Fünfjährige Dressurpferde © Gesina Grömping/Equitaris

Benjamin Franklin überzeugte bereits 2025 in Warendorf und sicherte sich den Titel des Vize-Bundeschampions.

In Warendorf treffen die besten Pferde eines Jahrgangs aufeinander, darunter auch fünfjährige Dressurpferde, die in ihrer Altersklasse um den begehrten Titel des Bundeschampions kämpfen. Für Reiter, Züchter und Besitzer sind die Erfolge dabei nicht nur eine herausragende sportliche Auszeichnung, sondern zugleich ein Gradmesser für Qualität, Entwicklung und das Zukunftspotenzial der Nachwuchspferde.

Den Dressurauftakt übernahmen am Mittwoch die fünfjährigen Nachwuchspferde. In der ClipMyHorse.TV Arena stand am Mittwochmorgen die Dressurpferdeprüfung Klasse L als Finalqualifikation auf dem Programm. 65 junge Pferde gingen in zwei Abteilungen an den Start. Und schon zum Auftakt wurde deutlich, dass die neue Generation einiges zu bieten hat. Platziert wurde in zwei Abteilungen.

Fünfjährige Dressurpferde: Benjamin Franklin mit traumhaften Noten

Mit einer herausragenden Gesamtnote von 8,86 gewann Benjamin Franklin, vorgestellt von Janina Tietze, die erste Abteilung. Der fünfjährige Hannoveraner Hengst von Bon Vivaldi NRW aus einer Mutter von Royal Blend trabte sich an die Spitze und erhielt für diese Gangart die Wertnote 9,3. Eine 9,0 gab es für den Gesamteindruck. Die weiteren Wertnoten verpassten nur knapp die Neuner-Marke: eine 8,8 für den Galopp und zweimal die 8,6 für den Schritt sowie die Durchlässigkeit. Gezogen wurde Benjamin Franklin von Wilhelm Kamps, Besitzer ist das Niedersächsische Landgestüt Celle.

Der Hengst reist mit einer beachtlichen Erfolgsbilanz nach Warendorf: Bereits im Vorjahr sicherte er sich als Vierjähriger den Titel des Vize-Bundeschampions. In der laufenden Saison 2026 legte er mit dem Sieg beim Hannoveraner Championat der fünfjährigen Dressurpferde nach. An diese Leistungen knüpft er nun in Warendorf nahtlos an.

Viva Weltina überzeugt mit 9,0 für die Durchlässigkeit

Auf Rang zwei folgt Viva Weltina, die unter Carola Koppelmann mit einer Wertnote von 8,68 belohnt wurde. Die Hannoveraner Stute von Viva Gold aus einer Mutter von Dante Weltino überzeugte vor allem mit ihrer Durchlässigkeit, für die es eine starke 9,0 gab. Für den Trab wurde eine 8,7 vergeben, für den Schritt eine 8,5 sowie eine 8,4 für den Galopp. Kein Wunder, dass auch die Wertnote für den Gesamteindruck bei 8,8 lag. Gezogen wurde Viva Weltina von Marietta Kappelhoff-Dorenkamp, Besitzer ist Ralf Hartmann. Mit Viva Gold steht ein Hengst an der Spitze ihres Pedigrees, der selbst international im Grand-Prix-Sport unterwegs war.

Die Kombination mit Dante Weltino auf der Mutterseite verbindet damit zwei interessante Dressurlinien. Auch in der diesjährigen Turniersaison hat diese Stute bereits mit guten Leistungen auf sich aufmerksam gemacht. Bemerkenswert war zudem, wie sicher sich die jungen Pferde in der für sie ungewohnten Umgebung präsentierten. Denn die Herausforderung vor dieser Kulisse ist für Youngster durchaus groß. Keine Seite des Vierecks gleicht der anderen: von der großen Tribüne an einer langen Seite bis hin zu Publikum an der Bande gegenüber, diversen Dekorationen und Trubel im Hintergrund.

Harmonie im Viereck und Platz drei für Louboutin

Schon zu Beginn der Prüfung war hier und da ein Wiehern vom Arbeitsplatz zu hören. Doch wir bekamen immer wieder nicht einfach nur talentierte Pferde zu sehen, sondern auch Reiter, die sich feinfühlig auf ihre vierbeinigen Partner eingestellt haben. Zurück zu den Platzierungen: Das Podium der ersten Abteilung komplettiert auf Platz drei Louboutin 8 mit Ricarda Mombach. Der Oldenburger Wallach von Las Vegas aus einer Feinrich-Mutter kam auf eine Gesamtnote von 8,54.

Seine stärkste Teilnote erhielt er im Trab: Hier vergaben die Richter eine 8,9. Im Schritt erhielt Louboutin eine 8,2, im Galopp eine 8,4 sowie jeweils eine 8,6 für die Durchlässigkeit und den Gesamteindruck. Züchterin des Dunkelfuchses ist Eva Krijnen, Besitzerin Julia de Ridder. Mit Las Vegas auf der Vaterseite und Feinrich als Muttervater treffen zwei Hengste aufeinander, die für moderne Dressurpferdezucht stehen.

Baila van der Rosi führt fünfjährige Dressurpferde in Abteilung zwei an

In der zweiten Abteilung durfte sich Sophie Jamar, die Baila van der Rosi vorstellte, über den Sieg freuen. Die DSP-Stute scheint eine Lieblingswertnote zu haben: die 8,8. Diese Wertnote vergaben die Richter Elke Ebert, Stefan Michalke und Henning Lehrmann direkt drei Mal: Für den Schritt, die Durchlässigkeit sowie den Gesamteindruck. Der Trab wurde mit einer 8,7 bewertet, der Galopp mit einer 8,4. Ergibt eine Gesamtwertnote von 8,70.

Baila van der Rosi stammt von Bon Courage aus einer Mutter von Rock Forever I ab. Züchterin ist Claudia Wolpert, Besitzer ist Marcus Beckmann. Auf Rang zwei der zweiten Abteilung platzierte sich Zinderella PS mit Wibke Hartmann-Stommel. Die fünfjährige Oldenburger Rappstute ist eine Tochter des Zenon und mütterlicherseits auf Grey Flanell gezogen. Züchter ist das Gestüt Lewitz, Besitzer sind die BG Hartmann GbR und die Paul Schockemöhle Pferdehaltung GmbH.

St. Anima zurück auf Erfolgskurs

Zinderella PS bringt dabei ein ausgesprochen interessantes Dressurpedigree mit: Ihr Vater Zenon geht auf den international erfolgreichen Glock’s Zonik zurück, während mit Don Schufro ein weiterer bedeutender Dressurvererber in der väterlichen Linie steht. Ihr Auftritt in Warendorf nun die Gelegenheit, sich auf der großen Nachwuchsbühne in Szene zu setzen. Belohnt wurde der Ritt mit einer Gesamtwertnote von 8,56. Auch hier ist die Durchlässigkeit mit einer 8,7 wieder hervorzuheben. Die Stute präsentierte sich sehr ausgeglichen im Viereck.

Den dritten Platz sicherte sich St. Anima, geritten und im Besitz von Silvia Busch-Kuffner mit einer Gesamtnote von 8,52. Die Hannoveraner Stute von Secret aus einer Mutter von Benetton Dream erhielt für die schwunghaften Gangarten sowie die Durchlässigkeit jeweils eine sehr gute 8,7. Mit einer 7,7 fiel der Schritt etwas aus dem Rahmen. Züchter von St. Anima ist Siegfried Kusel. Für St. Anima ist der dritte Rang besonders bemerkenswert, ebenso wie ihre noch so junge Turnierkarriere:

Erst Ende April gab St. Anima ihr Debüt im Turniersport. Nur wenige Wochen später wurde sie nach den Sichtungen in Warendorf für die deutsche Auswahl bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde nominiert. Aufgrund einer leichten Verletzung verzichtete Silvia Busch-Kuffner jedoch auf den Start in Verden. Das scheint sich ausgezahlt zu haben, denn nun meldet sich das Paar in Warendorf zurück und beweist, dass mit den beiden in diesem Jahr weiterhin zu rechnen ist.

Fünfjährige Dressurpferde machen Lust auf ein spannendes Finale

Der erste Tag der fünfjährigen Dressurpferde hat eindrucksvoll gezeigt, wie viel Potenzial in diesem Jahrgang steckt. Die Nachwuchshoffnungen überzeugten durch hohe Durchlässigkeit und Rittigkeit. Sowohl die Routiniers der Vorjahre als auch die Aufsteiger der Saison haben geliefert. Mit diesen vielversprechenden Noten im Gepäck ist die Vorfreude auf das große Finale am Wochenende riesig – der Kampf um die begehrte Bundeschampionats-Schärpe in der Dressur ist offiziell eröffnet.

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