Juliane Wyrwols Post zu ihrer Entscheidung
Wir erklären zunächst, worum es geht: Amateur-Vielseitigkeitsreiterin und Influencerin Juliane Wyrwol, früher Barth („Julis Eventer“), entschied sich bei der internationalen Vielseitigkeit von Westerstede aufgrund der Wetterbindungen nach der Dressur und einem fehlerfreien Springen, ihr Pferd, den zehnjährigen Brandenburger DSP-Wallach Can´t Stop Caspar, nicht weiter vorzustellen. Es regnete fast ununterbrochen und stark. Eine Entscheidung pro Pferd also, ganz im Sinne von #doitride, die Wyrwol fällte.
Welche Entscheidung ist richtig?
Allerdings auch eine Entscheidung, die nicht unumstritten war. Als Juliane Wyrwol auf ihren Social-Media-Accounts berichtete, dass sie sich bewusst gegen einen Start im Gelände entschieden hatte, gab es nicht nur positive Stimmen. Zahlreiche andere Reiter gingen das Gelände an und absolvierten Wyrwols Prüfung, eine CCI2*-S, teils sogar fehlerfrei. Dem Veranstalter Ammerländer Reitclub gelang es nämlich trotz heftiger Wetterkapriolen Bedingungen zu schaffen, die einen reibungslosen Ablauf ohne übermäßiges Verletzungsrisiko möglich machten. Kies und Sand wurden an kritischen Stellen im Gelände eingesetzt, die Streckenführung wurde angepasst, sodass der Kurs so sicher wie möglich gemacht werden konnte. Schlechte Bilder gab es keine. Wer hatte also richtig entschieden?
#doitride hat unterschiedliche Gesichter
Schnell fielen gegenüber Wyrwol Begriffe wie „Schönwetterreiterin“ und „Die Vorsichtige“. Teils wurde ihr in den Mund gelegt, sie würde den Veranstalter kritisieren. Dazu stellte Juliane Wyrwol am Tag nach dem Turnier einen ausführlichen Beitrag online, der zum Nachdenken anregt. Denn eine Entscheidung kann im Sinne des #doitride-Gedanken richtig sein, obgleich sie ganz unterschiedlich ausfällt. Jeder muss den Versuch unternehmen, im Sinne des eigenen Pferdes in der jeweiligen Situation richtig zu entscheiden. Genau das tat Juliane Wyrwol und dieses Vorgehen verdient ebenso Respekt, wie die Leistung jener Reiter, die mit ihren Pferden trotz des Wetter sichere Runden zeigten, und des Veranstalters, der bestmögliche Bedingungen dafür schuf.
Wyrwols Post im Wortlaut: „Die Kommentare und Nachrichten nach meiner Story gestern haben mir gezeigt, wie emotional solche Entscheidungen im Pferdesport sein können. Und vielleicht auch, wie schnell wir anfangen, Entscheidungen anderer zu bewerten. Dabei kennen wir meistens nur das Ergebnis. Nicht die Gedanken dahinter, nicht as Pferd, nicht die Vorgeschichte, nicht die Verantwortung, die sich jeder Reiter selbst auferlegt. Für mich war die Entscheidung in Westerstede die richtige. Nicht weil andere falsch lagen, sondern weil sie für Caspar und mich gepasst hat.
Und genau das ist eigentlich der Punkt: Wir wünschen uns alle mehr Pferdewohl, mehr Eigenverantwortung und mehr individuelles Denken. Aber genau das bedeutet manchmal auch, dass zwei Reiter dieselbe Situation unterschiedlich beurteilen. Und beide trotzdem recht haben können.“
Linn Klümper gewinnt CCI3*-S
Abschließend noch das Sportliche: Linn Klümper gewann mit Candyman die CCI3*-S und holte sich damit auch den Sieg in der Wertung des U25-Förderpreises. In der CCI2*-S der Reiter aus den Jahrgängen 2002 & jünger stand Smilla Maline Philipp mit Cocoletta ganz vorn, bei den älteren Reitern waren es Johannna Marloh und Crazy Carlotta. Die CCI2*-L gewannen Andreas Ostholt und der achtjährige Wallach Kadre Blanc. Die CCI1*-Intro 1998 & älter ging an Esteban Benitez Valle aus Spanien und Oraline-St. In der CCI1*-Intro der Jahrgänge 1999 & jünger gewannen Jillian Giessen aus den Niederlanden und Tendresse van de Meyhoeve.
Alle Ergebnisse aus Westerstede gibt es hier.