Prof. Heinz Meyer 89-jährig verstorben


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Prof. Heinz Meyer war Buchautor, Chefredakteur, Soziologe und Psychologe - und vor allem ein großer PFerdemensch. (© Kosmos Verlag)

Professor Heinz Meyer, Jahrgang 1936, arbeitete über 40 Jahre für unterschiedliche Median, u.a. den St. Georg und Reiter Revue International.

Prof. Dr. Heinz Meyer war Psychologe und Soziologe und er war ein Pferdemann durch und durch. Bereits Ende Januar ist er im Alter von 89 Jahren in Brüssel bei einer seiner vielen Reisen verstorben.

Meyer lehrte an wissenschaftlichen Hochschulen in Aachen und Wuppertal und verband in Forschung und Lehre sozialwissenschaftliche Perspektiven mit hippologischen Fragestellungen.

Meyer wuchs auf einem landwirtschaftlichen Betrieb mit Pferdehaltung auf und kam früh mit dem Reitsport in Kontakt. Seit seiner Jugend ritt er aktiv und stellte selbst ausgebildete Pferde erfolgreich in Spring- und Dressurprüfungen vor. Über mehr als vier Jahrzehnte analysierte und kommentierte er in Fachmedien den internationalen Turniersport, mit besonderem Schwerpunkt auf dem Dressurgeschehen.

Als Chefredakteur und später als ständiger Mitarbeiter der Fachzeitschrift St. Georg prägte er die fachliche Diskussion ebenso wie als hippologischer Berater der Reiter Revue International. In späteren Jahren veröffentlichte Meyer verstärkt Beiträge in veterinärmedizinischen Fachzeitschriften. Im Zentrum seiner wissenschaftlichen Arbeiten stand die interdisziplinäre Verknüpfung psychologischer und soziologischer Analysen mit biologischen Erkenntnissen, insbesondere aus Verhaltensforschung und Evolutionsbiologie.

Autor vieler bekannter Werke

Zu seinen wichtigsten Buchveröffentlichungen zählen unter anderem „Die klassische Reitkunst“ (2 Bände), „Mensch und Pferd“, „Der Mensch und das Tier“, „Geschichte der Reiterkrieger“, „Das Erlebnis Reiten“, „Reiten und Ausbilden“, „Roll-Kur: Die Überzäumung des Pferdes“, „Schmerz, Heißbrand und Transponder“ sowie „Zur Implantation des Transponders beim Reitpferd“. In diesen Arbeiten setzte er sich kritisch und differenziert mit Ausbildungsfragen, ethischen Aspekten des Pferdesports sowie mit tiermedizinischen und züchterischen Themen auseinander.

Meyer war zudem Mitglied einer Arbeitsgruppe, die sich für den Erhalt und die sachgerechte Umsetzung der klassischen Reitlehre im nationalen und internationalen Pferdesport einsetzte.

 „Prof. Heinz Meyer hat in den vergangenen Jahren verschiedene sehr interessante Artikel veröffentlicht, Immer wieder hat er mit sehr viel Tiefgang die klassische Reitlehre und deren Umsetzung beleuchtet. Wir haben mit Prof. Meyer einen außergewöhnlichen Experten und neutralen Berater verloren, dessen Kompetenz und objektive Einschätzungen für die Entwicklung im Pferdesport sowie in der deutschen Pferdezucht eine bedeutende Rolle gespielt haben“, bedauert Thies Kaspareit Leiter Ausbildung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN).


Alexandra Koch Freie Journalistin
Alle Artikel von Alexandra Koch

Seit über 15 Jahren arbeitet Alexandra Koch (Jahrgang 1983) als freiberufliche Journalistin. Durch ihre Tätigkeit für zahlreiche Fachmagazine in Deutschland, Österreich und der Schweiz verbindet die studierte Kulturwissenschaftlerin ihre Leidenschaft für Pferde mit ihrer lebenslangen Liebe zum Schreiben. Noch bevor sie zur Schule ging, war schließlich kein Lesestoff vor ihr sicher und jedes Pony wurde ausgiebig geherzt. Mit News, Interviews, Reportagen sowie Hintergrundberichten ist sie heute vielfältig unterwegs. Ebenso begeistert sie sich für Reisen mit kleinen und großen Abenteuern (wie ihre Spitzbergen-Tour im Winter 2025) und für die Arbeit an ihrem ersten Roman.

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