Ein eingespieltes Team: Lynn Sophie Soddemann und Champagner zum Frühstück glänzen im Viereck.
Wenn die sechsjährigen Dressurponys bei den Bundeschampionaten das Viereck betreten, hat das eine besondere Bedeutung. Es ist sozusagen Reifeprüfung schlechthin und das letzte Jahr auf dem Warendorfer Parkett. Denn wir sehen zwar noch siebenjährige Dressurpferde in der Klasse S, allerdings keine Reitponys dieses Jahrgangs mehr. In der Dressurponyprüfung der Klasse L geht es nicht einfach darum, mit spektakulären, raumgreifenden Grundgangarten zu glänzen. Es steht die altersgerechte Ausbildung, die natürliche Veranlagung und die beginnende Versammlung des Ponys im Vordergrund.
Anders als bei regulären L-Dressuren bewerten die Richter hier vor allem das Potenzial als zukünftiges Sportpony. Viele dieser Nachwuchsstars stehen bereits mitten im Sport. Sie haben schon einige Erfolge auf ihrem Konto zu verbuchen oder sind parallel als Deckhengste in der Zucht im Einsatz. Die Paare an der Spitze dieser L-Finalqualifikation zeigten auch in diesem Jahr bei den Bundeschampionaten, warum sie die Zukunft des Dressursports prägen.
Gold für Champagner zum Frühstück: Ein Siegerkreis schließt sich
Den Sieg in der Finalqualifikation sicherte sich mit einer gewohnt souveränen Vorstellung der Holsteiner Reitponyhengst Champagner zum Frühstück unter dem Sattel von Lynn Sophie Soddemann. Der prachtvolle Fuchsisabellfalbe stammt ab von Schierensees HJK Crazy Dream aus einer Coldplay-Mutter, Züchterin ist Kristin Rosenbaum, Besitzerin Kerstin Klose. Für das Paar ist Warendorf vertrautes Terrain:
Der Hengst erreichte im Vorjahr als Fünfjähriger das Finale noch über den Umweg des Kleinen Finales. 2026 setzte er sich mit einer Gesamtwertnote von 8,74 an die Spitze. Sowohl für die Durchlässigkeit als auch für den Gesamteindruck vergaben die Richter eine glatte 9,0. Für den Galopp gab es die 8,8, der Trab wurde mit 8,5 bewertet und der Schritt mit einer 8,4. Ein rundum geglückter Auftritt, der beste Chancen für die Medaillenentscheidung im Finale bedeutet.
Silber für Dating’s Smiley A bei den sechsjährigen Dressurponys
Auf dem zweiten Platz folgte ein weiteres Bewegungstalent und ein Sportpony, das in Zukunft noch von sich reden lassen wird. Die Richter lobten den Hengst Dating’s Smiley A vor allem für seine Durchlässigkeit. Auch hier vergaben die Richter die Wertnote 9,0. Eine 8,8 für den Galopp und den Gesamteindruck. Sowie eine 8,6 für den Trab und eine 8,0 für den Schritt. Das ergibt eine Endnote von 8,64. Catharina Sophie Dirksen stellt diesen auffallenden Hengst von Dating AT aus einer Mad Max-Mutter mit viel Gefühl vor. Gezogen von Hans Giesen und im Besitz vom Gestüt Burghof/Silke Assenmacher.
Die Entwicklung von Dating’s Smiley A konnten wir über die Jahre in Warendorf verfolgen. Unter seiner Ausbilderin Julia Ralinofsky sammelte der Hengst seine ersten Erfahrungen auf dem Bundeschampionat im Alter von drei Jahren und qualifizierte sich für das Finale. Drei Jahre später unterstreicht der Nachwuchsathlet seine Qualitäten als hochattraktiver Zucht- und Sporthengst für die Zukunft.
Bronze für Glücksbote 3: Weser-Ems-Qualität auf dem Treppchen
Das Podium der sechsjährigen Dressurponys komplettierte der Wallach Glücksbote 3 unter Agata Zakhrabekova. Gezogen von Andrea Nöllgen und im Besitz der Zetta-Sport GmbH. Der braune Wallach stammt ab von Glück auf A aus einer Going East-Mutter. Glücksbote glänzte in der Dressurponyprüfung der Klasse L durch seine gelassene, taktsichere Vorstellung und seine ehrliche Einstellung unter seiner jungen Reiterin. Mit einer Gesamtwertnote von 8,30 sicherte sich das Paar souverän die Bronzemedaille dieser Qualifikation und damit das begehrte Direktticket für das Finale am Samstag.
Die Richter belohnten seine Durchlässigkeit, den Galopp und auch den Gesamteindruck mit einer 8,5. Für den Trab gab es eine 8,4, während im Schritt mit einer 7,6 noch Luft nach oben bleibt. Denn es darf nicht vergessen werden, dass der Auftritt bei den Bundeschampionaten auch für bereits etwas routiniertere Ponys noch immer aufregend ist. Mit diesem hochkarätigen Feld an der Spitze ist der Grundstein für ein spannendes Finale gelegt, bei dem die Nachwuchsponys vor ihrem Abschied von der Bundeschampionats-Bühne noch einmal um die begehrte Schärpe kämpfen werden.