Seit einem Jahr gibt es die Initiative „100 Schulpferde plus“. Nun zieht Thomas Ungruhe, Leiter des FN-Teams Pferdesportentwicklung, Bilanz.
Vor einem Jahr brachte die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) gemeinsam mit der Reit-WM Aachen 2026 die Initiative „100 Schulpferde plus“ an den Start. Seitdem unterstützt die Aktion über regelmäßige Verlosungen Reitschulen in ganz Deutschland mit unterschiedlichen Förderleistungen. Dazu gehören Bezuschussungen beim Ankauf von Schulpferden, Futter, Einstreu, Turnierpferdeeintragungen, Lern- und Lehrmaterialien, Reitschulberatungen und Seminare bis hin zu Ausrüstungs-Paketen und Bezuschussungen von Trainerausbildungen.
Thomas Ungruhe, Leiter des FN-Teams Pferdesportentwicklung, zieht nach einem Jahr „100 Schulpferde plus“ in einem interessanten Interview der FN Bilanz.
Vor einem Jahr wurde die FN-Initiative „100 Schulpferde plus“ offiziell gestartet. Wie würden Sie das erste Jahr in einem Satz zusammenfassen?
Das erste Jahr hat gezeigt, dass unsere Initiative genau den Nerv der Reitschulen trifft und mit konkreten Förderleistungen spürbare Unterstützung im Schulpferdebereich leistet.
Wie fällt Ihre Bilanz nach zwölf Monaten aus?
Sehr positiv. Es haben sich rund 1.500 Vereine mit Reitschulen beworben. Das hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen und zeigt, wie dringend die Hilfsangebote benötigt werden. Wir konnten bisher Fördermittel in Höhe von 1,5 Millionen Euro akquirieren, davon haben wir im ersten Jahr bereits 500.000 Euro an die Vereine ausgeschüttet.
Das Herzstück der Initiative sind die Schulpferde. Wie viele neue Schulpferde konnten durch die Initiative bisher angeschafft werden?
Wir haben im ersten Jahr 22 Schulpferde-Bezuschussungen in Höhe von 5.000 Euro verlost. 15 Vereine haben bereits ein Schulpferd gefunden. Die Vereine haben nach dem Gewinn der Förderung die Möglichkeit, sich in Ruhe auf die Suche nach einem Schulpferd zu machen. Alle wissen, dass es nicht einfach ist, ein für die Reitschulbelange passendes Pferd zu finden. Umso mehr freut es mich, dass die Vereine gezeigt haben, dass sie mit viel Energie und Leidenschaft Pferde gefunden haben. Aber nicht nur das, die Strategie, Reitschulen konsequent zu unterstützen und in den Fokus zu rücken, trägt und es entstehen Folgeprojekte, die diese Aspekte aufgreifen.
Welche Folgeprojekte haben sich aus der Initiative entwickelt?
Ein tolles Beispiel ist das Schulpferde-Casting in Marbach, das der Pferdesportverband Baden-Württemberg gemeinsam mit dem Pferdezuchtverband ins Leben gerufen hat. Dort werden gezielt Pferde für den Einsatz im Reitschulbetrieb gesucht und mit potenziellen Käufervereinen zusammengebracht. Solche Projekte sind eine wertvolle Ergänzung zur finanziellen Förderung, weil sie Vereine bei der oft schwierigen Suche nach einem passenden Schulpferd unterstützen. Genau solche Impulse möchten wir mit 100 Schulpferde plus anstoßen.
Wie wichtig ist die Zusammenarbeit mit Partnern wie der Reit-WM Aachen 2026 und weiteren Unterstützern?
Extrem wichtig. Ohne das Engagement unserer Partner aus Pferdewirtschaft und Pferdesport wäre dieses Fördervolumen nicht möglich. Die Reit-WM Aachen 2026 leistet dabei einen besonderen Beitrag, denn neben der finanziellen Unterstützung wollen wir gemeinsam mit Aachen im Rahmen der WM 2026 die Bedeutung des Schulpferdes als Basis des Pferdesports sichtbar macht. Spitzensport und Basissport stehen hier bewusst in Verbindung, denn wir bauen die Brücke vom Basis- zum Spitzensport und füllen sie im engen Schulterschluss mit Leben.
Was erwartet die Vereine in der weiteren Projektlaufzeit?
Wir befinden uns in der zweiten Projektphase und bereiten die nächsten Förderrunden vor. Bereits im März steht die sechste Verlosung an, auch dann wird es wieder zahlreiche Förderleistungen und Schulpferde-Bezuschussungen geben. Die Bewerbungen laufen weiter und Vereine können sich jederzeit anmelden – jede Verlosung bietet neue Chancen auf Förderleistungen. Im August werden wir das Thema Schulpferde und Reitschulen im Rahmen der WM präsentieren. Der Sonntag, 16. August, wird zum Tag der Reitschulen. Darauf freuen wir uns schon jetzt.
Was möchten Sie den Vereinen mit Reitschulen noch mitgeben?
Mein Dank gilt allen Vereinen, die trotz aller Hindernisse mit viel Herzblut einen Schulpferdebereich führen. Reitschulen sind entscheidend für den Zugang zum Pferdesport – hier entsteht die Begeisterung für unsere Leidenschaft. 100 Schulpferde plus ist eine gemeinsame Initiative und Bewegung, die zeigt: Wenn wir zusammenarbeiten, können wir echte Verbesserungen schaffen.
