Paula de Boer-Schwarz und My Miss Marpel (hier in Hagen) feierten in Lier ihr Debüt im Nationenpreis.
Das heimische Publikum jubelte besonders enthusiastisch über den Sieg des eigenen Teams, Europameister Belgien. Beim EEF-Nationenpreis in Lier war unser Nachbarland wahrlich unschlagbar. Am Ende stand eine glatte Null auf der Ergebnisliste. Es gab lediglich einen einzigen Abwurf, der als Streichergebnis gewertet werden konnte. Koen Vereecke lieferte mit Quinoa de la Liniere ebenso eine doppelt fehlerfreie Leistung wie Frederic Vernaet mit Orak d´Hamwyck T&L und Gilles Thomas mit Riesling van´t Roosakker. Einzig bei Jeroen Appelen und King CJS fiel eine einzige Stange.
Die Briten mussten einen zählenden Abwurf hinnehmen. Das Team aus Tschechien kam auf ebenfalls vier zählende Punkte, hatte aber eine geringfügig schlechtere Zeit im zweiten Umlauf und ritt so auf den dritten Platz.
Und auch Deutschland hatte am Ende vier zählende Punkte. Es wurde deshalb enorm knapp. 207,35 Sekunden standen 207,78 Sekunden entgegen. Doch dieses bisschen Pech sollte nicht überbewertet werden. Vor allem lohnt sich stattdessen ein Blick auf die Top-Leistung von Nationenpreis-Debütantin Paula de Boer-Schwarz. Die hatte vor ein paar Tagen stolz bei Instagram gezeigt, wie sie die Kleidung der Nationalmannschaft auspackt.
„Das war immer mein großer Traum, einmal Nationenpreis für Deutschland zu reiten!“, gab sie vor dem Springen zu. „Es ist ein unglaublicher Traum, der da heute wahr wurde. Mit einer Doppelnullrunde als Krönung!“ Denn mit ihrer zwölfjährigen OS-Stute My Miss Marpel OLD blieb sie zweimal ohne jeden Makel.
Der zweite Debütant tat es ihr gleich. Denn auch für den deutschen Vizemeister Tom Schewe war es in Lier der allererste Nationenpreis im Seniorenlager. Er ritt dabei den neunjährigen Congress Blue PS. „Wahnsinn, hier eine Doppelnull abzuliefern. Ich freue mich riesig und bin meinem Pferd unendlich dankbar!“, betonte Schewe.
Maurice Tebbel musste mit dem zehnjährigen Cornet Obolensky-Sohn Crazy EP zwei Abwürfe in Runde zwei hinnehmen, ritt aber in Runde eins fehlerfrei nach Hause. Für Kendra Claricia Brinkop standen mit dem ebenfalls zehnjährigen Gatsby le Magnific jeweils vier Punkte auf dem Konto.
Co-Bundestrainer Ralf Runge hätte sich sicher mehr über Platz eins und zwei gefreut als über Rang vier, war aber dennoch glücklich. „Das war hochklassiger Sport, alle sind toll geritten, schließlich trennten uns nur Zehntel-Sekunden von einem Podestplatz. Es war einfach Pech im Spiel. Das ist die Herausforderung der EEF-Serie, noch recht jungen Reitern und Pferden Erfahrung und Vertrauen zu geben, gleichzeitig Paare für den Spitzensport aufzubauen und auf Turnieren mit guten Leistungen zu überzeugen.“
Das komplette Ergebnis gibt es hier.