United Touch umringt von seinem Züchter/Besitzer plus Frau bei der Siegerehrung. © S. Lafrentz

United Touch umringt von seinem Züchter/Besitzer plus Frau bei der Siegerehrung.

Unglaublich! Wahnsinn! Grandios! Die Superlative, die Richard Vogel nach seinem Sieg im Großen Preis beim Dutch Masters in s´Hertogenbosch in den Mund nahm, kann man 1:1 an ihn zurückgeben. Man kann sich am Ende nur verneigen und sagen: Was für eine Leistung, präzise, auf den Punkt genau.

Dabei war Richard Vogel eigentlich bis zum Dutch Masters ‚abroad‘ unterwegs. In Florida ritt er seit Wochen auf anderen Pferden. Zuhause warteten United Touch und Phenyo van het Keysersbos. Fit gehalten von den Daheimgebliebenen um United Touchs Pflegerin Felicia Wallin und Richard Vogels Onkel, der immer wieder zum Dressurtraining vorbeischaute.

Kurz vor Beginn des Turniers in s´Hertogenbosch kam Richard hinzu und ritt einmal mehr seine Pferde auf den Punkt genau zum Erfolg. Schon in Basel war ihm dies geglückt und er hatte mit United Touch den Großen Preis gewonnen. Nun folgte der nächste Sieg für die beiden Europameister. Dieses Mal war das Springen Teil des Rolex Grand Slam of Show Jumping. Vogel kassierte zunächst 300.000 Euro und hat nun die Chance auf noch mehr, sollte er weitere Springen der Serie gewinnen. Besonders schön: Auch die Pferdebesitzer und Züchter von United Touch, Julius Peter Sinnack und seine Frau, waren anwesend und konnten den Sieg ihres Pferdes und die Siegerehrung hautnah miterleben.

Auf dem Weg zum Sieg: Richard Vogel und United Touch.

Auf dem Weg zum Sieg: Richard Vogel und United Touch. (© S. Lafrentz)

„Unglaublich stolz“

Im Stechen bekam es Richard Vogel mit gleich zehn Konkurrenten zu tun. Eine davon war seine Lebensgefährtin Sophie Hinners mit ihrem elfjährigen Wallach Singclair als zweites deutsches Paar. Im Stechen passierte den beiden jedoch ein Abwurf. Es wurde Platz sieben.

Richard Vogel dagegen schaffte die Doppelnull mit seinem 14 Jahre alten westfälischen Hengst United Touch. Mehr als das: Mit ihren 39,42 Sekunden galoppierten sie der Konkurrenz weit davon. Platz zwei und drei gingen nach Belgien an Thibeau Spits mit dem elfjährigen Hengst Impress-K van’t Kattenheye Z vor Pieter Devos mit der ebenfalls elfjährigen Cornet Obolensky-Tochter Casual DV Z in fehlerfreien 40,76 bzw. 42,95 Sekunden.

„Ich bin so unglaublich stolz und begeistert von meinem Pferd“, betonte Richard Vogel. „Eine gemeinsame Vorbereitung gab es ja quasi nicht. Dennoch hat wie schon in Basel alles gepasst. United kann alles zu jeder Zeit springen. Er ist unglaublich! Ein Rolex Major zu gewinnen, ist etwas ganz Besonderes. Es ist eines der wichtigsten Turniere des Jahres, und die Atmosphäre hier bei den Dutch Masters ist immer fantastisch. United Touch S  hat einen so langen Schritt und so viel Kraft, das macht mir die Arbeit um einiges leichter.“

Längst ein Ritual für Richard Vogel: Auf Tuchfühlung mit dem Publikum bei der Siegerehrung.

Längst ein Ritual für Richard Vogel: Auf Tuchfühlung mit dem Publikum bei der Siegerehrung. (© S. Lafrentz)

 

Zweiter Sieg mit Phenyo

Und nicht nur United Touch, auch Phenyo van het Keysersbos zeigte, was in ihm steckt. Ihn hatte Richard Vogel für das zweite wichtige Springen des Tages auserkoren, welches über 1,50 Meter mit Winning Round führte. Zwölf Paare waren in selbige eingezogen. Der Europameister steuerte seinen elfjährigen Hengst aus der belgischen Zucht blitzschnell durch die Siegerrunde. Am Ende standen 35,02 Sekunden zu Buche – ein Ergebnis, das der Konkurrenz keine Chancen ließ. Platz zwei sicherte sich Simon Delestre aus Frankreich mit der zehnjährigen Kannan-Tochter Kannonqulan vor dem Niederländer Hessel Hoekstra auf dem erst neunjährigen VDL Mindset Es. Aus deutscher Sicht wurde Christian Ahlmann auf dem zehnjährigen Codex One-Nachkommen Sheeran Achter. Auf Platz elf ritten Sophie Hinners und die zwölfjährige Stute Come Away Flamingo.

Richard Vogel und Phenyo

Wieder Daumen hoch: Auch mit Phenyo gab es einen Sieg. (© S. Lafrentz)

„Das war bereits Phenyos vierter Sieg in diesem Jahr“, sagt Vogel im Anschluss. „Wir sind drei Turniere geritten und haben viermal gewonnen – das ist natürlich eine sehr schöne Bilanz. Ich bin sehr froh, dass er in unserem Team ist. Er ist schnell, clever und bei jeder Prüfung hochmotiviert.“

Alle Ergebnisse aus s´Hertogenbosch gibt es hier.

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