Internationaler Springreiter Club IJRC nimmt Stellung zur „Blood Rule“


Bild vergrößern Blut am Pferd

Wie geht es weiter mit der Blood Rule? Nun meldet sich der IJRC zu Wort. (© Christiane Slawik)

Die Lockerung der sogenannten „Blood Rule“ wird von den meisten Seiten als falscher Weg angesehen. Nun hat sich der IJRC zum Thema geäußert.

Die Lockerung der Blood Rule lässt die Gemüter hochkochen. Die meisten Reaktionen fallen hierzulande negativ aus. Die Verantwrotlichen der FEI-Generalversammlung in Hongkong stimmten dennoch für eine Lockerung. Die FN bezeichnet dieses Vorgehen als den „falschen Weg“. Nun hat sich auch der Internationale Springreiter-Club IJRC zum Thema geäußert und eine ausführliche Stellungnahme abgegeben.

Darin heißt es wie folgt im Wortlaut:

„[…]In einer separaten Abstimmung wurde auch der neue Artikel 259 bezüglich der neuen Spring-Verwarnung (Jumping Recorded Warning) angenommen. Der neue Artikel schreibt eine obligatorische „Jumping Recorded Warning” für alle Fälle vor, in denen Blut durch den Reiter („Athlete induced”) oder durch Sattelzeug/Ausrüstung verursacht wird. Erhält ein Reiter innerhalb von 12 Monaten zwei „Jumping Recorded Warnings”, wird er automatisch für einen Monat gesperrt und muss eine Geldstrafe von 1000 CHF zahlen. Außerdem müssen nach der neuen Regelung alle Fälle von Blutungen von der Bodenjury zusammen mit dem offiziellen FEI-Tierarzt überprüft werden, um festzustellen, ob das Pferd „wettkampftauglich” ist. Das Pferd darf nur dann am Wettbewerb teilnehmen, wenn es wettkampftauglich ist.

Leider gab es in den letzten Wochen trotz eines transparenten Konsultationsprozesses seit März Verwirrung, Fehlinterpretationen und falsche Informationen in den Medien und auf sozialen Plattformen. Während dieser Zeit hat der IJRC regelmäßig Updates zu ihren Vorschlägen für künftige Sanktionen und andere Regeln veröffentlicht. Es ist wichtig zu betonen, dass Blutfälle im Springreiten nur sehr selten vorkommen. Bis Oktober 2025 gab es von 340.000 Starts in FEI-Springwettbewerben nur bei 0,029 % der Starts einen Blutfall.

IJRC hofft auf verhältnismäßigere Reaktion

Die IJRC hat sich nie für mildere Sanktionen bei Blutvergießen ausgesprochen und ist der Ansicht, dass die neue Regel sogar strenger ist und schwerwiegendere Konsequenzen nach sich zieht. Die IJRC bedauert, dass Kritiker Artikel 259 isoliert betrachtet haben, anstatt ihn in Verbindung mit den ergänzenden Regeln zu sehen, die eine Disqualifikation bei Sporenabdrücken (auch wenn kein Blut sichtbar ist) und bei Misshandlung von Pferden vorsehen, die an das FEI-Tribunal verwiesen werden können, um schwerwiegendere Sanktionen zu verhängen.

Von Anfang an strebte der IJRC eine verhältnismäßigere Reaktion an: Eine winzige Verletzung an einem Pferd führte letztes Jahr zum Ausschluss der gesamten brasilianischen Mannschaft von den Olympischen Spielen in Paris, was wir für übertrieben halten. […]

In ALLEN Fällen, in denen Blut festgestellt wird, müssen Pferde von der Bodenjury in Absprache mit dem Veterinärdelegierten als wettkampftauglich eingestuft werden, bevor sie die Veranstaltung fortsetzen dürfen. Die Regel, die es der Bodenjury erlaubt, das Pferd während der Prüfung aus Sicherheits- oder Tierschutzgründen zu stoppen, bleibt unverändert und gilt weiterhin. Die Aufgabe der Offiziellen und des Vorsitzenden der Bodenjury, denen das IJRC volles Vertrauen schenkt, bleibt klar und unverändert. […]“


Alexandra Koch Freie Journalistin
Alle Artikel von Alexandra Koch

Seit über 15 Jahren arbeitet Alexandra Koch (Jahrgang 1983) als freiberufliche Journalistin. Durch ihre Tätigkeit für zahlreiche Fachmagazine in Deutschland, Österreich und der Schweiz verbindet die studierte Kulturwissenschaftlerin ihre Leidenschaft für Pferde mit ihrer lebenslangen Liebe zum Schreiben. Noch bevor sie zur Schule ging, war schließlich kein Lesestoff vor ihr sicher und jedes Pony wurde ausgiebig geherzt. Mit News, Interviews, Reportagen sowie Hintergrundberichten ist sie heute vielfältig unterwegs. Ebenso begeistert sie sich für Reisen mit kleinen und großen Abenteuern (wie ihre Spitzbergen-Tour im Winter 2025) und für die Arbeit an ihrem ersten Roman.

1 Kommentar
  1. So, so, jetzt wollens sie es nicht gewesen sein … bzw. wurden immer nur falsch verstanden.
    Ein Reiter mit Ehre und Anstand steigt ab, wenn er sein Pferd verletzt hat. Sporenverletzung…kann vorkommen, geht aber immer auf die Kappe des Reiter, der seine Hilfsmittel nicht richtig einzusetzen vermochte, ebenso ein blutendes Maul. Fertig und aus.
    Bleibt abzuwarten ob die Super-Sponsoren SAP, Rolex, Longines usw. sich gerne mit dem Image von unehrenhaften Reitern in Verbindung bringen lassen wollen.


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