Erstmals wurden in Kasachstan Przewalski-Fohlen in freier Wildbahn geboren. © ACBK/Albert Salemgareyev

Erstmals wurden in Kasachstan Przewalski-Fohlen in freier Wildbahn geboren.

Erstmals seit rund 200 Jahren gibt es in Kasachstan wieder Przewalski-Fohlen in freier Wildbahn. Im Wiederansiedlungszentrum Alibi in der Altyn-Dala-Steppe kamen im August zwei Fohlen zur Welt. Ihre Mütter wurden vor zwei Jahren aus dem Tierpark Berlin nach Kasachstan gebracht. Beide Fohlen sind wohlauf und wachsen gemeinsam mit der Herde in einem Lebensraum auf, aus dem die Wildpferde rund 200 Jahre lang verschwunden waren.

Die Geburt ist ein Meilenstein des internationalen Wiederansiedlungsprojekts „Return of the Wild Horses“. Die ersten sieben Przewalski-Pferde aus dem Tierpark Berlin und dem Zoo Prag erreichten Kasachstan 2024. 2026 folgten vier Stuten aus dem Nürnberger Tierpark, dem Marwell Zoo in Großbritannien und dem Tierpark Berlin sowie vier Hengste.

Letztes lebendes echtes Wildpferd

Das Przewalski-Pferd gilt als das letzte noch lebende echte Wildpferd. Nachdem die Art in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Wildnis ausgestorben war, überlebte sie nur dank internationaler Zuchtprogramme in Zoos. In der Mongolei und China ist die Wiederansiedlung bereits gelungen. Kasachstan ist nun das dritte Land, in dem die Pferde wieder in ihrer ursprünglichen Heimat angesiedelt werden.

Die Przewalski-Herde in der kasachischen Steppe.

Die Przewalski-Herde in der kasachischen Steppe. (© : ACBK/Kanat Batyrkhanuly)

Das Wiederansiedlungszentrum Alibi bringt die Tiere zunächst in großzügigen Akklimatisierungsgehegen unter. Dort konnten sie sich ein Jahr lang an Klima, Landschaft und natürliche Bedingungen gewöhnen. Temperaturen von bis zu -40 Grad und die raue Umgebung der kasachischen Steppe stellen besondere Anforderungen an die Tiere.

Wiederansiedlung geglückt

„Die Geburt des ersten Fohlens ist das Ergebnis einer enormen Menge an Arbeit, die lange vor der Ankunft der Pferde in Kasachstan begonnen hat“, sagt Vera Voronova, Direktorin der Association for the Conservation of Biodiversity of Kazakhstan (ACBK). Die Vorbereitung des Geländes und der Infrastruktur, die komplexe Transportlogistik, die Eingewöhnung sowie die tägliche Überwachung und Versorgung durch Fachleute seien entscheidend gewesen. Nun müsse die Entwicklung der ersten in Kasachstan geborenen Przewalski-Pferde beobachtet werden. „Wir hoffen, dass diese erste Generation den Grundstein für eine sich selbst erhaltende Population legen wird.“

Das internationale Konsortium koordiniert die Wiederansiedlung mit Partnern aus Europa und Asien. Das Management vor Ort, die tierärztliche Betreuung und die ökologische Überwachung übernehmen die Altyn Dala Conservation Initiative und das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW). Langfristiges Ziel ist es, bis 2029 insgesamt 40 bis 45 Wildpferde in die Turgai-Steppe in Zentralkasachstan zu entlassen.

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