Dreijährigen Reitpferde: Flacon unter Jacob Schenk © Gesina Grömping/Equitaris

Die nötige Dynamik und gleichzeitig ein deutliches Lob für die Losgelassenheit des neuen Bundeschampions Flacon unter Jacob Schenk.

Den begehrten Titel und die Schärpe des Bundeschampions für die dreijährigen Reitpferde sicherte sich der hannoveranisch gezogene Dunkelbraune Flacon 21 unter Jacob Schenk. Diese Goldmedaille trägt eine ganz besondere Handschrift: Gezogen wurde der Nachwuchshengst von Michael Schenk, der gemeinsam mit Dorothee Schenk auch im Besitz dieses Hengstes ist. Für den Stall Schenk schloss sich damit ein perfekter Kreis: ein Pferd von der Fohlenweide bis auf den Goldrang in Warendorf zu begleiten, unterstreicht die Philosophie des Betriebs. Flacon verbindet über seinen Vater For Fontane die begehrte For-Romance-I-Linie mit Floris Prince auf der Mutterseite. Damit vereint der Hengst zwei interessante Dressurlinien in seiner Abstammung.

Im Viereck glänzte der Hengst und konnte auf ganzer Linie überzeugen. Absolute Spitze war seine sehr dynamische, bereits sehr gut ausbalancierte Galoppade, die die Richter mit einer 9,0 belohnten. Im Trab überzeugte er durch viel Dynamik und Vortritt ins Bergauf mit einer 8,5. Für den Schritt gab es eine Wertnote von 8,0. Gelobt wurde die Losgelassenheit sowie die altersgemäße Anlehnung. Daher gab es für die Rittigkeit eine 8,4. Am Vortag wurde das Gebäude bereits mit einer 8,1 benotet. Zusammen mit einer Wertnote von 8,7 für den Gesamteindruck unter dem Sattel ergibt das eine Gesamtwertnote von 8,46.

Silber & Traumnote für DSP Québec

Den Titel des Vize-Bundeschampion sicherte sich DSP Québec unter Leslie Rohrbacher. Gezogen von Lutz Jaap und im Besitz der Rothenberger Ventures GmbH führt der DSP-Hengst das Erbe des legendären Quaterback väterlicherseits und über eine Fidertanz-Mutter ebenfalls bestes Dressurblut. Quaterback bringt dabei nicht nur einen prominenten Namen mit: Der Hengst selbst wurde 2006 als Dreijähriger Bundeschampion. Für die phänomenale, energisch aus dem Hinterbein ins Bergauf gesprungene Galoppade von DSP Québec vergaben die Richter die Traumnote 9,5!

Ein freudiges Lächeln huscht seiner Reiterin über das Gesicht. Sie lobt den Hengst und kann in diesem Moment vielleicht schon ein wenig erahnen, wo die Reise hingeht. Mit einer 8,7 für den Trab die nächste mehr als gute Note. Im Schritt war der Dreijährige bei dieser Kulisse nicht ganz sicher in der Balance, was zu einer Wwertnote von 7,7 führte. Weiter ging es mit einer 8,0 für die Rittigkeit und der 7,8 für das Gebäude. Gemeinsam mit der 8,2 für die Harmonie und den Gesamteindruck unter dem Sattel erritt sich das Paar eine Geamtwertnote von 8,38.

Bronze für Obsidian Cadillac im Finale der dreijährigen Reitpferde

Das Podium komplettierte der dunkelbraune Oldenburger Hengst Obsidian Cadillac unter David Taylor auf dem Bronzerang. Gezogen wurde er von Gert Laisbo, Besitzer ist Karsten Schuck, Er vereint er moderne niederländische Dressurgenetik. Seine Abstammung führt über Obsession Taonga auf der Vaterseite und De Niro auf der Mutterseite.

Obsidian Cadillac bestach als Musterschüler in Sachen Losgelassenheit und Takt im in der Reitpferdeprüfung, was die Richter mit einer 8,5 für die Rittigkeit belohnten. Seinen stärksten Auftritt hatte er im Schritt, für den er eine 8,6 erhielt. Abgerundet durch Noten von 8,2 im Trab, 8,1 im Galopp, 8,0 fürs Gebäude und 8,5 für die Harmonie im Viereck bedeutete das eine Gesamtwertnote von 8,33 und den verdienten dritten Platz.

Gut Neuenhofs Moon River neue Bundeschampionesse

Manche Reiter betreten ungern als erstes Paar das Viereck. Doch manchmal ist bereits nach wenigen Minuten klar, welches Pferd die Nase vorn haben wird. Genau diese Marke konnte Danica Duen bei den dreijährigen Stuten und Wallachen am Donnerstagvormittag in Warendorf mit einer Wertnote von 9,15 setzen. Sie stellte Gut Neuenhofs Moon River vor. Die wunderschöne, lackschwarze Stute reiste mit einigen Erfolgen im Gepäck an: Im Juli 2026 siegte sie in der Qualifikationsprüfung für dreijährige Reitpferdestuten und -wallache in Münster-Handorf. Im August konnte sie sich zudem noch den Titel als Westfalen-Championesse der dreijährigen Reitpferde in Münster sichern.

Gut Neuenhofs Moon River stammt ab von Maxim aus einer Escolar-Mutter. Besitzer und Züchter ist die Gestüt Gut Neuenhof KG. Bereits beim Einreiten in die  DSP-Arena war klar: Der Schritt kann sich mehr als sehen lassen. Losgelassen über den Rücken, sicher und raumgreifend. Die Richter belohnten ihn mit der Traumnote 10,0. Mit sehr viel Motorik aus der Hinterhand abfußend und durch den Körper schwingend bei guter Rückentätigkeit vergaben die Richter die Wertnote 9,0 für den Trab. Der Galopp noch mit Luft nach oben, dennoch gab es für ihn eine 8,5. Ebenso für das Exterieur der Stute. Mit einer 9,5 für die Rittigkeit ergibt das eine 9,0 für Harmonie/Funktion.

Gut Neuenhofs Moon River

Gut Neuenhofs Moon River hat bei den dreijährigen Stuten und Wallachen auf voller Linie überzeugt und ist neue Bundeschampionesse mit einer Traumnote von 10,0 auf dem Konto. (© Gesina Grömping/Equitaris)

Sina Aringer prägt das Podium der dreijährigen Reitpferde

Was ist schöner, als es einmal unter die ersten Drei beim Bundeschampionat zu schaffen? Direkt mit zwei Pferden dabei zu sein! Das gelang Sina Aringer. Vize-Bundeschampion darf sich nun Sixpack 12 nennen. Der Wallach von Secret istmütterlicherseits auf Sir Donnerhall gezogen. Bereits beim Hannoveraner Championat 2026 hatte er den Sprung aufs Treppchen geschafft und Platz drei belegt. Züchter ist Mathias Schulze und der Wallach ist im Besitz von der Moormann-Hanke GbR.

Highlight des Pferdes war in dieser Prüfung der Galopp, der dafür mit einer 9,0 belohnt wurde. Der Trab schwungvoll, dynamisch, sicher abfußend, von hinten nach vorne ins Bergauf arbeitend. Das gab eine gerechtfertigte Wertnote von 8,8. Die gleiche Note erhielt Sixpack zudem für die Rittigkeit sowie Harmonie/Funktion. Der Schritt bleibt mit einer 8,7 in einem ähnlich guten Rahmen. Die Wertnote für das Exterieur wurde bereits gestern vergeben. Hier erhielt der Wallach eine 7,8. Das ergibt als Endnote eine 8,72.

Sina Aringer mit Sixpack

Sina Aringer konnte direkt zwei Pferde unter den Top drei der dreijährigen Stuten und Wallache platzieren. Hier zu sehen Sixpack. (© Gesina Grömping/Equitaris)

Secret erneut überzeugender Vererber

Auch auf dem dritten Rang findet sich ein Nachkomme des Secret: Spotlight 43. Muttervater ist kein geringerer als Fürst Romancier. Diese Stute ist ebenfalls im Besitz der Moormann-Hanke GbR. Züchterin ist Laura Brandenburg. Alle Grundgangarten liegen im Bereich zwischen 8,2 und 8,5. Dynamisch, mit gutem Durchsprung im Galopp, aktiv ins Bergauf und sicher schreitend mit gutem Überfußen im Schritt. Für die Rittigkeit erhielt Spotlight eine Wertnote von 8,5.

Die gestrige Gebäudenote war eine 7,5. Alles in allem eine Endnote von 8,30. Das Spannende aus Zuschauersicht: Beim Spectator Judging hatte der Vize-Bundeschampion Sixpack 12 beim Publikum mit deutlichem Abstand und einer Wertnote von 8,82 die Nase vorn. Gefolgt von Spotlight mit einer Wertnote von 8,12 auf Platz zwei und Gut Neuenhofs Moon River auf Platz drei mit einer Wertnote von 7,97.

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