Wie sieht die Zukunft von Pferden vor den Pyramiden aus? Kann die Global Champions Tour helfen?
Die Ausrichtung der Global Champions Tour und League vor den Pyramiden von Gizeh war höchst umstritten. Während auf der einen Seite eine spektakuläre Kulisse, Luxusambiente und jubelnde Sieger stehen, brennen sich am Ende doch die Bilder gequälter Touristenpferde viel deutlicher ein. Diese tragen tagtäglich – gemeinsam mit Eseln und Kamelen – Urlauber vor die Pyramiden. Oft bis zur völligen Erschöpfung und Zusammenbrüchen.
Zunächst klangen die Pläne der Global Champions-Organisatoren noch etwas vage. Nun wurde jedoch ein offizieller Fünf-Jahre-Plan bekanntgegeben. Diesen arbeitet die LGCT mit mehreren Organisationen aus. Einiges haben die Organisatoren schon auf den Weg gebracht.
Das Programm vereint die Egyptian Equestrian Federation, die LGCT, die Allgemeine Organisation für Veterinärdienste (GOVS), die ägyptische Regierung, Orascom Pyramids und die internationale Tierschutzorganisation Brooke, wobei eine unabhängige Aufsicht die Umsetzung unterstützt.
Aufbauend auf bestehenden Maßnahmen der EEF und ihrer Partner – darunter Registrierung, Mikrochip-Implantation, Impfungen und tierärztliche Untersuchungen – will sich das Programm auf nachhaltige Verbesserungen der Tiergesundheit, der Pflege und der Arbeitsbedingungen konzentrieren.
Konkrete Planung
Zunächst können etwa 700 Pferde versorgt werden, wobei in einer zweiten Phase die Unterstützung auf etwa 2.000 Pferde ausgeweitet werden soll. Derzeit wird ein detaillierter Fahrplan erarbeitet, dessen Prioritäten unter anderem Folgendes umfassen:
- Verbesserung des Zugangs zu Futter, Wasser, tierärztlicher Behandlung und lebenswichtigen Medikamenten
- Durchführung von Aufklärungs- und Schulungsmaßnahmen für Pferdebesitzer und diejenigen, die für die tägliche Pflege der Arbeitspferde verantwortlich sind
- Einführung einer kontinuierlichen Überwachung durch Tierärzte mit einer klaren Erwartung an verantwortungsvolle Pferdehaltung
- Entwicklung eines speziellen Finanzierungsmechanismus zur Unterstützung langfristiger Verbesserungen, mit Beiträgen der teilnehmenden Organisationen und Möglichkeiten für Reiter, Besitzer, Sponsoren und die Öffentlichkeit, sich zu beteiligen
Als unmittelbare praktische Maßnahme stellt LGCT-Partner Red Mills nicht verwendetes Futter und Heu von der LGCT direkt für die Pferde zur Verfügung. Auch die bei der Veranstaltung anwesenden Pferdepfleger haben nicht verwendete Ausrüstung und tierärztliche Hilfsmittel angeboten, vorbehaltlich entsprechender Überprüfungen und Verteilungsvereinbarungen.
Die ägyptische Förderation und die LGCT sagen zu, sämtliche Initiativen finanziell zu unterstützen. Zudem ist ein spezieller Spendenmechanismus geplant, um eine breitere Unterstützung durch die Reitsportgemeinschaft zu ermöglichen.
Groom Jenny Ellis übernimmt Aufsicht
Jenny Ellis, Europa-Vertreterin der International Grooms Association (IGA), wurde als unabhängige Vertreterin ernannt, um die Aufsicht über das Programm zu unterstützen. Auf der Grundlage ihrer Erfahrungen im Bereich des Tierschutzes in Kairo wird sie dazu beitragen, dass die Initiative weiterhin auf praktische Verbesserungen und messbare Ergebnisse ausgerichtet bleibt.
Sie betont:
Um das Wohlergehen von Pferden nachhaltig zu verbessern, reichen kurzfristige Maßnahmen nicht aus. Vielmehr sind eine konsequente Betreuung, Aufklärung, Verantwortungsbewusstsein und ein klares Verständnis für die Herausforderungen erforderlich, denen Arbeitspferde und ihre Besitzer gegenüberstehen. Als jemand, der sich in Kairo intensiv mit Fragen des Wohlergehens von Pferden beschäftigt hat, freue ich mich über die Gelegenheit, zu einem Programm beizutragen, das das entsprechende Fachwissen und die entsprechenden Ressourcen bündelt und dessen Schwerpunkt darauf liegt, im Laufe der Zeit praktische und messbare Verbesserungen zu erzielen.
Auch Tourgründer Jan Tops ist sich der Verantwortung bewusst:
Die Ausrichtung eines internationalen Springturniers in Kairo bietet uns die Gelegenheit, über den Wettkampf selbst hinaus einen positiven Beitrag zu leisten. Das Wohlergehen der Pferde ist für unseren Sport von grundlegender Bedeutung. Wir setzen uns dafür ein, den ägyptischen Reitsportverband und seine Partner bei der Entwicklung eines nachhaltigen Programms zu unterstützen, das die Lebensbedingungen der Arbeitspferde in der Region verbessert. Dauerhafte Veränderungen benötigen Zeit, und wir möchten in diesem Prozess eine konstruktive Rolle spielen.“
Von Seiten von Dr. Ismail Shaker, dem Präsidenten des ägyptischen Reitsportverbandes, heißt es:
Diese Initiative ist ein wichtiger Schritt vorwärts in unseren fortlaufenden Bemühungen, das Wohlergehen der Arbeitspferde in Gizeh zu verbessern. Durch die Zusammenarbeit der zuständigen Behörden, Tierärzte, Tierschutzorganisationen und der internationalen Reitsportgemeinschaft haben wir die großartige Gelegenheit, auf den bereits erzielten Fortschritten aufzubauen und einen koordinierten, langfristigen Ansatz zu entwickeln, der sinnvolle Verbesserungen für diese Tiere mit sich bringt.
