Lillie Keenan und Kick On © S. Lafrentz

Lillie Keenan und Kick On in der zweiten Qualifikation zum Großen Preis in Aachen.

Bei den Weltmeisterschaften in Aachen warLillie Keenan mit ihrem Top-Pferd Fasther Teil des US-Springreiterteams. Der Mannschaft gelang in diesem Jahr nicht der Sprung auf das Podium, obgleich sie als Mitfavorit gehandelt worden war.

Nun wurde bekannt, dass von Lillie Keenans zweitem Top-Pferd, dem zwölfjährigen britischen Hengst Kick On, eine positive Medikationskontrolle beim tsCHIO Aachen im Mai vorliegt. Ausdrücklich handelt es sich nicht um Doping! Wie seit einiger Zeit üblich wurde über den Fall, ebenso wie drei weitere, welche bei der FEI seit Montag einsehbar sind, im Fast-Track-Verfahren entschieden.

Das ist möglich, wenn

  •  es sich um einen Verstoß gegen die Controlled-Medication-Regeln, also um einen Wirkstoff aus dem Bereich der kontrollierten Medikation, handelt. Nicht um einen Banned-Substance-Fall.
  • es sich um den ersten Verstoß sowohl des Pferdes als auch der Person Responsible (PR) handelt.
  • der Fall nicht bei Olympischen Spielen oder FEI Weltmeisterschaften auftrat.

Im Zuge des Fast-Track-Verfahrens stimmt der Betroffene zu, dass

  • die Disqualifikation des Pferdes vom gesamten betreffenden Event erfolgt.
  • Preisgeld, Medaillen und sonstige Preisen zurückgehen.

Zudem gibt es eine Geldstrafe von 1.500 Schweizer Franken und 1.000 bis 2.000 Schweizer Franken Verfahrens-/Testkosten fallen an. Wichtig ist, dass durch dieses Verfahren keine weitere Strafe entsteht! Also keine Sperre!

Behandlung mit Kortisonpräparat

Bei seinem Sieg in der zweiten Qualifikation zum Großen Preis bei tsCHIO (den am Ende Richard Vogel mit United Touch gewann) war Lillie Keenans Warrior-Sohn positiv auf die Substanz Triamcinolone Acetonide getestet worden. Dabei handelt es sich um ein Kortisonpräparat, das beim Pferd hauptsächlich zur Behandlung der Gelenke Anwendung findet. Die Abbauzeiten des Präparats variieren stark, weshalb die Problematik wohl entstehen konnte.

Ihre Platzierung und das Preisgeld muss Lillie Keenan zurückgeben. Ansonsten wird der Fall keine weiteren Folgen haben. Außer Lillie Keenan, die neben dem Sport als Modedesignerin unterwegs ist, gibt es drei weitere Fälle, die aktuell entschieden wurden. Bei Alexis Gourdins Chacido wurde auf den Entzündungshemmer und Schmerzstiller Meloxicam positiv getestet. Bei Nonchalant der US-Vielseitigkeitsreiterin Catie Cejka testete man ebenfalls positiv auf einen Entzündungshemmer, Firocoxib. Quatar vom Spanier Juan Antonio Jimenez Cobos war von einer Medikation mit Cannabidiolsäure, der Wirkstoff der Hanfpflanze, betroffen.

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