Darleen Brüggmann (@_db_equestrian) ist gelernte Pferdewirtin und arbeitet in einer großen Reitschule. Zu ihr gehören zwei Ponys und ein Pferd. Doch ihr Weg zurück in den eigenen Sattel war alles andere als selbstverständlich – und genau dort liegt ihr #doitride-Moment.
So lange ich denken kann, gehören Pferde zu meinem Leben. Trotzdem kam ich nach meiner Ausbildung an einen Punkt, an dem ich mit dem Reiten aufgehört habe. Rückblickend viel zu spät. Mir war damals bewusst, dass ich einfach zu schwer für die Pferde geworden war und dass der Weg zurück in den Sattel erst einmal in weiter Ferne lag.
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich ein Shetty, das ich nie geritten, sondern eingefahren habe – und das wirklich aktiv. Trotzdem habe ich Bewegung im Alltag so gut wie möglich gemieden. Als dann auch noch das Reiten wegfiel, nahm das Übel seinen Lauf, und ich selbst habe es nicht bemerkt. Auf Social Media habe ich mich auf Fotos und Videos immer rausgeschnitten, weil ich mich nicht leiden mochte. Aber nicht, weil ich das Ausmaß erkannt hätte.
Aus Rücksicht auf die Pferde
Es hat sich still und heimlich eingeschlichen. Natürlich kamen hin und wieder Kommentare von anderen. Die Familie hat etwas gesagt, ich habe mich im Spiegel gesehen. Aber wenn man etwas nicht hören und nicht sehen will, dann tut man das auch nicht. So war es bei mir. Ich dachte immer: Ach, so schlimm ist es nicht, die übertreiben alle. Heute sehe ich Fotos und bin schockiert. Ich frage mich, warum ich nicht früher aufgewacht bin.
Irgendwann kam ein zweites Shetty dazu, auch dieses Tier habe ich eingefahren. Und an Silvester 2021 – alle hatten gute Vorsätze – hatte ich mal wieder keinen. Erst als ich abends im Bett lag, habe ich darüber nachgedacht: Ich bin auf Social Media aktiv, ich arbeite in einer Reitschule und reite seit Jahren nicht mehr. Nicht, weil ich es nicht wollte. Sondern weil ich es den Pferden nicht mehr zumuten wollte.
Der Weg zurück in den Sattel
Reitschüler haben mich oft gefragt, warum ich selbst nicht reite. Ich habe immer ehrlich geantwortet: „Weil ich zu schwer bin.“ In diesem Moment habe ich gemerkt, dass ich eine Vorbildfunktion habe – und dass es so nicht weitergeht. Was habe ich meinem Körper und mir angetan? Warum schränke ich mein Leben so ein, und warum verzichte ich auf alles, was mir Freude macht? Ich wollte mich wieder bewegen können. Und vor allem wollte ich endlich wieder reiten.
Also habe ich mein Leben von heute auf morgen umgekrempelt. In den ersten Monaten habe ich streng auf meine Ernährung geachtet und jeden Tag 10.000 Schritte gemacht. Im Sommer 2022 zog ein kleiner Hundewelpe bei mir ein. Durch den Hund und meinen Job kam eine zusätzliche Bewegung ganz von allein. Aus einem Versuch, mein Leben zu ändern, wurde eine Aufgabe – und am Ende ein neuer Alltag. Schritt für Schritt fand ich so zurück in den Sattel. Und ich konnte mir endlich den Traum eines eigenen Reitpferdes erfüllen. Ich bin einfach nur glücklich, dass ich diesen Schritt gegangen bin.
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