Allzu oft macht man sich im Stallalltag keine Gedanken mehr darüber, ob die Ausrüstung wirklich perfekt ist. Benutzt wird, was zur Hand ist. Doch zum Jahresstart sollten Sie auch Altbewährtes mal unter die Lupe nehmen.
Gerade zum Jahresbeginn lohnt es sich, die Reitausrüstung bewusst zu kontrollieren. Denn was regelmäßig genutzt wird, sollte dem Pferd wirklich passen. Oft sind es gerade die unscheinbaren Details, die über Wohlbefinden oder Unbehagen entscheiden.
Wenn Polster zum Problem wird
Auf dem Rücken und an den Beinen lautet die Devise nicht: Je mehr gepolstert, umso besser. Dasselbe gilt für den Kopf des Pferdes. „Doublierte Trensen, also gepolsterte Reithalfter, sind nicht unbedingt pferdefreundlicher, nur weil sie doppellagig sind. Die Auflagefläche bleibt dieselbe, und meistens tragen gepolsterte Lederstücke zu sehr auf. Das Wichtige ist, dass das Reithalfter nicht auf die empfindlichen Nervenbahnen des Kopfes, die Jochbeine oder die Ohrknorpel drückt.“
Anzeichen, dass etwas drückt oder nicht passt, können Kopfschütteln, Kopfschlagen, Zähneknirschen, fehlende Losgelassenheit oder Anlehnungsprobleme sein. Auch ein extra dick gepolsterter Kurzgurt kann für das Pferd zwar in der Gurtlage angenehm sein, „wirklich sinnvoll ist er aber erst, wenn er die richtige Länge für das jeweilige Pferd hat, sodass die Schnallen nicht im Ellbogenbereich liegen, wo sie Scheuerstellen verursachen und die Bewegung einschränken können“.
Zur guten Reitausrüstung gehört der richtige Sattel
Einen Sattel optimal anpassen zu können erfordert viel Fingerspitzengefühl, Fachwissen und Erfahrung. Wichtig ist, dass der Sattel nicht nur dem Pferd passt, sondern auch der Reiterin oder dem Reiter. Sitzt der Sattel auf dem Pferderücken optimal, hat aber eine so kleine Sitzfläche, dass die Reiterin sich eingezwängt fühlt und nicht zum Sitzen kommt, ist das nicht zweckdienlich.
In den meisten Fällen passt ein korrekt angepasster Sattel mit einer einfachen Schabracke oder Satteldecke. Hat das Pferd eine schwierige Sattellage, befindet es sich im Muskelaufbau oder Ähnliches, kann man sich mit einem Pad eine Zeitlang aushelfen. Aber es sollte nicht der ultimative Ausrüstungsgegenstand sein, der nur einen optischen Zweck erfüllt.
Passende Unterlagen für den Sattel
Mittlerweile gibt es Schabracken, die nur am Vorderzwiesel oder hinter den Sattelkissen einen Lammfellaufsatz haben, so wird der Modegeschmack befriedigt, ohne die Sattellage zu verändern. Auch ein extra dick gepolsterter Kurzgurt kann für das Pferd zwar in der Gurtlage angenehm sein, wirklich sinnvoll ist er aber erst, wenn er die richtige Länge für das jeweilige Pferd hat und die Schnallen keine Scheuerstellen verursachen oder die Bewegung einschränken.
Eine Sattelunterlage soll den Schweiß des Pferdes von der Sattelpolsterung abhalten. Sie sollte luftdurchlässig, sauber und trocken sein, faltenfrei aufliegen und nicht auf den Widerrist drücken. Zusätzliche Sattelunterlagen sollten nur bei Problemfällen verwendet werden, da sie den Reiter zu weit vom Pferd entfernen.
Bandagen als Teil der Reitausrüstung – richtig angelegt?
Bandagen und Gamaschen schützen die Pferdebeine gegen äußere Verletzungen, z. B. durch Streichen oder Anschlagen an Hindernissen. Sie haben keine stützende oder entlastende Funktion. Das Anlegen von Bandagen muss sachgemäß erfolgen, um Blutstauungen, Druckschäden und Bewegungsstörungen zu vermeiden.
Die Bandage wird am Röhrbein angelegt und von oben nach unten bis um den Fesselkopf herum und wieder aufwärts gewickelt, wobei die Wickelung etwas schräg gelegt wird. Die Fesselbeuge bleibt frei. Bandagen dürfen weder zu fest noch zu locker angelegt werden oder Falten schlagen.
Das passende Gebiss fürs Pferd
In den Leitlinien zum Umgang mit und zur Nutzung von Pferden unter Tierschutzgesichtspunkten steht: „Die Zäumung muss passend und richtig verschnallt sein; sie darf weder die Atmung beeinträchtigen noch die Maultätigkeit des Pferdes unterbinden. Bei Verwendung von Kandaren muss das Augenmerk auch auf die korrekt angebrachte Kinnkette bzw. den Kinnriemen gelegt werden, die bzw. der einen erheblichen Einfluss auf die ausgeübte Hebelkraft der Kandarenbäume auf den Unterkiefer hat.“
Die einfach gebrochene Wassertrense ist ein Basisgebiss, ein Olivenkopfgebiss liegt durch die fixierten Ringe ruhiger und stabiler im Maul. Denselben Effekt noch etwas verstärkt hat die Schenkeltrense. Ein Pelham wirkt durch die Anzüge und Kinnkette schärfer im Maul und auch im Genick.
