Der Schweizer Weltmeister Steve Guerdat stand im Mittelpunkt der Diskussionen über das Teambuilding-Video.
Ein Teambuilding-Event der Schweizer Springreiter vor den Weltmeisterschaften in Aachen ist wohl ein paar Schrittchen zu weit gegangen. Diesen Anschein erweckt ein Video, das derzeit im Netz kursiert. Screenshots daraus hat das Schweizer Finanzportal „Inside Paradeplatz“ veröffentlicht.
Bei dem Event wurden wohl drei Gruppen der unterschiedlichen Landesverbände gebildet, die jeweils Szenen mit verschiedenen Hintergründen nachstellen sollten. Während ein Team einen Western „drehte“, ging es bei der Gruppe von Steve Guerdat, den „Romands“, um die Thematik „Mafia“.
Dass man dabei an Geld, Macht, Drogen und Sex denkt … wen wundert´s?
Dennoch war wohl nicht beabsichtigt, dass das Video, welches mit Hilfe von KI zusammengebastelt ans Team-Event erinnern sollte, ins Netz gelangt.
Nun sieht man die Springreiter unter anderem in Posen, die entfernt an einen Blowjob im Soft-Porno-Stil erinnern oder auch ein nachgestelltes Verhör in Fesseln zeigen. Eine andere Szene erinnert an das Schniffen von Kokain.
Durch die Veröffentlichung hat sich der Schweizer Verband „Swiss Equestrian“ eingeschaltet und sich von dem Video und der Veranstaltung distanziert. In einer Erklärung heißt es:
Die im Video gezeigten Verhaltensweisen und Äußerungen entsprechen nicht den Werten und Verhaltensgrundsätzen unseres Verbands.
„Vielleicht war es bescheuert“
Mittlerweile hat sich auch Steve Guerdat, der als Einzelweltmeister der prominenteste Anwesende der besagten Aufnahmen ist, zu Wort gemeldet.
Gegenüber dem Schweizer Portal „20 Minuten“ gab er eine Erklärung ab, in der es heißt:
Es war ein Tag mit den anderen Kaderreitern, aber niemand wusste, dass wir Filme drehen würden. Das war eine Überraschung. Wir mussten zufällig eine Karte mit einem Thema ziehen, und wir bekamen die Mafia, zusammen mit den dazugehörigen Gegenständen und Kostümen. Für uns bedeutete Mafia Geld, Drogen und Frauen. Das ‚Kokain‘ war natürlich in Wirklichkeit Zucker. Wir haben das gemacht, um uns kaputtzulachen, nichts weiter. In diesem Video bin ich kein Spitzensportler. Man hat mich gebeten, die Rolle eines Schauspielers zu übernehmen, in diesem Fall die des Mafia-Paten. Ich habe nicht das Gefühl, etwas Falsches getan zu haben. Wir haben keinen Pornofilm gedreht, keine Drogen waren im Spiel. Das hindert mich nicht daran, mich selbst bescheuert zu finden, wenn ich diesen Film anschaue, aber was hätten wir machen sollen? Uns nicht darauf einlassen? Vielleicht war es bescheuert. Aber nicht bösartig. Ich werde mich deswegen auch nicht auf die Knie werfen und um Verzeihung bitten. Aber übernehme meinen Teil der Verantwortung und die Konsequenzen.
Wir finden: Diese Angelegenheit sollte sachlich betrachtet, aber nicht unnötig hochgekocht werden. Zwar mögen die Darstellungen zu weit gehen, andererseits waren sie nie für die Öffentlichkeit beabsichtigt und die Kaderreiter haben aus freien Stücken am Event teilgenommen. Was hier als interner „Spaß“ passiert ist, har kinerlei Einfluss auf die Leistung im Sport und vor allem den Umgang der Teambuilding-Teilnehmer mit ihren Pferden.
Und so heißt es mittlerweile auch von Schweizer Verbandsseite:
Das entsprechende Verfahren ist abgeschlossen. Daraus ergaben sich keine weiteren Massnahmen gegenüber dem Verband oder Einzelpersonen.