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Dressur-EM Crozet: Justin Verboomen ist Europameister – Werth gewinnt Bronze


Bild vergrößern Das Podium nach dem Grand Prix Special bei den Dressureuropameisterschaften 2025: Cathrine Laudrup-Dufour, Europameister Justin Verboomen und Isabell Werth.

Das Podium nach dem Grand Prix Special bei den Dressureuropameisterschaften 2025: Cathrine Laudrup-Dufour, Europameister Justin Verboomen und Isabell Werth. (© Stefan Lafrentz)

Die Shootingstars dieser Saison haben erneut alle in ihren Bann gezogen – und sind die frisch gekürten Dressur-Europameister: der Belgier Justin Verboomen und sein erst neunjähriger Zonik Plus. Isabell Werth gewann Bronze und Katharina Hemmer ritt den besten Grand Prix Special ihres Lebens.

Das war erneut ein Krimi, der sich heute in der ersten Einzelentscheidung im Grand Prix Special bei den Dressur-Europameisterschaften im französischen Crozet abspielte – und bei dem der Belgier Justin Verboomen mit dem neunjährigen Zonik Plus wie schon beim CHIO Aachen für Gänsehautmomente sorgte. Es war wieder einmal ein Ritt, der mit Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit in nahezu jeder Lektion bestach. Die gesamte Trabtour und die Passagen zählen sicherlich zu den großen Highlights der Prüfung. In den Piaffen und Serienwechseln braucht es nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, wie sich diese mit der weiteren Reife, fortschreitender Kraft und Balance des Hannoveraner Hengstes entwickeln können. 82,371 Prozent lautete das Ergebnis des Paares – Gold, Europameister!

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Da sind sie, die neuen Europameister: Foto: FEI/Leanjo de Koster

Da sind sie, die neuen Europameister: Justin Verboomen und Zonik Plus. Foto: FEI/Leanjo de Koster

„Ich kann immer noch nicht glauben, was gerade passiert ist“, sagte der 38-Jährige. „Gestern und heute habe ich so viel Druck gespürt – auch Druck, den ich mir selbst gemacht habe. Das war schwer zu bewältigen. Zonik ist noch so jung, und ich habe das Gefühl, dass wir noch so viel zusammen lernen müssen. Ich bin sprachlos.“

Besagte Reife hat die 16 Jahre alte Mount St. John Freestyle gewiss. Unter dem Sattel der Dänin Cathrine Laudrup-Dufour punktete die Hannoveraner Stute nicht nur in der Trabtour, den Zweierwechseln und Pirouetten. Einzig einen Fehler in den Einerwechseln mussten sie verbuchen. 81,687 Prozent lautete das Ergebnis – der Silberrang. „Freestyle fühlte sich absolut großartig an. Sie war so weich, ich konnte sie wirklich auf die geschmeidigste Art vorstellen. Auf Gold zu zielen ist schwer mit einer so großartigen Gruppe von Reitern. Aber das motiviert mich eher, noch besser zu werden. Am Sonntag werden wir alles geben.“

Spielten all ihre Routine gekonnt aus: Cathrine Laudrup-Dufour und Freestyle. Foto: FEI/Leanjo de Koster

Spielten all ihre Routine gekonnt aus: Cathrine Laudrup-Dufour und Mount St. John Freestyle. Foto: FEI/Leanjo de Koster

Isabell Werth und Wendy – „es muss nicht immer Gold sein“

Gespannt waren alle auf die letzte deutsche Reiterin im Viereck: Isabell Werth. Mit der Sezuan-Tochter Wendy de Fontaine nimmt sie mit ihrem bereits zehnten Pferd an Europameisterschaften teil. Zu den Highlights ihrer Runde zählten sicherlich die Piaffen und die Traversalen. In den Einerwechseln sprang die Stute einmal hinten nicht durch. Mit 79,027 Prozent holten sie Bronze. Und es wäre nicht Isabell Werth, wenn sie nun nicht hochmotiviert wäre, um am Sonntag auf dem Treppchen weiter hochzuklettern: „Da werden wir morgen schon konsolidieren. Da bin ich auf der Spur, dass ich noch ein bisschen angreife. Beim Grand Prix Special fehlt noch ein bisschen Kraft und Erfahrung. Die Kür ist auf sie zugeschnitten.“

Isabell Werth und Wendy

Isabell Werth und Wendy auf dem Weg zu EM-Bronze im Grand Prix Special.Foto: Stefan Lafrentz

Sie sei grundsätzlich zufrieden, der Grand Prix sei der „Gamechanger“ gewesen, „und heute bin ich mit dem dritten Platz wirklich zufrieden, weil ich weiß, wo wir im Moment stehen.“ In der Wechseltour fehle einfach noch die nötige Lässigkeit, Sicherheit und Schnellkraft. „Der Rest ist super geworden – der Schritt, Piaffe, Passage, die Übergänge, das ist alles top. Es muss nicht immer Gold sein und die anderen hier auf dem Podium habe ich schon auf dem Plan gehabt.“

Hammer, Katha Hemmer!

Den Ritt ihres Lebens zelebrierte heute Katharina Hemmer mit dem Oldenburger Destano-Nachkommen Denoix PCH. Auf der Schlusslinie war ihr genau im Gesicht anzusehen – und auch ihrem Trainer Hubertus Schmidt: Das lief heute mehr als nach Plan. Denoix war heute zu jeder Sekunde bei seiner Reiterin. Persönliche Bestleistung mit 78,809 Prozent und Rang vier.

„Am Ende des Tages zählen für mich gar nicht so sehr die Prozente, sondern mehr das Gefühl. Und das war heute richtig gut.“ Das sei heute ihr Personal Best gewesen – und zwar nicht nur wegen der Punkte, sondern auch aufgrund des Gefühls. „Bevor ich auf die letzte Linie geritten bin, habe ich mir noch gesagt: ‚Jetzt bring’s zu Ende‘, um nicht in so eine Euphorie zu verfallen. Man muss wirklich den Fokus behalten.“

Im Vergleich zum Grand Prix eine Schippe drauflegen konnten heute Frederic Wandres und sein Bluetooth OLD (75,942 Prozent). Am Ende wurde es Rang sieben. Ingrid Klimke und Vayron NRW waren heute auf dem besten Weg, vorne mitmischen zu können – bis, ja bis den beiden ein ärgerlicher Fehler unterlief. Statt der gefragten Galopptraversalen bot Vayron die Zweierwechsel an. Punktabzüge fürs Verreiten kamen die beiden teuer zu stehen: 71,389 Prozent, Rang 16. Damit hätten sie es zwar von der Rangierung her in die Kür geschafft, allerdings dürfen nur drei Paare pro Nation an den Start gehen.

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Sie ist mit Pferden groß geworden und verbrachte jede freie Minute im Stall, im Sattel oder auf der Weide. Während ihres Studiums entdeckte sie ihre zweite Leidenschaft: den Journalismus – in Praktika und unzähligen Stunden als „rasende Reporterin“ auf Sportplätzen bei Wind und Wetter. 20 Jahre lang begleitete sie journalistisch die Fachzeitschrift Reiter Revue International – erst als Volontärin, dann als Redakteurin, und zuletzt als Redaktionsleiterin print. Zwischendurch machte sie für drei Jahre selbstständig, um an ihren Studienort Münster zurückzukehren (das private Glück konnte nur dort warten) und sich beruflich breiter aufzustellen. Später schrieb sie ein Kindersachbuch – natürlich über Pferde – und engagiert sich seit Gründung der Bewegung #doitride, deren Talks sie bis heute regelmäßig moderiert. In ihrer Rolle bei Hooforia möchte sie den Pferdesport mit konstruktivem Journalismus begleiten – kritisch hinschauen, Lösungen aufzeigen, Zusammenhänge erklären und den Dialog fördern.

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