Schmerzanzeichen beim Pferd erkennen: Martins #doitride Moment


Bild vergrößern Schmerzanzeichen beim Pferd, Martins Doitride-Moment

Schmerzanzeichen beim Pferd erkennen heißt, feine Veränderungen ernst zu nehmen. (© @issys.view)

Vor drei Jahren zog der junge Wallach Duciano bei Martin (@vanity_sorgenfrei) ein. Er wollte mit ihm gemeinsam den Reitsport entdecken, begleitet von erfahrenen Ausbildern. Doch je enger ihre Verbindung wurde, desto stärker spürte Martin, dass etwas nicht stimmte, lange bevor jemand anderes es sah.

Als Duciano vor drei Jahren zu mir kam, war der Plan eigentlich klar. Er sollte als junges Pferd professionell begleitet werden, damit er eine gute Grundausbildung bekommt und ich in Ruhe das Reiten lernen kann. Ich bin erst mit Anfang 30 in diesen Sport eingestiegen und hatte großen Respekt davor, etwas falsch zu machen. Es war mir wichtig, dass alles in sicheren Händen ist und ich gleichzeitig genug Zeit bekomme, mich selbst zu entwickeln.

In den ersten Monaten, eigentlich fast zwei Jahre lang, habe ich ihn überwiegend vom Boden aus erlebt. Ich habe zugesehen, wie er sich bewegt, wie er lernt, wie er auf Dinge reagiert. Dadurch hatte ich ein sehr genaues Bild von seinem natürlichen Gang und seiner Art, sich auszudrücken. Als ich Anfang 2024 zum ersten Mal selbst ein wenig mitreiten durfte, war das ein besonderer Moment. Ich saß immer nur kurz oben, ein paar Minuten Schritt, mal eine lange Seite traben. Trotzdem hatte ich sofort das Gefühl, dass sich etwas verändert hatte.

Leise Signale: Schmerzanzeichen beim Pferd

Es waren Kleinigkeiten. Er wurde etwas enger, etwas klemmiger, zog sich ein wenig zusammen. Nichts, was sofort ins Auge springt. Aber ich hatte ihn so lange beobachtet, dass mir diese feinen Abweichungen direkt aufgefallen sind. Ich habe dann viel mit erfahreneren Pferdeleuten darüber gesprochen und immer wieder gehört, dass es dafür viele harmlose Erklärungen geben könnte: Er sei jung, in einer Phase, müsse sich sortieren. Manche meinten auch, ich solle mich klarer durchsetzen, schließlich sei ich noch unsicher im Sattel.

Diese Sätze haben mich durchaus beschäftigt, weil ich ohnehin jemand bin, der viel an sich zweifelt. Ich hatte immer die Sorge, dass ich ihn vielleicht störe oder ihm das Reiten schwer mache. Aber parallel zu meinen eigenen Unsicherheiten blieb dieses Gefühl, dass seine Reaktionen nicht einfach eine Phase waren. Ich konnte es nicht fachlich begründen, aber ich spürte, dass er nicht aus Unwillen so lief. Es wirkte eher, als würde er versuchen, etwas auszugleichen.

Mann mit zwei Pferden

„Duciano zeigt mir sehr deutlich, wie weit er gehen möchte, und ich möchte lernen, genau hinzuhören.“ (© @issys.view)

Wenn Zweifel lauter werden als gut gemeinte Ratschläge

Mit der Zeit zeigten sich die gleichen Anzeichen auch unter anderen Reitern. Das hat mich darin bestärkt, genauer hinzuschauen. Wir haben verschiedene Fachleute hinzugezogen, viele Untersuchungen gemacht und unterschiedliche Meinungen gehört. Trotzdem blieb der Eindruck bestehen, dass wir der Ursache noch nicht auf den Grund gekommen seien.

Irgendwann war der Punkt erreicht, an dem ich für mich entschieden habe, dass ich nicht über diese Signale hinwegreiten möchte. Ich wollte weder mehr Druck aufbauen noch ausprobieren, ob es sich „wegreiten“ lässt. Also habe ich Duciano in die Klinik gebracht, in der Hoffnung, endlich Klarheit zu bekommen. Das war ein großer Schritt für mich, weil ich nicht wusste, ob ich am Ende eine Bestätigung oder vielleicht sogar gar keinen Befund bekommen würde.

Was Schmerzanzeichen beim Pferd bedeuten können

In der Klinik wurde schließlich eine Kombination aus Knie- und Rückenproblemen festgestellt. Zum ersten Mal ergab sein Verhalten für mich ein klares Bild. Es war eine Erleichterung, endlich eine Erklärung zu haben, und zugleich der Moment, in dem mir bewusst wurde, dass mein Gefühl ihn überhaupt erst dorthin geführt hatte. Die Reha war lang und verlangte viel Geduld, aber Schritt für Schritt kam er zurück. Heute ist Duciano laut Klinik wieder voll belastbar, und wir sind beide wieder auf einem gemeinsamen Weg.

Jetzt geht es darum, ein neues Vertrauen aufzubauen. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, aufmerksam zu bleiben und ein gesunderhaltendes Reiten in den Mittelpunkt zu stellen. Duciano zeigt mir sehr deutlich, wie weit er gehen möchte, und ich möchte lernen, genau hinzuhören.

Wenn ich heute auf die letzten Jahre zurückblicke, dann war der entscheidende Moment tatsächlich der, in dem ich meinem Gefühl vertraut habe, obwohl ich die fachliche Grundlage dafür nicht hatte. Dieses Gefühl hat letztlich dazu geführt, dass wir die Ursache gefunden haben. Und es hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, aufmerksam und offen zu bleiben, gerade dann, wenn man selbst noch lernt.

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