Salzdusche fürs Pferd © Christiane Slawik

Das Abspritzen von Pferden ist weit mehr als nur Wellness. Salzwasser kann die positive Wirkung einer Dusche verstärken und ergänzen.

Der Salzgehalt im Blut und in den Geweben ist bei allen Säugetieren nahezu identisch – ganz egal ob bei Pferd, Mensch oder Delphin. Er liegt möglichst konstant bei isotonischen 0,9 Prozent. Bei diesem universellen Wert laufen die lebenswichtigen Funktionen in der Regel störungsfrei.

Wirklich spannend ist: Der Wert entspricht exakt dem Salzgehalt des sogenannten „Urmeeres“, aus dem alle Lebewesen vor Milliarden von Jahren entstanden sind. Wir sind also alle gewissermaßen ein Urmeer mit unterschiedlichen Körperformen und uns in unseren Bestandteilen extrem ähnlich. Die Salzgehalte der heutigen Ozeane liegen übrigens deutlich höher. Genau deshalb kann kein Säugetier Salzwasser unbeschadet trinken!

Salzlösung, Heilmittel für kleine Wunden

Salz kann auch bei der Behandlung kleinerer Wunden zum Einsatz kommen. Gibt es kleine und oberflächliche Blessuren am Pferdekörper, hilft das vorsichtige Abtupfen mit einer schwachen Salzlösung. Geben Sie dafür einfach eine Hand voll reinem Speisesalz in einen halbgefüllten Eimer mit lauwarmem Wasser.

Die Salzlösung trocknet die Wunde aus und wirkt antibakteriell, das bedeutet, mögliche Bakterien sterben ab, so dass die Gefahr einer Entzündung deutlich reduziert, und die Wundheilung beschleunigt wird. Solch eine leichte Sole können Sie auch zur unterstützenden Behandlung beispielsweise von Mauke nutzen.

Pferd mit kleiner Wunde

Hat sich das Pferd eine Schramme zugezogen, wirkt die Behandlung mit einer Salzlösung entzündungshemmend. (© Christiane Slawik)

Würzige Salzdusche für die Hautregenration

Als natürlicher Helfer kommt Salz nicht nur als Sole-Nebel oder Halo-Staub zum Einsatz: Die Salzdusche ist ein Gesundheitsbooster, der die positiven Eigenschaften von Salz auf die Pferdegesundheit nutzt und in jüngster Zeit zunehmend im Trend liegt.

Hersteller bieten für eine gesundheitsfördernde Salzdusche sogenannte Sole- oder Meersalzsticks an. Ihre Anwendung ist unkompliziert und von jedem Pferdehalter daheim problemlos durchzuführen: Man braucht lediglich den am Waschplatz vorhandenen Wasserhahn samt Schlauch und Duschkopf. Die Installation ist mit ein paar Handgriffen getan, denn der Stick wird einfach wie ein „Zwischenstück“ eingesetzt.

Das Heilmittel Salz gegen Hautirritationen

Durch den hohen Natriumgehalt in den Meersalzsticks wird Feuchtigkeit auf der strapazierten Haut gebunden und überschüssiges Fett abtransportiert. Schuppige Haut löst sich und die Regeneration der Schutzbarriere wird auf natürliche Weise unterstützt. Hiervon profitieren beispielsweise Ekzemer sowie Pferde, die unter leichteren Hautirritationen leiden. Ihr Hautbild verbessert sich, der Juckreiz wird gelindert und die Pferde scheuern sich weniger.

Salzdusche fürs Pferd

Am Waschplatz ist der Meersalzstick schnell installiert. (© Christiane Slawik)

Übrigens: solch eine pflegende Dusche tut auch der strapazierten Haut des Reiters gut. Und es gibt fürs heimische Badezimmer entsprechende Tools. Auch hier lässt sich die Salz spendende Vorrichtung ganz einfach in die bestehende Armatur installieren.

Salz für Pferde: Heilmittel gegen dicke Beine?

Bei dicken Beinen ist Salz Fluch und Segen zugleich. Salz kann – beispielsweise durch Fehler in der Fütterung – das Anlaufen der Beine begünstigen. Äußerlich angewendet, kann es aber auch zur Linderung von angelaufenen Beinen beitragen.

Sogenannte „dicke Beine“ können unter anderem durch (zumeist harmlose) Wassereinlagerungen entstehen. Der Blut- und Lymphrückfluss in den Beinen, meist in den Hinterbeinen, funktioniert hierbei häufig nicht ausreichend. Betroffen sind vielfach ältere Pferde oder Pferde mit langen Stehzeiten. Aber auch Pferde, die falsch gefüttert werden, zeigen mitunter die Tendenz zu angelaufenen Beinen. Doch warum begünstigt Salz die Entstehung von diesen dicken Beinen?

Wie Salz Wassereinlagerungen begünstigt

„Normales“ Salz, besteht aus Natrium und Chlorid. Genau dieses Natrium ist maßgeblicher Mineralstoff für die Regulierung des Flüssigkeitshaushalts. Zu viel vom Natrium im Blut zieht ausgleichend Wasser in die Blutgefäße: Der Körper versucht nämlich, den natürlichen und gesunden Salzstatus in Balance zu halten, indem er Wasser im Gewebe einlagert. Besonders in den (Hinter-)Beinen, bei denen die Schwerkraft den Rückfluss des Blutes zum Herzen erschwert, manifestiert sich das dann häufig als Schwellung.

Salzwasser: Helfer bei Wassereinlagerungen

Salzwasser – äußerlich angewendet – ist ein hervorragendes natürliches Mittel, um Schwellungen und den Lymphstau an den Pferdebeinen zu lindern. Es entzieht dem Gewebe überschüssige Flüssigkeit und fördert die Durchblutung. Dadurch wird der Blut- und Lymphabfluss angeregt und Ödeme – also Wassereinlagerungen – bilden sich zurück. Zusätzlich wird der Abtransport von Abfallstoffen gepusht. Das Ganze funktioniert nach dem natürlichen Prinzip der Osmose.

Bei der Osmose handelt es sich um einen Konzentrationsausgleich zweier unterschiedlich intensiver Flüssigkeiten, die durch eine halbdurchlässige Membran getrennt sind. Wasser fließt dabei immer dorthin, wo die Konzentration an gelösten Stoffen – wie beispielsweise Salz – höher ist. Doch wie kommt die „Osmose“ nun ans Pferdebein?

Anwendung einer Salzwasser-Bandage für Pferde

  1. Lösen Sie zunächst etwa zwei bis drei Esslöffel reines Haushaltssalz in einem Liter warmem Wasser
  2. Tränken Sie damit eine Bandagenunterlage oder ein großes Wattevlies
  3. Bandagieren Sie das Bein mit dem hypertonischen Wickel
  4. Lassen Sie diesen Umschlag für rund 30 bis 60 Minuten am Pferdebein

Achtung: Um Stauungen zu vermeiden, sollten keine Elastikbandagen ohne Unterlage verwendet werden!

Das Heilmittel Salz in der Hydrotherapie fürs Pferd

Bei der sogenannte Kaltwasser-Hydrotherapie oder auch Kaltwasser-Salzanwendung relaxt das Pferd in einer Art wohltuendem Whirlpool und lässt sich von dem sprudelnden und nur rund zwei Grad kühlen Salzwasser erfrischen und seine schwere Beine wieder munter massieren.

Beim Aquatrainer, einem Unterwasser-Laufband, steht die Bewegung im Salzwasser im Vordergrund. Neben den positiven Effekten für strapazierte Pferdehaut, beispielsweise bei Mauke, ist es hier die Salzwasser-Dichte, die mit Druck und Auftrieb besondere Trainingsimpulse setzt.

Pferd im Aquatrainer

Die erhöhte Dichte sowie der Kühleffekt des Wassers durch den Zusatz von Salz kommen auch in speziellen Wasserboxen und Aquatrainern zum Tragen. (© Lisa Dijk)

Schüssler Salze: feinstoffliche Power fürs Pferd

Im Gegensatz zum grobstofflichen Natrium-Chlorid sind die sogenannten Schüssler-Salze homöopathisch aufbereitete Mineralstoffe, die den Körper bei der Selbstheilung unterstützen sollen. Das geschieht auf feinstofflicher Ebene.

Die insgesamt 27 Grund- und Ergänzungssalze sind nach ihrem Entdecker Dr. Wilhelm-Heinrich Schüssler benannt. Der homöopathische Mediziner mit Faible fürs Selbststudium vertrat die Ansicht, dass jede Krankheit durch ein Ungleichgewicht der im Körper vorkommenden Mineralsalze entstehe. Seine Idee: Durch den Ausgleich dieses Defizits könne eine Heilung in Gang gesetzt werden. Seine Salze dienen dabei als „Zell-Impulse“.

Schüssler Salze werden über die Mundschleimhaut aufgenommen. Im Allgemeinen werden sie von Pferden gerne oder zumindest unproblematisch gefressen. Die Dragees schmecken leicht süß und können einfach ins Futter gegeben, oder aufgelöst im Trinkwasser oder per Maulspritze verabreicht werden.

Hand auf Pferdeschnauze

Die Schüssler-Salze-Dragees werden von Pferden in der Regel problemlos gefressen. (© Christiane Slawik)

Achtung, aggressiv: Streusalz

Streusalz, das im Winter die Wege eisfrei hält und gefährlicher Glätte vorbeugt, greift die Pferdehufe an! Es entzieht dem Hufhorn massiv Feuchtigkeit. Durch dieses Austrocken wird der Huf spröde und rissig. Insbesondere die Bereiche Strahl und der Kronrand sind durch das Salz strapaziert und können durch den ständigen Kontakt gereizt werden. Auch die empfindliche Haut in der Fesselbeuge leidet unter dem aggressiven Salz und reagiert im schlimmsten Fall mit Entzündungen.

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