Wie kann die GOT verträglicher gestaltet werden?
Pferdesport Deutschland, Deutscher Galopp und der Hauptverband für Traberzucht (HVT) haben sich in einem gemeinsamen Gespräch mit Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer für eine kurzfristige Entlastung von Pferdehaltern, Züchtern und Betrieben ausgesprochen. Nach Auffassung der Verbände belasten die seit 2022 geltenden Regelungen der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) die gesamte Pferdebranche erheblich und tragen zu rückläufigen Pferdebeständen, sinkenden Züchterzahlen sowie einem Rückgang von Veranstaltungen und Bedeckungen bei.
Die Verbände fordern daher, die Verbindlichkeit der GOT 2022 kurzfristig aufzuheben. Und zwar unabhängig von der noch laufenden Evaluierung. Darüber hinaus sprechen sie sich unter anderem für die Abschaffung der Hausbesuchsgebühr bei Pferden aus. Dazu für mehr Flexibilität bei der Rechnungsstellung durch Pauschalen oder Rabatte. Auch eine Begründungspflicht für erhöhte Gebührensätze sowie eine stärkere Berücksichtigung der Perspektive der Tierhalter im Evaluierungsprozess sind im Gespräch.
Kritisch sehen die Verbände zudem die laufende Evaluierung der GOT, die ihrer Ansicht nach nicht ergebnisoffen sei. Sie bemängeln, dass wesentliche Aspekte wie die Auswirkungen auf Tierhalter und Tierwohl, die Entwicklung der Tierzahlen, Behandlungen und Euthanasien sowie Markt- und Wettbewerbsentwicklungen bislang nicht ausreichend berücksichtigt würden.
Erstmals traten Pferdesport Deutschland, Deutscher Galopp und HVT gemeinsam gegenüber dem Bundesminister auf und unterstrichen damit ihre einheitliche Position. Ziel sei eine tragfähige Lösung, die sowohl eine wirtschaftlich tragbare Pferdehaltung und Pferdezucht als auch eine verlässliche tierärztliche Versorgung sicherstellt. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer verwies darauf, dass zunächst die Ergebnisse der laufenden Evaluierung abgewartet würden. Mit deren Vorlage rechnet das Bundesministerium im Oktober 2026.