André Thieme und Paule S © Andrew Ryback Photography.

André Thieme und Paule S in Ocala auf dem Weg zum Sieg.

Es ist League of Nations-Wochenende in Ocala/Florida. Noch bevor es am Samstag mit der League of Nations zum absoluten Höhepunkt kommt, fand gestern Nacht unter Flutlicht der Große Preis statt. Und zwar mit dem maximalen Erfolg aus deutscher Sicht.

In der Qualifikation zum Großen Preis hatten noch der in Hessen ansässige Donald Whitaker und seine Top-Stute Millfield Colette von Cornet Obolensky aus der OS-Zucht die Nase vorn gehabt. Das beste deutsche Paar waren hier Rene Dittmer und die 13 Jahre alte Holsteiner Connor-Tochter Corsica als Siebte. Im Small Grand Prix der CSI2*-Serie ritten Richard Vogel und der neun Jahre alte Holsteiner Cardento-Sohn Cardentos auf den vierten Platz beim Sieg von Sean Jobin aus Kanada mit dem 15 Jahre alten Arko-Sohn Arkuga. Obgleich Richard Vogel ja am vergangenen Wochenende noch beim Dutch Masters absahnte, ist er nun schon wieder über den großen Teich gereist und fit in Florida am Start.

Im Großen Preis auf Fünf-Sterne-Niveau erreichte er nach einem Abwurf mit dem erst neun Jahre alten Abou-Chaker NRW jedoch nicht das nur sieben Paare zählende Stechen. Es wurde Platz zwölf für die beiden, die damit aber noch im Geld lagen. Zwei deutsche Paare ritten um  den Sieg: André Thieme und Paule S sowie Christian Kukuk und Fantasia de WY. Und am Ende ritten genau diese beiden Paare um den ersten und zweiten Platz in dem Springen über 1,60 Meter, welches mit 350.000 Dollar dotiert war.

Thieme vs. Kukuk

Christian Kukuk hatte im vergangenen Jahr eben jenen Großen Preis gewonnen und wollte den Erfolg gern wiederholen. Als erster Starter im Stechen hatte er dafür aber nicht die optimale Ausgangsposition. Dennoch war er blitzschnell mit der elfjährigen Selle-Français-Stute von Armitages Boy unterwegs, die er noch nicht lange auf diesem Niveau reitet. 42,14 Sekunden standen für die beiden zu Buche. Doch während sich andere daran die Zähne ausbissen, waren es André Thieme und sein zwölfjähriger Derbysieger Paule S von Perigueux aus einer Sir Shutterfly-Mutter, die in 41,85 Sekunden durch den Parcours fegten und damit unschlagbar waren.

„Ich wollte unbedingt gewinnen“, betonte André Thieme nach seinem Ritt durch den Parcours des Iren Alan Wade. „Als ich Christian sah, wusste ich, dass es sehr schwer werden würde. Dieses Mal wollte ich das volle Risiko eingehen und es hat funktioniert. Bei Paule ist es oft eine Gradwanderung zwischen Genie und Wahnsinn. Vor ein paar Jahren dachte ich noch, wir werden sehen, ob er klar genug im Kopf ist, um endlich im Sport durchzustarten, denn er hatte schon immer die Kraft, er hatte schon immer die Technik, er hat alles, was man braucht, um im Fünf-Sterne-Sport erfolgreich zu sein, aber er ist sehr, sehr temperamentvoll. Bei ihm ist die Grenze zwischen zu wild, zu temperamentvoll und zu stark sehr schmal. Paule S hat die Kraft von fünf Pferden. Ich bin unglaublich glücklich über diesen Ausgang des Springens!“

Das komplette Ergebnis des Großen Preises und der anderen Springen gibt es hier.

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