Ein Pferdeflüsterer zum Verlieben? Wir hätten da vorher noch drei Fragen.
Wer als Reiterin auf dem Datingmarkt unterwegs ist, kennt das Phänomen vermutlich: Kaum fällt das Wort Pferd, stellt sich heraus, dass das Gegenüber rein zufällig ebenfalls über erstaunliche Reiterfahrung verfügt. Der eine ist als Kind regelmäßig auf dem Ponyhof gewesen, der nächste saß im Urlaub schon einmal auf einem Pferd und wieder ein anderer hatte angeblich sogar ein eigenes. Natürlich alles ganz ohne Hintergedanken. Schließlich gibt es kaum etwas Attraktiveres als einen Mann, der weiß, an welchem Ende eines Pferdes der Schweif sitzt.
Nun wollen wir niemandem seine reiterliche Vergangenheit absprechen. Vielleicht schlummert hinter dem charmanten Lächeln tatsächlich ein ehemaliger Springreiter. Vielleicht war es aber auch nur der zehnminütige Ponyritt auf dem Jahrmarkt 1998, der in der Erinnerung über die Jahre zu einer beeindruckenden Reiterkarriere herangewachsen ist. Wer seine Pferdekenntnisse testen möchte, muss nicht gleich ein gemeinsames Wochenende im Stall vereinbaren. Drei kleine Fragen reichen fürs Erste.
1. Was ist der Unterschied zwischen einem Hengst und einem Wallach?
Beginnen wir mit einer Frage, die selbst Menschen mit überschaubarer Pferdeerfahrung beantworten können sollten. Der Unterschied ist schließlich nicht ganz unerheblich und sorgt bei männlichen Gesprächspartnern erfahrungsgemäß gern einmal für ein unwillkürliches Zusammenzucken. Besonders dann, wenn man beiläufig ergänzt, dass Wallache im Alltag häufig als unkomplizierter gelten. Wer die Frage souverän beantwortet, hat die erste Hürde genommen. Wer nachfragt, ob Wallach eine Pferderasse sei, sollte seine angebliche Reiterkarriere vielleicht noch einmal überdenken.
2. Was ist ein Vorderzeug?
Hier wird es schon etwas anspruchsvoller. Denn während man Hengst und Wallach vielleicht noch aus einem Pferdefilm kennt, dürfte das Vorderzeug außerhalb der Stallgasse für einige Fragezeichen sorgen. Nein, es handelt sich weder um ein besonders wichtiges Körperteil noch um Werkzeug, das ausschließlich vorne am Pferd zum Einsatz kommt. Wer eine halbwegs plausible Erklärung liefert, darf sich durchaus ein paar Pluspunkte gutschreiben. Wer bei dem Begriff an etwas Unanständiges denkt, sorgt immerhin für Gesprächsstoff.
3. Was ist eine Schabracke?
Zum Abschluss noch ein Begriff, den Pferdemenschen vermutlich häufiger verwenden als das Wort Steuererklärung. Für viele Reiterinnen ist die Schabracke schließlich längst mehr als ein schnöder Ausrüstungsgegenstand. Dass man davon mindestens zwölf Stück besitzt, obwohl man eigentlich immer dieselben drei benutzt, ist ein anderes Thema. Wer allerdings bei Schabracke an eine ältere, schlecht gelaunte Dame denkt, hat immerhin sprachgeschichtlich nicht völlig danebengegriffen. Als Antwort auf unsere Frage hilft ihm das trotzdem wenig.
Und, hat er bestanden?
Natürlich machen drei richtige Antworten noch keinen Pferdeprofi. Und wer ehrlich zugibt, bisher nur wenig mit Pferden zu tun gehabt zu haben, ist uns ohnehin sympathischer als jemand, der sich mit erfundenen Turniererfolgen interessant machen möchte. Schließlich muss der potenzielle Traummann weder einen fliegenden Galoppwechsel beherrschen noch den Unterschied zwischen einer Trense und einer Kandare erklären können.
Ein bisschen echtes Interesse reicht für den Anfang völlig aus. Und wer weiß: Vielleicht entwickelt sich aus dem nächsten Date ja tatsächlich eine große Liebe. Im besten Fall sogar eine, bei der er irgendwann freiwillig am Sonntagmorgen um sieben Uhr mit zum Stall fährt.