Chesalico unter Malin Hansen-Hotopp © Jan Frohne

Chesalico gewinnt mit Malin Hansen-Hotopp im Sattel das Bundeschampionat der fünfjährigen Vielseitigkeistpferde.

Spannung pur herrschte auf dem Geländeplatz beim Finale der fünfjährigen Vielseitigkeitspferde: Doppelsieg für die Nachwuchs-Cracks aus dem Hause Julia Krajewski oder Sieg für den Youngster ihrer Team-Kollegin von Aachen, Malin Hansen-Hotopp?

Die Antwort stand tatsächlich erst fest, nach dem das Paar aus Mecklenburg die Ziellinie passierte und sich die Richter minutenlang (aber verheißungsvoll) in Schweigen gehüllt hatten: Chesalico ist der neue Bundeschampion bei den fünfjährigen Vielseitigkeitspferden!

Bundeschampion Chesalico – so sehen Sieger aus

Der „Prototyp des modernen Vielseitigkeitspferdes“, so die Jury, zog mit seiner Glanzleistung im Cross Richter und Publikum gleichermaßen in seinen Bann, erntete Höchstnoten und tobenden Applaus. Siegreich und mit einer glatten Neun beendete der Holsteiner Sohn des Chezarro aus eine Mutter von Colmann den Cross, den er als Zweiter betreten hatte.

Der ebenso leichtfüßige wie bildhübsche Sieger punktete dabei insbesondere in Sachen Galoppade sowie Gesamtperspektive. Gezogen ist der frisch gebackenen Bundeschampion von Anneliese Siebert. Als Besitzer ist Franziska Czygan eingetragen.

Carbolin – endlos lange Beine und eine silberne Medaille

Als Führender nach Dressur und Springen startete Carbolin ins Gelände und zeigte auch dort, was in ihm steckt. Von Olympiasiegerin und Team-Weltmeisterin Julia Krajewski schön in Szene gesetzt, bekam der Holsteiner Clarimo-Nachkommen (M.v. Quinar, aus der Zucht von Klaus Thiedemann (B. MS Business Network GmbH)) durchweg sehr gute Noten und beendete den Cross als Dritter. Der sportive Youngster mit den endlos langen Beinen sicherte sich damit das Vize-Championat bei den Nachwuchs-Buschpferden sowie die Silbermedaille.

Carbolin, Vize-Champion der fünfjährigen Buschpferde unter Julia Krajewski

Toller zweiter Platz: Carbolin, Vize-Champion der fünfjährigen Buschpferde unter Julia Krajewski (© Jan Frohne)

Nach Sieg in Final-Quali: Bronze für weiteren Krajewskis Vielseitigkeits-Youngster

ChrisTonic, eindrucksvoller Sieger der Finalqualifikation, ist Stallkollege des Vize-Bundeschampions Carbolin und nun genau wie dieser Medaillenträger: Bronze wurde es nämlich für den Holsteiner Schimmel-Hengst aus der Zucht von Manfred Johannsen, der seiner Reiterin Julia Krajewski gemeinsam mit Familie Vollmer gehört.

Der Crack-Sohn aus einer Dinken-Mutter, war als Zweitbester im abschließenden Gelände richtig gut unterwegs: Hochmotiviert, sprungstark und unerschrocken. Final summierten sich aus Dressur, Springen und Gelände ausreichend Punkte für den Sprung aufs Treppchen.

ChrisTonic mit seiner Reiterin Julia Krajewski

Bronze-Medaille nach Sieg in der Final-Quali – ChrisTonic mit seiner Reiterin Julia Krajewski. (© Jan Frohne)

Mut zum Vollblut in der Vielseitigkeits-Zucht

„Wir haben hier wirklich tolle Pferde gesehen“, freut sich Martin Plewa über die Leistungen, die die Youngster im Finale des Bundeschampionats abgeliefert haben. Der frühere Bundestrainer der Vielseitigkeit und renommierte Ausbilder. „Da sind mit Sicherheit Pferde dabei, die wir hinterher im Spitzensport wiedersehen werden“.

Aufgefallen ist dem Vielseitigkeitsexperten allerdings, dass zunehmend Pferde mit springbetonter Abstammung an den Start gehen und vorne landen. „Das ist eine Entwicklung, die ich mit ein bisschen Sorge sehe. Ja, das Parcours-Springen ist im Rahmen der Vielseitigkeit inzwischen enorm wichtig geworden, aber man ja beispielsweise bei den Weltmeisterschaften in Aachen gesehen, dass Springvermögen alleine nicht reicht. Die nur sprunggewaltigen Pferde tun sich oft schwer in der Zeit zu bleiben“, so Plewa, der sich von den Züchtern mehr Mut zum Vollblut wünscht. „Wir brauchen einfach auch die Leichtfüßigkeit der Vollblüter“ und das nicht nur in der zweiten oder gar dritten Generation.

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