Caroline Haaf-Helter (@the.sunny.ones) hat mit Sunny ihren ganz eigenen Weg gefunden: weg vom Leistungsdruck hin zu echtem Miteinander. Für sie bedeutet #doitride, nicht nur auf dem Pferd, sondern mit dem Pferd zu sein.
So lange ich denken kann, begleitet mich das Thema Pferd. Ich weiß nicht mehr, wie viele Stunden ich an Koppeln und Reitplätzen verbracht habe, sehnsüchtig zuschauend, wie andere reiten, bis ich endlich selbst aufs Pferd durfte. Von diesem Moment an war es um mich geschehen. Ich wurde älter, mein Leben veränderte sich, aber die Pferdeliebe blieb ein fester Bestandteil davon.
Mit 21 Jahren erfüllte ich mir schließlich den großen Traum vom eigenen Pferd. Es war eine erfolgreiche Dressurstute, grazil, elegant und wunderschön. Doch kurz nach dem Kauf wurde klar: Sie war schwer krank, kaputtgeritten, fit gespritzt und mir als gesundes Pferd verkauft worden… ein Opfer eines Systems, in dem Erfolge und Geld oft über dem Wohl des Tieres stehen. Ich wollte ihr wenigstens ein schönes Leben auf der Koppel ermöglichen, doch nach nur zwei Jahren musste ich sie gehen lassen. Ich war am Boden zerstört. Ich wusste, dass menschlicher Egoismus der Grund war.
Neuanfang mit einem kleinen Fohlen
Menschen hatten ihren eigenen Ehrgeiz über das Leben eines Pferdes gestellt. Diese Ohnmacht, die mich damals ergriff, prägt mich bis heute. Ich habe gekämpft und zog vors Gericht, aber am Ende brachte das Urteil keine Erleichterung. Damals begann ich, alles zu hinterfragen. Mein Vertrauen in den Sport, in Strukturen, in Menschen, die mit Pferden arbeiten, war tief erschüttert. Und dann purzelte ein kleines Fohlen in mein Leben.
Sunny war das Pferd, das mein Leben für immer verändern sollte. Von dem Moment an, als ich ihn sah, war alles anders. Sunny hat mir Hoffnung geschenkt, leise, unaufgeregt, einfach durch sein Dasein. Seit dem Tag seiner Geburt durfte ich jeden seiner Schritte begleiten. Wir sind gemeinsam erwachsen geworden. Ich habe unzählige Stunden mit ihm verbracht, um ihn gebangt, mit ihm gefeiert, ihn wachsen sehen. Sunny hat mich verändert. Obwohl meine Einstellung zu Pferden schon immer geprägt war von Respekt und Achtsamkeit, war er mein Wendepunkt. Mein #doitride-Moment. Bis heute.
#doitride – der Weg zum Pferdemenschen
Es gibt keine Erinnerung und kein Geheimnis, das ich nicht mit ihm verbinde. Bei uns zählen nicht Siege, Schleifen oder Platzierungen, auch wenn sportliche Ambitionen da sind. Was zählt, ist das Gefühl. Das Gefühl, bei ihm wieder dieses kleine Mädchen zu sein, das stundenlang an der Koppel steht. Das lieber seine Sorgen in das Ohr seines Pferdes flüstert, als sie jemandem sonst zu erzählen. Das jeden Ritt als Auszeit vom Alltag empfindet.
Ich glaube, #doitride ist kein einzelner Moment, sondern eine Lebenseinstellung. Es sind die kleinen Schritte, die tägliche Bereitschaft, es morgen besser zu machen als heute. Es sind die gespitzten Ohren unserer Pferde, die uns nicht so sehen, wie wir sein wollen – sondern wie wir wirklich sind. Es ist der Weg zurück zu jenem ersten Augenblick, in dem uns die Magie der Pferde berührt hat. #doitride bedeutet, bewusst mit dem Pferd zu sein, und nicht nur auf dem Pferd. Es ist die Entwicklung vom Reiter zum Pferdemenschen. Und genau das ist der schönste Weg, den man gehen kann.
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