Das deutsche Team ganz oben auf dem Podium in Ocala.
André Thieme gewann mit Paule S den Großen Preis, René Dittmer mit Cody und Richard Vogel mit Quizas van´t Hulsbos weitere Springen. Und nun stand die deutsche Mannschaft mit Richard Vogel und Cloudio, Christian Kukuk und Checker, André Thieme und DSP Chakaria sowie René Dittmer und Corsica in der League of Nations ganz oben auf dem Podium. Das Turnier in Ocala in Florida wurde zum echten Triumphzug für Deutschlands Springreiter. Darauf war nicht nur Bundestrainer und Equipechef Otto Becker sichtlich stolz. Doch der Reihe nach …
Zwei Abwürfe zu Beginn
Dabei hatte es gar nicht optimal begonnen für Deutschland. André Thieme und seiner 16 Jahre alten, wieder genesenen DSP Chakaria unterlief ebenso ein Abwurf wie dem League of Nations-Debütanten René Dittmer mit der 13 Jahre alten Holsteiner Connor-Tochter Corsica. Damit lag Deutschland zunächst nach zwei Reitern im Mittelfeld der ersten Runde. Doch es folgten die Olympiasieger, Christian Kukuk und der 16 Jahre alte Comme il Faut-Sohn Checker, sowie Europameister Richard Vogel, der den zwölfjährigen Holsteiner Schimmelhengst Cloudio von Casall gesattelt hatte. Und beide Paare blieben ohne Fehl und Tadel. So konnte Deutschland den sicheren Einzug in die entscheidende zweite Runde feiern. Vorn lagen die Iren vor den Niederländern.
Nicht mehr dabei in Runde zwei waren die enttäuschten Schweizer und ausgerechnet die mitfavorisierten Gastgeber aus den Vereinigten Staaten. Hier lief in Runde eins nicht viel zusammen. Gleich zu Beginn schied Lillie Keenan mit Argan de Beliard aus, dann gab es 33 Strafpunkte für Laura Kraut und Tres Bien Z und auch Aaron Vale kam mit Carissimo mit 16 Punkten aus dem Parcours. Da half die Nullrunde von Natalie Dean und Pedro van de Barlebuis nicht mehr, um das Team im Rennen zu halten.

André Thieme und DSP Chakaria gewannen neben der League of Nations auch den Großen Preis in Ocala. (© Andre Ryback Photography)
Drei Mal Null in Runde zwei
In Runde zwei treten in der League of Nations dann jeweils nur noch drei Paare an. Otto Becker entschied, dass René Dittmer würde zusehen müssen. Dennoch war er mit dem League of Nations-Debüt des 33-Jährigen hochzufrieden. Die Entscheidung des Bundestrainers erschien jedoch im wahrsten Sinne des Wortes goldrichtig. Denn besser als das, was Deutschland in Runde zwei zeigte, geht es nicht. Die drei Paare kamen mit drei Nullrunden nach Hause. Dies führte dazu, dass sowohl Richard Vogel und Cloudio als auch Christian Kukuk und Checker zu den nur sechs Doppelnullern zählten. Und dass Deutschland schlichtweg unschlagbar war. Die Iren hatten am Ende einen Abwurf zu viel im schwierigen Parcours des Iren Aron Vale und wurden damit Zweite. Auf den dritten Platz arbeiteten sich nach insgesamt zwölf Punkte die Belgier nach vorn.

René Dittmer und Corsica debütierten in Ocala in der League of Nations. (© Andre Ryback Photography)
Der Jubel im deutschen Team war riesig groß! Mit 190 Punkten führt man nun auch die Gesamtwertung der League of Nations nach zwei Etappen vor Frankreich und Irland an. „Ich habe hier großartige Teamkollegen“, betonte Schlussreiter Richard Vogel. „Sie haben wirklich gute Arbeit geleistet. Ich bin fast schon in einer etwas entspannten Situation in den Parcours gegangen, da ich mir sogar einen Abwurf leisten konnte. In diesem Format mit nur drei Paaren in Runde zwei sehr spannend. Alles ist möglich, wie wir in der zweiten Runde gesehen haben. Ich bin sehr stolz auf mein Pferd Cloudio. Er ist extra für den Nationenpreis hier rübergeflogen und wir hatten keine gemeinsame Vorbereitung. Ich könnte nicht glücklicher mit ihm sein.“
„Ich war ein bisschen traurig wegen meines Abwurfs in der ersten Runde, aber das Gefühl mit Chakaria war so unglaublich, dass ich eigentlich mit der ersten Runde zufrieden hätte sein sollen“, fügte André Thieme hinzu. „Jetzt bin ich umso glücklicher, dass ich heute eine zweite Chance bekommen habe und diese fehlerfreie Runde reiten konnte. Es bedeutet mir alles, dass dieses Pferd wieder da ist. Ein Pferd wie Chakaria wird nicht jeden Tag geboren.“
Fit dank Ludger Beerbaum
„Mein letzter Start mit Checker war im Dezember, also bin ich drei Monate lang nicht wirklich auf ihm geritten“, erklärte Olympiasieger Christian Kukuk, der seinem ehemaligen Arbeitgeber dafür dankte, dass er seinen westfälischen Wallach in Form gehalten hatte. „Ich muss Ludger Beerbaum und seinem Team in Riesenbeck ein riesiges Dankeschön aussprechen, denn er blieb noch bei ihnen und sie haben ihn fit gehalten. Er war einfach topfit, in perfekter Verfassung. Ich hatte heute ein riesengroßes Lächeln aus Glück und Dankbarkeit im Gesicht.“
René Dittmer fügte hinzu: „Ich bin wirklich dankbar, Teil eines solchen Teams zu sein, mit Reitern, die so viel erreicht haben. Es ist ein unglaubliches Gefühl, hier zu gewinnen.“
„Wir kommen wirklich sehr gerne hierher und nutzen diese unglaubliche Anlage bei jeder sich bietenden Gelegenheit“, ergänzte ein überglücklicher Richard Vogel. „Für unsere Pferde, für unsere Mitarbeiter und für uns Reiter könnten wir uns nichts Besseres wünschen als Turniere wie Ocala. Die Parcours sind fantastisch. Wir haben genügend Reitplätze, um mit unseren Pferden zu trainieren. Die Stallungen sind perfekt. Es gibt nicht genug positive Worte, um diese Anlage zu beschreiben. Ich bin sehr dankbar, dass ich hierherkommen darf.“
Und schlussendlich war das Grinsen auch nicht mehr aus dem Gesicht von Equipechef Otto Becker wegzubekommen: „Was für eine Woche, was für ein Team!“, meinte er kopfschüttelnd. „Mir fehlen die Worte. Wir hatten eine großartige Woche in jeder Hinsicht, und der heutige Sieg in der League of Nations bedeutet mir sehr viel. Ich bin sehr stolz. Ich weiß das, was wir heute gesehen haben, sehr zu schätzen und finde, es war eine großartige Werbung für den Sport.“
Das komplette Ergebnis mit allen Wochensiegern gibt es hier.


