Zwischen den Yellow Cabs ein paar Pferde: So sieht die Realität in New York bislang aus.
Die traditionellen Pferdekutschen im New Yorker Central Park sollen ab 1. Juni 2028 schrittweise abgeschafft werden. Das berichten mehrere Medien wie die New York Times und CNN. Bürgermeister Zohran Mamdani und Stadtratspräsidentin Julie Menin haben sich auf einen entsprechenden Gesetzentwurf verständigt. Dieser soll noch im Oktober 2026 im Stadtrat zur Abstimmung gestellt werden.
Seit Jahren kritisieren Tierschutzorganisationen die Haltungs- und Arbeitsbedingungen der Kutschpferde. Sie bemängeln Überlastung, die Schreckhaftigkeit der Tiere sowie unzureichende Stallbedingungen und Verstöße gegen städtische Vorschriften. Kutschenbesitzer und Fahrer weisen diese Vorwürfe zurück und betonen, dass die Pferde gut versorgt würden und die Ställe den geltenden Vorschriften entsprächen.
Neue Dynamik erhielt die Debatte nach dem Tod des 18-jährigen Touristen Romanch Mahajan im Sommer 2026. Dieser war aus einer fahrenden Kutsche geschleudert worden, nachdem das Pferd durchgegangen war. Nach Angaben der Gewerkschaft der Kutschfahrer und der Central Park Conservancy, die den Park verwaltet, soll es sich um den ersten tödlichen Kutschenunfall seit Einführung der Fahrten vor mehr als 150 Jahren gehandelt haben.
„Nicht länger akzeptabel“
Julie Menin erklärte, der tragische und vermeidbare Tod des jungen Touristen habe gezeigt, dass der bisherige Zustand nicht länger akzeptabel sei. Mit dem Gesetz, das nach dem Opfer „Romanch’s Law“ genannt wird, solle die Sicherheit von Einwohnern, Besuchern und Pferden verbessert werden.
Auch die Zukunft der Pferde und der betroffenen Beschäftigten soll geregelt werden. Pferdebesitzer müssen das Büro des Bürgermeisters für Tierschutz informieren, bevor sie ihre Tiere an Kutschbetriebe abgeben. Der Gesetzentwurf verbietet ausdrücklich, die Pferde zur Schlachtung oder zur Verwendung in einem anderen Kutschbetrieb zu verkaufen oder zu überstellen.
Für die Fahrer ist ein Übergangsprogramm vorgesehen. Die Stadt soll einen Plan entwickeln, der ihnen den Wechsel in andere Beschäftigungsverhältnisse ermöglicht. Bürgermeister Mamdani soll dafür eine zuständige Behörde benennen. Als mögliche Arbeitgeber beziehungsweise Einsatzbereiche nennt der Gesetzentwurf unter anderem den Tourismusbereich in Richtung Hotels, Taxis und Limousinen-Services. Ein Übergangsplan soll bis April 2027 ausgearbeitet werden. Die Gewerkschaft Transportation Workers Union (TWU) Local 100 lehnt die Abschaffung ab. Ihr internationaler Präsident John Samuelsen kritisierte, dass der Gesetzentwurf keine ausreichende finanzielle Unterstützung für die Beschäftigten vorsehe.
Die Tierschutzorganisation New Yorkers for Clean, Livable and Safe Streets (NYCLASS), die sich seit Jahren für ein Verbot einsetzt, begrüßte die Einigung. Ihre Geschäftsführerin Edita Birnkrant würdigte insbesondere die langjährige Arbeit von Tierschützern und Unterstützern für das Wohlergehen von Pferden und Menschen im Straßenverkehr.