doppel-Nullrunde und wurde Fünfte.

Greves Startposition im zweiten Umlauf sorgte bei ihm selbst übrigens kurz für Hektik: „Ich dachte, wir starten in umgekehrter Reihenfolge zum ersten Umlauf und war ganz entspannt am Schritt reiten. Plötzlich war ich schon als dritter Reiter dran. Da musste ich mich etwas beeilen. Aber ich bin meine Runde wie geplant geritten. Zum Glück hat es zum Sieg gereicht“, resümierte er. Es klapperte zwar einmal, aber die Stangen blieben alle liegen und die Uhr stoppte bei 34,07 Sekunden. Für den Niederländer war es der erste Sieg im Großen Preis von Neumünster, nachdem er zuvor schon einmal Zweiter gewesen war. Greve hatte sich ganz bewusst würde einen Start dort entschieden. „Neumünster ist ein schönes Turnier, um Pferden Erfahrung zu geben. Hier gibt es mehr Prüfungen als bei manchem Zwei-Sterne-Turnier in Belgien. Und außerdem bin ich einfach gern hier.“

Mit stolzen 46.000 Besuchern ging am Sonntag damit ein Turnier zuende, welches in diesem Jahr ganz besonders feiern durfte. 75 Jahre lang gibt es das Hallenturnier in Neumünster – eine echte Traditionsveranstaltung.

Alle Ergebnisse aus Neumünster gibt es hier.

 

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