Jessica Wächter auf ihrer Anlage.
Jessica Wächter war eine leidenschaftliche Fahrsportlerin. Schon von Kindheit an begeisterte sie sich für den Kutschbock. Kein Wunder, ihre Mutter arbeitete in der Gaststätte der Fahrsport-Familie von Stein.
Bei Bundeschampionaten und Weltmeisterschaften legte Jessica Wächter schon in jungen Jahren eine beeindruckende Bilanz hin. 2021 gab es Gold bei der WM der jungen Fahrpferde, 2022 nahm sie einen gesamten Medaillensatz von eben jener Weltmeisterschaft mit nach Hause. 2024 gab es dann auch noch Doppelgold bei der WM der jungen Fahrpferde. Insgesamt sieben Weltmeistertitel gehen auf ihr Konto.
Außerdem nahm sie 2022 und 2024 an der Einspänner-WM, also bei den ‚ganz Großen‘ als Einzelstarterin teil. Beide Male fuhr sie dabei mit ihrem Liebling Charly Brown FST, einmal auf den zwölften, einmal auf den elften Platz. Zahlreiche Bundeschampions in Moritzburg brachte sie ebenfalls hervor. Zuletzt Best in Time PST im vergangenen Jahr. Auch dessen Vater Best Buddy hatte sie schon 2022 zum Titel gefahren.
Ich hatte als Journalistin das Glück, zahlreiche Gespräche mit Jessica Wächter zu führen. „Ein Leben für den Fahrsport“ lautete der Titel meines ersten Berichts für das hessische „Pferdesport Journal“. Und genau so war es: Jessica Wächter lebte und liebte den Fahrsport. Jeder Tag gehörte den Pferden. „Aber ich möchte es gar nicht anders. Ich liebe dieses Leben!“, betonte sie in jenem ersten Artikel von 2022. „Als mein erster Ausbilder, Trainer und Vorbild Georg von Stein mit dem Fahrsport begonnen hat, wollte ich das auch machen und so kam es, dass ich mit zwölf Jahren mein erstes Turnier gefahren bin.“
„Ich dachte, dass der Fahrsport ein Hobby bleiben wird und stellte zunächst mein Studium in den Mittelpunkt. Mittlerweile weiß ich, dass alles anders gekommen ist und dass Träume wirklich in Erfüllung gehen, wenn man nur hart genug und mit der nötigen Entschlossenheit an ihnen arbeitet. Ich hoffe, ich habe irgendwann die Möglichkeit vierspännig Turniere zu fahren. Das wäre etwas ganz Großes und daran werde ich arbeiten!“, erklärte sie 2024. „Und bis dahin gehe ich meiner Leidenschaft nach: Pferde im Einspänner ausbilden, ihnen die nötige Zeit geben, auf sie eingehen und sie dann erfolgreich im Sport zu präsentieren.“
Am 30. März endete das Leben von Jessica Wächter im Alter von nur 33 Jahren auf tragische Weise.