Place to be nach der Prüfung: Wer nicht im Sattel oder am Rande des Turnierplatzes saß, traf sich in Goch unter dem Pagodenzelt zum Durchatmen.
Vier Tage Turnier, hunderte Pferde, tausende Handgriffe. Wer bei den Hetzel Young Horse Masters nur auf den Parcours schaut, verpasst einen großen Teil dessen, was die Veranstaltung ausmacht.
Denn während auf dem Springplatz um Sekunden und Strafpunkte gekämpft wird, laufen hinter den Kulissen ganz andere Geschichten ab. Manche sind witzig, manche bemerkenswert, manche stimmen nachdenklich. HOOFORIA war vor Ort und hat einige davon eingesammelt.

Bei diesem Turnier stellen die Nachwuchspferde ihr Können unter Beweis. Hier zu sehen Laurens Houben aus dem Team Hetzel. (© Frederike Markett)
Die wohl kleinste Gerte der Welt
Beim Abreiten fiel Hendrik Dowe nicht nur wegen seiner Entscheidung für das Pferdewohl auf, sondern auch wegen eines ungewöhnlich kurzen Ausrüstungsstücks: Seine Gerte dürfte gute Chancen auf den inoffiziellen Titel „kleinste Gerte des Turniers“ haben.
Dahinter steckt allerdings kein modischer Gag, sondern eine ganz bewusste Entscheidung. „Ich bin eher ein Typ, der lieber ohne Gerte reitet, aber der kurze Stock stört nicht, und trotzdem nimmt es das Pferd wahr, sodass man vielleicht so ein bisschen Zug hat. Ich fühle mich so superwohl und reite viel damit.“
Bei den Hetzel Young Horse Masters steht das Pferdewohl im Vordergrund
Obwohl Hendrik Dowe zunächst hoffte, dass sich sein ungutes Gefühl beim Abreiten legen würde, zog er seinen Start schließlich zurück. Sein Pferd fühlte sich in Trab und Galopp ungewöhnlich an und wurde auch nach einigen Sprüngen nicht sicherer. Für Dowe war deshalb klar, dass er im Sinne seines Pferdes auf den Start verzichtet.
„Beim Springen habe ich gemerkt, dass es überhaupt keinen Sinn hat, er unsicher war und ich ihm dann im Parcours das nicht zumuten wollte, dass wir überfordert oder nicht in der Topform sind.“ Sein Rat für den Umgang mit jungen Pferden: „Und wenn man doch merkt, dass ein Pferd vielleicht irgendwo doch leicht überfordert ist, sollte man lieber einmal einen Gang zurückschrauben und zurückziehen, als das Risiko einzugehen.“
Wie sich das Turnier gegen die Brandgefahr wappnete
Wochenlange Trockenheit und heiße Fahrzeugteile: Selbst der Parkplatz wurde bei den Hetzel Young Horse Masters zum Sicherheitsthema. Nach einer Beratung durch die Feuerwehr ließ das Veranstaltungsteam das als Parkfläche genutzte Stoppelfeld besonders kurz mulchen. Zusätzlich wurde das Gelände feucht gehalten, die Feuerwehr war vor Ort, und im Vorfeld fand sogar eine Feuerwehrübung statt.

HOOFORIA mit dabei: Das Turnier in Goch lebt nicht nur von den Prüfungen, sondern auch von seiner besonderen Atmosphäre. (© Frederike Markett)
Wie bei den Hetzel Young Horse Masters der Groom ausfiel
Für Gerrit Nieberg begann das Turnier in Goch anders als geplant: Weil seine Pflegerin krankheitsbedingt ausfiel, musste der Springreiter seine Pferde kurzerhand selbst für den Start vorbereiten. Eine ungewohnte Zusatzaufgabe, die ihm noch einmal deutlich machte, wie viel Arbeit abseits des Parcours geleistet wird.
„Mein Tag ging recht interessant los, weil leider meine Pflegerin krank ist, ich insofern alles alleine machen musste und noch mal mehr gemerkt habe, wie viel Arbeit das ist, wenn man das Drumherum auch mitmachen muss.“

