Das Videomaterial von TV 2/FYN erschüttert.
Dänemark hat nach Helgstrand Dressage und den Konsequenzen für Andreas Helgstrand sowie dem Material von Carina Cassøe Krüth wieder einen Fall der Misshandlung von Pferden. Es sind bestürzende Bilder, die einen Trainer dabei zeigen, wie er Pferde mehrfach im Training vom Boden aus schlägt. Die Videos zeit der der dänische TV-Sender TV2/FYN und hat auch einige Zeugen dazu befragt.
Zu sehen ist Jon D. Pedersen. Er ist 69 Jahre alt und hat 2000 und 2004 an den Olympischen Spielen in Sydney und Athen teilgenommen. Außerdem gewann er bei zwei Europameisterschaften, 1999 in Arnheim und 2001 in Verden, Bronze mit dem dänischen Team. Besonders erfolgreich war er in jenen Jahren mit Esprit de Valdemar. Bereits 1989 gab er sein Championatsdebut in Mondorf. Fortan war er mehrfach in dänischen Championatsmannschaften vertreten.
Seit 1988 war Pedersen im Dalumgaard Rideklub in der Nähe von Odense als Trainer tätig. Noch schlimmer wiegen die aktuellen Missbrauchsvideos bei einem Blick in die Vergangenheit. Denn bereits 1997 gab es anscheinend laut TV2 belastendes Videomaterial. Ebenfalls einer Dokumentation des Senders mit dem Titel „Heste sladrer ikke“, was so viel bedeutet wie „Pferde reden nicht“, kam ans Licht, dass ein namentlich nicht genannter Trainer seine Pferde damals mit ‚harten Maßnahmen‘ trainierte. Später wurde laut TV2 bestätigt, dass es sich bei besagtem Trainer um Pedersen handelte. Konsequenzen gab es jedoch, wie aus dem jetzigen Bericht hervorgeht, anscheinend keine.
Folgen für Pedersen
Dass der Trainer nun wieder zu sehen sein soll, wie er mehrere Pferde vom Boden mit der Peitsche misshandelt, hat dagegen Folgen. Die Videos ziehen polizeiliche Ermittlungen nach sich. Der dänische Verband will die Situation prüfen und hat Ermittlungen eingeleitet. Als Konsequenz aus den aktuellen Videos beendete außerdem der Dalumgaard Rideklub seine Zusammenarbeit mit Pedersen sofort und will all seine Pferde eingehend tierärztlich untersuchen lassen.
Pedersen hat indes seine Schuld eingestanden. Auf der Website des Dalumgaard Rideklubs wird er wie folgt zitiert:
„Ich bedauere zutiefst die Situationen und das Training, die in den Videos zu sehen sind. Ich kann gut nachvollziehen, dass die Bilder heftige Reaktionen hervorrufen, und es tut mir aufrichtig leid, welche Belastung diese Angelegenheit sowohl für die Pferde als auch für den Verein, die Mitglieder und den Reitsport im Allgemeinen bedeutet hat. Ich akzeptiere die Entscheidung des Vorstands und möchte keine weitere Unruhe um den Reitverein Dalumgaard verursachen.“
Wie sich diese ‚Reue‘ auf den Fall von Jon D. Pedersen auswirken wird, ist unklar.