André Thieme und DSP Chakaria beim TsCHIO 2026.
Damit hätte wohl keine gerechnet: Das Springreiter-Team für die Weltmeisterschaften 2026 in Aachen wird noch einmal neu aufgestellt. Grund dafür ist der Rückzug von André Thieme. Nach dem Großen Preis im schwedischen Falsterbo am vergangenen Wochenende entschied sich André Thieme auf seinen Platz im WM-Team zu verzichten. Ausschlaggebend für diese Entscheidung waren leichte Unsicherheiten am Wassergraben, die sich während des Turniers gezeigt hatten.
„Ich habe in Falsterbo gemerkt, dass Chakaria den Wassergraben aktuell nicht mit der Sicherheit springt, die sie normalerweise zeigt. Im Interesse meines Pferdes und der Mannschaft habe ich deshalb entschieden, auf einen Start bei den Weltmeisterschaften zu verzichten. Wir wollen kein Risiko eingehen und werden nun in Ruhe daran arbeiten, ihr am Wasser wieder das volle Vertrauen zu geben. Natürlich wäre ich in Aachen sehr gerne Teil dieses tollen Teams gewesen. Aber für mich steht die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit meinem Pferd an erster Stelle. Deshalb ist es die richtige Entscheidung, auch wenn sie mir schwerfällt. Jetzt drücke ich von zu Hause aus die Daumen und wünsche unserem Team viel Erfolg“, betont André Thieme.
Bundestrainer Otto Becker unterstützt Thieme: „Solche Entscheidungen sind im Spitzensport nie einfach, aber sie gehören leider dazu. André Thieme hat die Situation mit Chakaria sehr verantwortungsvoll eingeschätzt. Seine Entscheidung hat meinen ausdrücklichen Respekt. Mit Marcus Ehning und Coolio rückt ein championatserfahrenes Paar nach.“
Und plötzlich sind also Marcus Ehning und Coolio vom Reservepaar zu sicheren WM-Startern avanciert. Sie waren bereits Teil des Bronze-Teams bei den Europameisterschaften im vergangenen Jahr.
Für Ehning ist es ein besonderer Moment, denn wie Isabell Werth wird er 20 Jahre nach den legendären Weltreiterspielen auftreten. Während Werth nur Erinnerungen an einen Medaillen Regen (zweimal Gold, einmal Bronze) hat, erinnert sich Ehning mit Sicherheit mit etwas gemischteren Gefühlen. Der damals „Mauerfall von Aachen“ titulierte Moment mit der Stute Küchengirl ist ein Moment, der heute noch vielen im Kopf geblieben ist.
Aber neues Jahr, neues Glück, alles auf Anfang für Ehning, der all die nötige Erfahrung mitbringt. Christian Kukuk und sein Olympiasieger Checker nehmen nun den Platz als Reservepaar ein und starten damit auch im ersten Warm-Up-Springen.
Ehnings erstes Statement: „Nach der ersten Bekanntgabe der Teamzusammenstellung für die Reit-WM in Aachen waren wir zunächst enttäuscht, es nicht direkt unter die ersten Vier geschafft zu haben. Durch den Ausfall eines Teammitgliedes -zu meinen Gunsten- wollte ich nicht den Zuschlag erhalten. André Thiemes Absage, war nie unser Wunschgedanke. Ich kenne diese niederschmetternde Erfahrung, die André jetzt erleben muss, nur zu gut. Wir mussten diese Erfahrung in den letzen Jahren auch mehrfach erleben. Coolio und ich blicken voll motiviert und positiv gestimmt auf die WM in Aachen und freuen uns in der Mannschaft dabei zu sein um die deutsche Fahne zu vertreten.“