Schluss mit blauen Zungen – 7 Anregungen für den Reitsport


Bild vergrößern Blaue Zungen sind in den meisten Fällen sehr negative Zeichen. Doch es geht auch anders.

Blaue Zungen sind in den meisten Fällen sehr negative Zeichen. Doch es geht auch anders. (© Christiane Slawik)

Der Reitsport steht in der Kritik, das ist nicht von der Hand zu weisen. Dabei gibt es nicht nur Negativbeispiele, sondern auch feine Ritte und Pferde, die Spass an ihren Aufgaben haben.

Blaue Zungen dürfen aber nicht einfach ignoriert werden. Mögliche Ansätze und Schlussfolgerungen für die Praxis:

Eine blaue Zunge darf keinesfalls einfach ignoriert werden. Sieben mögliche Ansätze und Schlussfolgerungen für die Praxis.

Blaue Zungen vermeiden. Aber wie?

  1. Wettkampf‑ und Trainingsrichtlinien überdenken: Kann ein Pferd zum Beispiel in einer Dressurprüfung mit hohen Noten bewertet werden, wenn es das Maul bereits sichtbar aufsperrt und/oder ein Schmerzgesicht sowie Unwohlsein zeigt?
  2. Regelmäßige Maulkontrollen: sowohl im Training, als auch auf dem Turnier. Dabei sollten nicht nur akute Verletzungen im Fokus stehen, sondern auch chronische Befunde wie Narben, Verfärbungen oder Pigmentveränderung.
  3. Gebisswahl und Einstellung sorgfältig prüfen: Jedes Pferdemaul ist anders. So auch in Bezug auf die Maulhöhle und die Dicke/Form der Zunge. Es muss also die passende Gebissstärke und -form gewählt werden, die zur Maulhöhlenanatomie des Pferdes passt. Hier kann es sinnvoll sein, sich von Experten beraten zu lassen.
    Dann ist es noch wichtig, in das Pferd hineinzufühlen, mit welchem Gebiss es sich wohl fühlt. Das kann sich im Laufe des Pferdelebens aus unterschiedlichen Gründen (wie zum Beispiel Wachstum oder altersbedingte Zahnleiden) ändern.
  4. Verschnallungen kontrollieren: Nasenriemen, Sperrriemen sowie die Kinnkette der Kandare dürfen nicht zu straff angezogen werden. Das Pferd braucht den Spielraum, um locker und entspannt atmen und kauen zu können. Auch hier gilt es auf Turnieren neben dem Maul/den Gebissen ein besonderes Augenmerk darauf zu legen.
  5. Kontrollen nicht abgeschirmt von der Öffentlichkeit: Wer nichts zu verbergen hat, kann sich auch zeigen. Klar, die Kontrolle des Pferdes sollte in Ruhe stattfinden, dennoch nicht völlig abgeschirmt von Publikum, Fotografen oder auch Kameraleuten, die filmen.
  6. Bewusstsein schaffen und Dokumentation verbessern: Fotos, Video, Protokolle aber auch Zeugenaussagen können Experten helfen, Fälle mit blauer Zunge möglichst objektiv zu beurteilen.
  7. Reiterhand und Zügelführung schulen: Es ist nicht nur die Ausrüstung, sondern auch die Einwirkung des Reiters. Daher sollte im Training immer wieder auf feine Hilfengebung und eine Vermeidung von zu hohem beziehungsweise dauerhaft hohem Druck geachtet werden.

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