Richard Vogel und United Touch S bei der Weltmeisterschaft in Aachen: Nach dem Mannschafts-Gold führt der 29-Jährige nun erstmals die Weltrangliste der Springreiter an.
Richard Vogel ist erstmals in seiner Karriere die Nummer eins der Springreiter-Weltrangliste. In den Anfang September veröffentlichten Longines Rankings des Weltreiterverbandes FEI führt der 29-Jährige mit 3.376 Punkten. Damit liegt er 73 Zähler vor dem bisherigen Spitzenreiter Kent Farrington aus den USA. Auf Rang drei folgt der Brite Scott Brash mit 3.274 Punkten.
„Es fühlt sich sehr unwirklich an, zu hören, dass ich die Nummer eins der Welt bin“, wird Vogel von Pferdesport Deutschland zitiert. Für ihn sei die Spitzenposition vor allem eine Teamleistung: „Als Reiter bin ich sicherlich weit davon entfernt, der Beste der Welt zu sein, aber ich glaube, dieser Titel ist ein ziemlich guter Beweis dafür, dass ich das allerbeste Team um mich herum habe.“
Von Aachen an die Weltspitze
Noch in der August-Rangliste hatte Vogel mit 3.213 Punkten hinter Kent Farrington auf Rang zwei gelegen. Die entscheidenden Punkte sammelte er in den vergangenen Wochen: Bei der Heim-WM in Aachen gewann Vogel gemeinsam mit Marcus Ehning, Sophie Hinners und Daniel Deußer Mannschafts-Gold. Im Sattel von United Touch S gehörte er damit zu jener deutschen Equipe, die bereits vor seinem abschließenden Ritt als Weltmeister feststand.
Nach Angaben der FEI hatte Vogel durch die Ergebnisse in Aachen bereits genügend Punkte gesammelt, um Farrington zu überholen. Am letzten Augustwochenende machte er den Sprung an die Spitze endgültig perfekt: Mit Gangster Montdesir gewann er den mit 1,5 Millionen Euro dotierten Fünf-Sterne-Grand-Prix in Brüssel.
Für Vogel ist die Führung in der Weltrangliste der nächste Höhepunkt einer außergewöhnlichen Erfolgsserie. 2025 wurde er mit United Touch S Einzel-Europameister. 2026 folgten unter anderem große Siege in Basel und Aachen sowie das Mannschafts-Gold bei der Weltmeisterschaft.

Für Richard Vogel geht ein weiteres großes Ziel in Erfüllung: Der 29-Jährige führt erstmals in seiner Karriere die Weltrangliste an. (© IMAGO / Stefan Lafrentz)
Erster deutscher Spitzenreiter seit fünf Jahren
Richard Vogel ist der sechste Deutsche, der die Weltrangliste im Springreiten anführt. Vor ihm gelang dies Ludger Beerbaum, Marcus Ehning, Meredith Michaels-Beerbaum (als einziger Frau überhaupt), Christian Ahlmann und Daniel Deußer. Deußer war im September 2021 auch der bislang letzte deutsche Reiter an der Spitze.
Auch für ihn brachte die neue Rangliste einen Sprung nach vorn: Daniel Deußer kehrt auf Platz acht in die Top Ten zurück. Mannschafts-Weltmeisterin Sophie Hinners verbessert sich auf Rang 17, Christian Kukuk folgt auf Platz 20.
Wie funktioniert die Weltrangliste?
Die Longines Rankings bilden die internationalen Leistungen der Springreiter über einen Zeitraum von zwölf Monaten ab. Ranglistenpunkte gibt es bei entsprechend ausgeschriebenen internationalen FEI-Prüfungen. Wie viele Punkte ein Reiter erhält, hängt unter anderem von der Wertigkeit der Prüfung und seiner Platzierung ab. Für die Weltrangliste zählen maximal die 30 besten Ergebnisse innerhalb des Wertungszeitraums. Da ältere Resultate fortlaufend aus der Berechnung herausfallen und durch neue ersetzt werden, belohnt das System nicht nur einzelne große Siege, sondern vor allem konstante Erfolge auf internationalem Niveau. Die komplette Weltrangliste gibt es hier zu lesen.