Die Quadrille der Deutschen Landgestüte als Höhepunkt der Eröffnungsfeier.
Dazu gibt´s das Beste von der Eröffnungsfeier, einen unverhofften WM-Start und einen Altersunterschied von 50 Jahren (!) im Dressurviereck!
Das steht heute auf dem Programm: Tag der Entscheidung
Das Wichtigste zuerst: Heute fällt die Entscheidung im Grand Prix und damit die Mannschaftswertung der Dressurreiter. Deutschland liegt derzeit in Führung vor Großbritannien und Australien. Das hat aber noch recht wenig Aussagekraft, da bislang erst ein Ergebnis zählt. Unsere Tipps für die Top 3 erfahrt ihr hier.
Für Deutschland an den Start gehen heute Katharina Hemmer und ihr 14 Jahre alter Denoix PCH um 12:30 Uhr (wieder mal zur Mittagsstunde wie gestern Raphael Netz). Um 17:30 Uhr startet als Drittletzte Isabell Werth mit der zwölfjährigen Wendy de Fontaine. Danach sollte die Entscheidung gefallen sein, da nur noch Norwegen und die USA folgen. Die anderen Favoriten sind vor Werth dran: Dänemark mit Cathrine Laudrup-Dufour mit Mount St. John Freestyle bereits um 15:55 Uhr. Großbritannien mit Lottie Fry und Glamourdale um 17:10 Uhr sowie Belgien mit Justin Verboomen und Zonik Plus um 17:20 Uhr. Hier geht es zum Liveticker von gestern zum Nachlesen.
Die Entscheidung gibt es live auf sportschau.de (ab 13:50 Uhr) und bei ClipMyHorse. Hier geht es zu den Live-Ergebnissen.
Alexandras persönlicher Tipp für heute im Grand Prix:
Gold: Deutschland
Silber: Großbritannien
Bronze: Dänemark
Gestern war die Stimmung unter den Dressurreitern bestens, wie man hier bei Raphi Netz und Katha Hemmer sieht:

Raphi Netz und Katha Hemmer hatten gestern viel Spaß. (© www.sportfotos-lafrentz.de/Sharon Vandeput)
Bewegende Eröffnungsfeier
Eine absolut bewegende Eröffnungsfeier inszentierten die Organisatoren in Aachen am gestrigen Abend. Höhepunkt war zweifellos die Quadrille der Landgestüte. Sie tanzten zur Premiere der eigens für dieses Championat komponierten Hymne des Kölner Komponisten Marc Vogler, der aus den Buchstaben A–A–C–H–E eine Tonfolge entwickelte und so den Namen Aachen in Musik verwandelte.
Aber auch sonst gab es ein wunderbares, buntes Potpourri aus Erinnerungen (die Sieger der WEG 2006 wurden mit Kutschen hereingefahren) und Ausblicken auf die Zukunft (die Nachwuchsreiter zeigten ein beeindruckendes Schaubild). Showreiterin Lisa Röckener faszinierte mit ihrer Darbietung ebenso wie Laury Tisseur mit seiner modernen Interpretation der ‚Ungarischen Post‘. Royalen Glanz gab es auch: Die Enkelin der verstorbenen Queen Elizabeth II. und Nichte von King Charles III., Zara Tindall, Goldgewinnerin von 2006, war da. Aber auch Kronprinzessin Amalie der Niederlande und Mary von Dänemark, um nur einige zu nennen.
FEI-Präsident Ingmar De Vos brachte diese besondere Kraft des Pferdesports auf den Punkt: „Hier in Aachen werden wir die Vielfalt der teilnehmenden Nationen und Kulturen feiern und der Welt zeigen, welche Kraft der Sport hat, Menschen aus allen Teilen der Welt durch gemeinsame Werte wie Respekt, Freundschaft, Spitzenleistungen und nicht zuletzt die Liebe zu Pferden zusammenzubringen.“ Vielseitigkeits-Legende Andrew Hoy gab diesem Gedanken eine Stimme, als er im Namen aller Teilnehmer den Athletenschwur sprach. Den Blick nach vorn richtete Stefanie Peters: „Jetzt beginnen die Wettbewerbe, jetzt zählt jeder Moment. Vor uns liegen zwei Wochen großartigen Pferdesports und eine Atmosphäre, die weit über dieses Stadion hinausstrahlen wird“, so die Präsidentin des Aachen-Laurensberger Rennvereins.
Jannik Heiland rückt ins Voltigier-Team nach
Die Voltigierpferde sind mittlerweile auch alle vor Ort. Ihre Wettkämpfe beginnen am Donnerstag mit den Compulsory Tests, der Pflicht. Heute steht die Familiarization auf dem Programm. Vor dem gestrigen Vet-Check gab es einen Ausfall in der deutschen Mannschaft zu beklagen. Der 18 Jahre alte Rockemotion NRW wurde aufgrund einer akuten Lahmheit zurückgezogen und den Tierärzten gar nicht vorgestellt. Er hätte mit Leon Hüsgen unterwegs sein sollen. Stattdessen darf sich Jannik Heiland mit Rey Rubino und Longenführer Lars Hansen doch noch den großen Traum von der Weltmeisterschaft in Aachen erfüllen. Alle anderen Pferde passierten den Vet-Check ohne Probleme.
Die Voltigierwettbewerbe beginnen mit der Pflicht, am Freitag folgen das Technikprogramm der Damen und Herren sowie die erste Kür im Pas de Deux. Am Samstag und Sonntag fallen dann die Entscheidungen in der Kür. Außerdem steht die Teamwertung auf dem Programm, für die je Land jeweils die Gruppe und zwei Einzelvoltigierer an den Start gehen.
Für Jannik Heiland sind es die fünften Weltmeisterschaften. Er kam immer mit einer Medaille zurück. Neben dem Einzel geht er mit Kimberly Hyks auch im Pas-de-Deux an den Start.
Mary Hanna übernachtet mit 71 Jahren auf Platz drei
Die Australierin Mary Hanna ist 71 Jahre alt. Sie war bei sechs Olympischen Spielen dabei: 1996 in Atlanta, 2000 in ihrer Heimat Sydney, 2004 in Athen, 2012 in London, 2016 in Rio und 2021 in Tokio. Hinzu kommen sieben Weltreiterspiele beziehungsweise Weltmeisterschaften seit 1994 in Den Haag. Zuletzt war sie 2022 mit dem australischen Team auf Platz acht unterwegs. Da könnte in diesem Jahr noch einmal etwas gehen für die in Melbourne geborene Legende. Denn Australiens Dressurreiter durften auf dem Bronzerang übernachten. Es ist zwar zu erwarten, dass sie heute noch einmal etwas nach hinten rutschen, doch allein schon diese Leistung ist einen speziellen Applaus wert, finden wir. Simone Pearce und Will Marq ritten gestern zu 72,391 Prozent und damit auf Rang vier. Für Mary Hanna und es Platz 28 mit dem 13 Jahre alten niederländischen Desperado-Sohn Ivanhoe (67,267 Prozent).
Die Jüngste im Feld auf Platz zehn
Auch unsere Nachbarn aus Österreich durften sich gestern freuen. Felicita Simoncic ist erst 21 Jahre alt, ritt zuvor im Jungen Reiter-Lager. Bei ihrem ersten Championat mit dem 16-jährigen Wynton-Sohn Four Legends auf ganzer Linie und legte mit 70,730 Prozent die bislang beste Wertung ihrer noch jungen Karriere hin. Platz zehn hieß das.
„Ich bin einfach sprachlos. Das Abreiten war zunächst etwas schwierig, da war ich noch aufgeregt und nicht ganz so konzentriert. Das hat mich Fipsi spüren lassen. Aber innerhalb von zehn Minuten haben wir uns super aufeinander eingespielt. In der Arena war er dann total bei mir und hat so gut zugehört“, freut sich Simoncic. „Ich habe versucht, ganz auf ihn und seine Bedürfnisse einzugehen, und er hat wahnsinnig gut mitgemacht. Alle komplizierten Sachen sind uns geglückt. Dass wir ausgerechnet beim WM-Debüt ein Personal Best schaffen, kann ich eigentlich gar nicht glauben. Ich bin unglaublich stolz auf Fipsi.“


