Stolz auf Jagerbomb: Becky Moody. © ww.sportfotos-lafrentz.de / Tiffany van Halle

Stolz auf Jagerbomb: Becky Moody.

4:50 Uhr: Moody vor Simonson und Kittel

Am Ende lautet das Ergebnis Becky Moody mit Jagerbomb vor Christian Simonson mit Indian Rock und Patrik Kittel mit Touchdown. Besonders freuen dürfen wir uns über den sechsten Platz von Moritz Treffinger und Fiderdance. Wirklich großartig bei ihrem ersten großen gemeinsamen Auftritt. Moritz muss sich vermutlich selbst kneifen. Nicht ganz wie erhofft lief es für Raphael Netz und Dieudonné als Zwölfte. 

Moritz Treffinger und Fiderdance.

Toller sechster Platz für Moritz Treffinger und Fiderdance. (© www.sportfotos-lafrentz.de / Tiffany van Halle)

„Das fühlt sich alles ganz cool an hier“, freute sich Siegerin Becky Moody. „Hier sind so viele jubelnde Leute. Manchmal ist es ein bisschen schwierig, sich zu konzentrieren. Aber Jagerbomb ist einfach mein Baby. Wir machen alles zusammen. Und heute lief es einfach super! Ich denke, am Samstag wird das Publikum noch einmal wilder drauf sein. Aber wir freuen uns unendlich auf unseren Auftritt!“

„Dass ich heute auf dem Podium stehen darf, fühlt sich völlig surreal an“, erklärte der zweitplatzierte Christian Simonson. „Das Publikum ist unglaublich. Dieser Jubel, der Enthusiasmus überall. Wir waren wirklich beflügelt und Indian Rock hat mir heute durch die Prüfung geholfen. Wir haben eine unglaubliche Freundschaft und haben das heute gezeigt, denke ich. Ich freue mich unglaublich auf die Kür!“

„Mir hat es heute gefallen, dass das Publikum so mitgegangen ist und ‚Go, Patrik‘ gerufen hat. Nicht ganz einfach, aber ich musste da einfach kämpfen. Hier ist alles typisch Texas-Style. Es hat viel Spaß gemacht“, betonte der drittplatzierte Patrik Kittel.

4:40 Uhr: Dieudonné mit viel Aufregung

Einen Ritt auf dem Vulkan gab es zum Abschluss von Raphael Netz und dem 13 Jahre alten, aber noch unerfahrenen Dieudonné. Der Dante Weltino-Sohn zeigte seine deutliche Anspannung vom Einreiten und der Grußaufstellung an. Dennoch gab es Höhepunkt, wie etwa die Passagen. Raphael Netz hatte alle Hände voll zu tun, aber brachte ‚Dieuli‘ durch die Prüfung und konnte ihm hoffentlich viel Sicherheit geben, die sich positiv in der Kür auswirkt. Beim Rausreiten nach der Prüfung zeigte Dieudonné allerdings noch einmal seine ganze Anspannung, als er sogar kurz auf zwei Beinen stand. Die Richter vergaben für die Leistung im Viereck 67,891 Prozent und damit den zwölften Platz für die beiden.

Raphael Netz und Dieudonne

Anspannung bei Dieudonné, den Raphael Netz trotzdem gut durch die Prüfung zu bringen wusste. (© www.sportfotos-lafrentz.de / Tiffany van Halle)

4:25 Uhr: Becky Moody und Jagerbomb gehen in Führung

Etwas angespannt waren Patrik Kittel aus Schweden und Touchdown unterwegs. Der 14 Jahre alte Quaterback-Sohn gewann mit dem Schweden vor zwei Jahren das Weltcup-Finale. Nun sind es 72,869 Prozent. Er reiht sich hinter Christian Simonson ein.

Und dann kommen Becky Moody und ihr selbstgezogener Jagerbomb. Moody zeigt mit dem zwölf Jahre alte Dante Weltino-Sohn sofort, dass sie die Favoriten sind und dieser Rolle auch gerecht werden. Es gibt zahlreiche Höhepunkte und wenig, was man viel besser hätte machen können. Die Leistung der beiden ist einfach beeindruckend. Sie sind in fast jeder Lektion absolut sicher und harmonisch unterwegs. Eine tolle Runde der beiden und die Führung mit 76,761 Prozent.

3:55 Uhr: Deutliche Führung für Christian Simonson und Indian Rock

Der US-Amerikaner Christian Simonson ist mit seinen 23 Jahren der zweitjüngste Reiter nach Moritz Treffinger beim Weltcup-Finale. Und er liefert das von den US-Amerikanern allseits erhoffte Top-Ergebnis. Derzeit ist Simonson die Nummer zwölf der Welt, er stand aber auch schon in den Top Ten – und das alles dank Indian Rock. Den hatte er im vergangenen Jahr von der Niederländerin Emmelie Scholtens übernommen, die mit Indian Rock bei den Olympischen Spielen in Paris dabei war. Doch mit Simonson sieht alles noch etwas besser aus. Indian Rock ist nun 13 Jahre, gereift und der Apache-Sohn aus der niederländischen Zucht bildet mit Simonson ein tolles Paar. 75413 Prozent heißt es am Ende nach einem Grand Prix mit vielen Highlights. Die deutliche Führung.

Etwas hinter den hohen Erwartungen zurück bleiben dann die Polin Sandra Sysojeva mit ihrer erst zehnjährigen Maxima Bella. Die beiden waren schon bei den Olympischen Spielen in Paris. Und spätestens seit damals gilt die Millennium-Tochter als ein absolutes Traumpferd. Dennoch wirkte die Oldenburgerin an diesem Tag etwas angespannt und äppelte schließlich in der letzten Piaffe. 71,696 Prozent lautete das Ergebnis der beiden.

3:30 Uhr: Führung für Ecuadorianer Julio Mendoza Loor

Die erste Hälfte der Dressurreiter ist bereits durch. Moritz Treffinger durfte diesen ersten Teil vor der Pause mit seinem 17 Jahre alten Fiderdance abschließen. Und was soll man sagen? Dieser junge Mann ist 22 Jahre, reitet bei seinem ersten, völlig unerwarteten Weltcup-Finale – und zeigt eine Leistung, die man wahrlich erst einmal in den Sand zaubern muss. Vielleicht hat sein ‚Fidel‘, der Bonhomme-Hengst, ihn auch ein bisschen mitgenommen und ihm noch ein wenig mehr Selbstvertrauen gegeben. Er war ja schon einmal mit Simone Pearce in den USA bei einem Weltcup-Finale 2023 unterwegs. Jedenfalls zeigten die beiden eine mutige Vorstellung, nicht verrückt geritten, sehr harmonisch. Ein paar kleine Hakler hier und da, aber insgesamt wirklich toll und schön anzusehen. Und Moritz Treffinger freute sich!

„Ich bin überglücklich“, erklärte er. „Es ist unbeschreiblich hier!“ Seine erste USA-Reise, sein erstes Turnier überhaupt, das weiter als der europäische Kontinent entfernt ist. Das Größte, was er sich bislang überhaupt vorstellen konnte oder vielleicht nicht einmal vorgestellt hatte. 71,109 Prozent lautet das Ergebnis des Grand Prix. Es ist vor der Pause Platz zwei.

Den ersten Platz belegt ein anderes Paar, das über sich hinauswuchs. Julio Mendoza Loor aus Ecuador mit einem Pferd, das ihn zwanzig Dollar kostete, der 15 Jahre alte Bretton Woods-Sohn Jewel´s Goldstrike. Die beiden ritten zu glatten 72,000 Prozent – und das gleich als erstes Paar der Konkurrenz. Danach flossen Tränen. Und auch im Interview ließ der Ecuadorianer den Emotionen freien Lauf.

Zahlreiche Emotionen von allen Seiten

„Mein Pferd ist mein Partner und heute hat er alles für mich gegeben. Ich bin zum ersten Mal hier und er wusste genau, wie wichtig das heute ist. Als ich rausgeritten bin, kamen mir die Tränen. Dieses Pferd bedeutet mir neben meiner Frau und meiner Familie einfach alles. Er hat mich zwanzig Dollar gekostet und jetzt sehe ich, wie weit wir gekommen sind. Es ist unglaublich. Immer noch. Ich kann gar nicht beschreiben, was mir dieses Pferd bedeutet!“, erklärte er.

Und bei noch einer Reiterin gab es viele Tränen: Morgan Barbançon. Die Französin ist derzeit Vierte hinter der drittplatzierten Alexa Fairchild aus Belgien mit dem 15 Jahre alten Delatio-Sohn Fairplay. Morgan Barbançon ritt auf dem ältesten Pferd, dem zwanzig Jahre alten Sir Donnerhall II von Sandro Hit aus der Oldenburger Zucht.

„Ich bin so stolz auf mein Pferd. Er ist zwanzig Jahre alt. Er hat alles für mich gegeben. Wir waren bei den Olympischen Spielen, bei sechs Weltcup-Finals. Wir sind seit 14 Jahren zusammen. Er ist mein ‚Horse of a Lifetime‘. Sir Donnerhall war heute wieder einmal wie eine Rakete unterwegs. Er ist eine Rakete, auch mit zwanzig“, betonte sie.

Die Live-Ergebnisse gibt es übrigens hier.

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