Feuer geht immer: Spektakuläre Global Champions Tour 2025.
20 Jahre gibt es nun schon die Global Champions Tour. Zum großen Jubiläumsjahr gibt es gerade immer wieder besondere Feierlichkeiten und Jan Tops, der Tourgründer im Jahre 2006, wird nicht müde zu betonen, wie bedeutsam dieses Ereignis ist. Und egal wie man damals dazu stand, dass ein schwerreicher Mogul mit seinem Reitsportimperium eine Tour rund um den Globus aus dem Boden stampfte. Heute muss man Jan Tops recht geben.
Die Global Champions Tour ist ein gelungenes Konzept, das immer mehr Reiter in seinen Bann zieht. Natürlich gibt es berechtigte Kritik, ob die ständigen Reisen um den kompletten Globus nötig sind, ob der Reitsport nicht vielmehr die Turniere im eigenen Land fördern sollte. Aber am Ende zählt hier der Erfolg einer Turnierserie, die sich etablieren konnte. Über nunmehr schon 20 Jahre. Sie ist nicht wie die Riders Tour irgendwann ausgeblieben. Und schon gar nicht wie viele kleinere Serien schnell wieder eingeschlafen. Selbst bei den Nationenpreisen der FEI gab es schon so viele Wechsel im Konzept, dass man der Global Champions Tour eine beeindruckende Konstanz zugestehen muss.
„In den letzten 50 Jahren hat meine Zeit als Reiter alles geprägt“, erklärte Jan Tops in einem Interview. „Dadurch habe ich ein tiefes Verständnis dafür gewonnen, was der Sport braucht – nicht nur aus sportlicher Sicht, sondern auch in Bezug auf Präsentation, Medien- und Sponsoringmöglichkeiten sowie langfristige Nachhaltigkeit.“
Tops war übrigens bei weitem nicht immer ein Reitsport-Mogul. Er wurde 1961 als Sohn eines Bäckers in Valkenswaard geboren. Mit seinem Spitzenpferd Top Gun gehörte er in den 1980er- und 1990er-Jahren zur niederländischen Spitze. Er nahm an vier Olympischen Spielen in Folge teil (1988, 1992, 1996 und 2000) und gewann 1992 in Barcelona mit der niederländischen Mannschaft Gold. Durch den Handel mit Springpferden, den er schon in dieser Phase aufbaute, begründete er sein Imperium. Verheiratet ist er mit Edwina Tops-Alexander. Die beiden haben eine gemeinsame Tochter, Chloe.
Die erste Global Champions Tour
Doch wann fand sie nun eigentlich statt? Die erste Global Champions Tour? Und wer war ihr Sieger. Erstaunlicherweise jemand, den man heute kaum noch kennt.
Norman Dello Joio aus den USA siegte am 5. März 2006 in Wellington/Florida mit Glasgow. Platz zwei ging an die für Bulgarien startende Irin Samantha McIntosh mit Loxley und Dritte wurden die US-Amerikanerin Kim Price und Couletto.
Norman Dello Joio ist heute 70 Jahre alt und gewann 1992 in Barcelona überraschend die olympische Einzelbronzemedaille (beim Sieg von Ludger Beerbaum und Classic Touch). Er ist der Sohn des gleichnamigen berühmten Komponisten.
Die damalige Global Champions Tour im Jahr der Weltreiterspiele in Aachen 2006 umfasste sechs Etappen. Nach Wellington ging es weiter nach Cannes, Monte-Carlo, Estoril, Valkenswaard und Lanaken.
Die erste Gesamtwertung ging an den Belgier Ludo Philippaerts, Vater von Nicola, Olivier und Thibeau. Er konnte mit Parco zwei Etappen (in Monte-Carlo und Estoril) für sich entscheiden. Außerdem gewann in diesem Jahr Thomas Frühmann mit dem unvergessenen Sixth Sense in Cannes, Leopold van Asten mit Fleche Rouge in Valkenswaard sowie Rodrigo Pessoa in Lanaken.
MMB erste deutsche Siegerin
Im Jahr 2007 gab es dann endlich die erste deutsche Siegerin. Meredith Michaels-Beerbaum gewann mit ihrer Legende Shutterfly im italienischen Arezzo. Und das, obgleich sie sogar ein Doppelpensum auf sich nahm und zeitgleich in Paderborn bei der Riders Tour unterwegs war. Am Ende war beides erfolgreich, da sie auch die Gesamtwertung der Riders Tour für sich entscheiden konnte. Im Jahr 2007 war jedoch die Legende Nick Skelton aus Großbritannien der Gesamtsieger.

Meredith Michaels-Beerbaum und Shutterfly: die ersten deutschen Sieger der Global Champions Tour Historie. (© S. Lafrentz)
2008 war die Global Champions Tour fest in deutscher Hand – bis auf die Gesamtwertung. Die gewann nämlich erstmals eine Frau, die Irin Jessica Kürten. Der Grund: Dieses Mal (genau wie 2009) entschied nicht die Addition der einzelnen Etappen über den Gesamtsieg. Diese war nur für die Finalqualifikation entscheidend. Das Finale gewann dann Kürten mit ihrer Libertina in Sao Paulo vor Meredith Michaels-Beerbaum mit Shutterfly und Ludger Beerbaum mit All Inclusive NRW. Es war also quasi ein Super Grand Prix, bevor dieser erst zehn Jahre später tatsächlich langfristig als Addition zum Gesamtsieg eingeführt wurde.
Doch zurück zum Jahr 2008 in deutscher Hand: Meredith Michaels-Beerbaum verbuchte 2008 gleich drei Etappen in Cannes, Estoril und Arezzo mit Shutterfly und Checkmate für sich. Thomas Voß gewann mit Leonardo die erste jemals auf deutschem Boden ausgetragene GCT-Etappe in Hamburg. Daniel Deußer war mit Air Jordan in Valkenswaard siegreich.
Jessica Kürten folgten gleich zwei weitere Damen als Gesamtsiegerinnen: Edwina Tops-Alexander in den Jahren 2011 und 2012 sowie die Brasilianerin Luciana Diniz im Jahr 2015.
Bis zum ersten deutschen Gesamtsieger musste man bis 2010 warten. Es war Marcus Ehning. Und er sollte der einzige deutsche Sieger in der Gesamtwertung bleiben.
Die meisten Siege in der Gesamtwertung kann Ben Maher für sich verbuchen: 2018, 2019 und 2022. Ebenso wie Edwina Tops-Alexander kommen auch Scott Brash (2013 und 2014) sowie Harrie Smolders (2017 und 2023) auf zwei Siege.
2008 wird die GCT wird als offizielle FEI-Serie anerkannt.
Erste Global Champions League zum zehnjährigen Jubiläum
2016 kam dann zum zehnjährigen Jubiläum die Global Champions League dazu. Als Team-Liga stellte sie sich als ernstzunehmende Konkurrenz für Nationenpreise dar, auch wenn ja gerade das Nationenprinzip ausgebootet wurde. Denn Teamowner kann praktisch jeder werden, der über das nötige Kleingeld verfügt.
Die erste Etappe der League in Miami Beach am 9. April 2016 gewann das Heimteam von Jan Tops, Valkenswaard United mit John Whitaker und Bertram Allen. Auch die Gesamtwertung ging damals an Valkenswaard United.
Ein weiterer Meilenstein folgte 2018: In Prag wurden damals erstmals die GC Playoffs ausgetragen, die sich mittlerweile ebenfalls fest etabliert haben. Deutsche Stationen waren neben Riesenbeck (seit 2023) Hamburg (2008 bis 2022), Wiesbaden (2012/2013) und Berlin (2017 bis 2021).
Neben den bereits genannten Siegern in der Global Champions Tour Meredith Michaels-Beerbaum, Thomas Voß, Daniel Deußer und Marcus Ehning konnten auch Ludger Beerbaum, Marco Kutscher, Christian Ahlmann, Hansi Dreher, Katrin Eckermann, Christian Kukuk, Philipp Weishaupt, David Will, Janne Friederike Meyer-Zimmermann, Gerrit Nieberg und Jana Wargers.
„Die Idee hinter der LGCT war es, eine wahrhaft globale Serie zu schaffen – die besten Reiter der Welt an legendäre Orte zu bringen und den Sport auf höchstem Niveau zu präsentieren, während gleichzeitig jungen Talenten die Chance gegeben wird, die Stars der Zukunft zu werden“, sagt Tops. „Zu sehen, wie der Sport Orte wie Shanghai, die Formel-1-Boxengasse in Monaco, den Fuß des Eiffelturms in Paris, die Londoner Innenstadt, die Pyramiden in Kairo und zahlreiche Orte im Nahen Osten wie Doha und Riad erreicht neben traditionellen Reitsportzentren wie Valkenswaard und Riesenbeck, ist für mich ein großes Highlight.“






Samantha Mc Intosh ist nicht Irin