Die Haflinger sind los in Aachen!
Wir schauen für euch wieder genau hin uns bringen euch auch am ruhigeren Familientag auf den aktuellen Stand.
Zu Allererst: Trommelwirbel!!!
Der Haflinger-Weltrekord-Versuch ist geglückt!
158 Haflinger waren an der Quadrille beteiligt! Und es hat wirklich funktioniert, den vorherigen mit Friesen gehaltenen Weltrekord einzustellen! Gratulation an dieser Stelle!
Die HOOFORIA-Fachjournalistin vor Ort heute, Imke Perne-Harms, hat mit Anika Laubner nach der Quadrille gesprochen. Die Reitschulbetreiberin zeigte sich absolut begeistert:
„Das war ein absoluter Gänsehaut Moment beim Eintritt. Ich hätte nicht gedacht, dass wirklich so viele Leute da sind und uns zujubeln. Die Sonne kam raus, obwohl es den ganzen Tag geregnet hat. Das Wetter war also absolut auf unserer Seite.
Die Stimmung im Camp war wie eine Familie, die sich seit langem wieder gesehen hat, obwohl wir uns alle nicht kannten. Alle war sehr herzlich, hilfsbereit und die Pferde waren alle megacool. Ich hätte nicht gedacht, dass alles so harmonisch abläuft und unsere Pferde das so toll meistern. Wir haben ja nur zwei Tage gemeinsam trainier. Das war der absolute Wahnsinn! Insgesamt war das von Veranstalterseite eine echte Meisterleistung, 152 Pferde hierher zu bringen. Der Hof, auf dem wir untergebracht waren, war echt super. Top-Qualität alles. Für mich war das ein absoluter Moment zum Genießen. Die Rasse Haflinger begeistert ganz viele Freizeitreiter.
Ich finde es unglaublich gut und wichtig, dass die Orga in Aachen auf diese Weise das Kulturgut Pferd in all seinen Facetten präsentiert. Es gibt heute so viele Schaubilder unterschiedlichster Rassen, das ist großartig und bringt Sport und Freizeitreiter alle unter einem Hut der WM in Aachen zusammen.
Ich wünsche mir, dass die Menschen von diesem Tag heute mitnehmen, dass das Pferd ein jahrtausendealtes Kulturgut ist und bleiben muss. Und dass wir immer pro Pferd denken müssen!“
Toller Familientag
Ansonsten steht der Familientag heute ganz im Zeichen der Kinder. Der Zukunft des Reitsports. Ihnen das Kulturgut Pferd nahe zu bringen in all seinen Facetten ist das erklärte Ziel der Veranstalter. Gestern gab es dafür bereits die 100 Schulpferde Plus Challenge, bei der Raphael Netz als Richter auftrat und am Ende auch die Preise vergab. Begeisterung pur war da natürlich angesagt.
Heute gab es für die Kinder beispielsweise die Chance, bei der Kinderpressekonferenz Fragen an die Springreiter Marcus Ehning und Sophie Hinners, an den Voltigierer und zweifachen Team-Goldmedaillen- und Einzel-Silbermedaillengewinner Bela Lehnen sowie die Para-Dressurreiterin Regine Mispelkamp zu stellen.
Der Familientag ist bis jetzt bestens besucht. Während die Erwachsenen vor allem einen schönen Tag mit der Familie verbringen wollen, hat der elfjährige Silas schon einen kleinen Bildungsauftrag für sich formuliert: „Ich möchte erfahren, welches Futter Pferde fressen, was sie den ganzen Tag machen und was Reiter und Pferde alles anhaben.“ Und seine sieben Jahre alte Schwester Sylvie erzählt: „Als ich noch kleiner war, bin ich auf dem Pferd von meinem Onkel geritten, Macy ist heute schon 21.“
Die Mutter der beiden, Heidi Rössler, nickt: „Mein Bruder hat ein eigenes Pferd, das stimmt! Ich leider nicht – ich spare immer noch darauf. Wir wollen mit den Kindern heute einfach alles anschauen, etwas erleben und gucken, was es hier alles gibt. Hier ist viel Action – Reiter, die Shows und alles, was man sich sonst noch anschauen kann.“
Romy Wassong ist acht und bekommt seit drei Jahren Reitunterricht. Sie freut sich riesig auf den Tag auf der WM in Aachen.
„Ich mag Pferde, weil sie schön sind, weil es so viele verschiedene Arten gibt und weil man sich immer wieder von ihnen begeistern lassen kann. Am meisten begeistert hat mich die Show mit den Dülmener Wildpferden und als die Pferde auf das Tuch gestiegen sind.“
Ihre Mutter Laura Wassong fügt hinzu: „Wir sind total begeistert – vor allem davon, dass hier ein Familientag angeboten wird. An Karten für die WM zu kommen, war schließlich gar nicht so einfach. Wir sind eigentlich jedes Jahr beim CHIO. Das Gelände ist uns also gut bekannt.“
Und der Sport?
Da gibt es auch einige Neuigkeiten. Schöne und nicht ganz so schöne.
Zuerst das Tolle – der Medaillenspiegel: Der schaut für Deutschland genial aus und wir sind jetzt sehr gespannt, ob es im Springen, Vierspänner-Fahren und der Para-Dressur so weitergeht:
Nächste erfreuliche Nachricht: Die deutschen Springpferde sind ‚fit to compete‘. Alles super im Vet-Check für United Touch von Richard Vogel, Singclair von Sophie Hinners, Otello de Guldenboom von Daniel Deußer und Coolio von Marcus Ehning sowie Reservepaar Checker und Christian Kukuk.
Alle fünf Paare gehen in dem Trainingsspringen am morgigen Dienstag an den Start. Am Mittwoch steht für das deutsche Team ein Zeitspringen auf dem Plan. Die Ergebnisse zählen als erste Teamwertung, am Donnerstag beweisen sich die Paare über zwei Umläufe ehe am Freitag nach weiteren zwei Umläufen die Teamentscheidung fällt. Am Sonntag, 23. August, wird das Einzelfinale der Springreiter entschieden.
Dann noch eine gute Nachricht. Wir erinnern uns noch an das Pferd Zinny des Italieners Paolo Torlonia. Die Stute war plötzlich im Gelände lahm gegangen. Ihr Reiter stoppte augenblicklich und gab auf. Daraufhin kam Zinny in eine nahegelegene Tierklinik. Offenbar hat sie sich eine Weichteilverletzung zugezogen, keinen Schaden am Knochen. Ihr Reiter postete nun bei Instagram glücklich:
„Danke an alle, die gefragt und uns unterstützt haben. Das bedeutet uns viel. Wir kommen wieder. Es geht ihr wieder gut und sie wird bestens betreut.“
Nicht alle waren jedoch heute glücklich. Der Brasilianer und Teamreiter Yuri Mansur, dessen Sohn kürzlich Gold bei der Nachwuchs-EM in Hagen gewann, ganz gewiss nicht. Der Springreiter, der vor allem mit Vitiki große Erfolge erzielte und sein Land bei Olympischen spielen und Weltmeisterschaften vertrag, steht nicht mehr für das brasilianische Team zur Verfügung und schrieb auf seinen Social Media Accounts:
„Mehr als ein Jahrzehnt nach meiner Ankunft in Europa und nach einer langen Lebensphase, die ich der persönlichen Weiterentwicklung sowie der Würdigung und Vertretung meines Landes gewidmet habe, habe ich heute die schlimmste Episode dieser Reise erlebt. Nicht, dass diese Jahre einfach gewesen wären – ganz im Gegenteil. Ich musste mich mit so viel Inkompetenz, einem Mangel an fähiger Führung, Machtkämpfen unter den Athleten selbst, einem völligen Fehlen von Engagement für das, was wirklich zählt, sowie einem Mangel an Zusammenhalt und Siegermentalität auseinandersetzen. Jedes Jahr sind der Ablauf und das Ergebnis dieselben: Streit, Beleidigungen, absichtliche Kommunikationsverweigerung, ein Mangel an ehrlichen Regeln und Verfahren, Bevorzugung bestimmter Personen und keine Ergebnisse …
Natürlich haben einige von uns im Laufe der Jahre bemerkenswerte und unglaubliche Ergebnisse erzielt, aber als Team … ist es immer dieselbe Geschichte: „Fast geschafft“. Ich wurde von diesem Führungsteam auf die verabscheuungswürdigste Weise behandelt, die schlimmste, die ich je erlebt habe. Ich wurde erpresst und schlimm behandelt. Dennoch habe ich durchgehalten und alles für dieses Land gegeben.
Doch die Ereignisse dieses Sonntags, des 16. August 2026, haben jede Grenze in Bezug auf Ethik, Respekt und Fairness überschritten. Deshalb gebe ich mit großer Traurigkeit eine schwierige Entscheidung bekannt. Ab heute werde ich Brasilien nicht mehr bei Meisterschaften oder Nationen-Pokalen vertreten.
Allen Athleten, die zur Weltmeisterschaft reisen, um Brasilien zu vertreten, wünsche ich von ganzem Herzen viel Glück. Ich werde euch die Daumen drücken! Was dieses Managementteam angeht, empfinde ich nichts als Mitleid.“
Was genau vorgefallen ist, konnte noch nicht in Erfahrung gebracht werden. Doch wir wünschen Yuri Mansur alles Gute für eine für ihn im Sport erfolgreiche Zukunft.
Alles zur WM gibt´s hier.








