In Berlin traf sich der Parlamentskreis Pferd.
Im Paul-Löbe-Haus in Berlin stand am 19. März das Pferd im Mittelpunkt. Aktuelle Herausforderungen, neue Strategien und wichtige Grundsätze rund ums Pferd und den Pferdesport wurden durch die Deutsche Reiterliche Vereinigung sowie mehrere Politiker diskutiert. Martin Richenhagen, Präsident, und Dr. Klaus Miesner als Vorstand Zucht legten klar die Positionen von Pferdesport Deutschland dar. Sie erläuterten zudem die strategische Neuausrichtig des Verbandes. An dem Austausch nahmen die Bundestagsabgeordneten Dieter Stier (CDU), Dr. Franziska Kersten (SPD), Hermann Färber (CDU), Artur Auernhammer (CSU), Caroline Borsbach (CDU) und Johannes Winkel (CDU) teil. Thematisch wurden einige heiße Eisen behandelt.
GOT im Zentrum
Martin Richenhagen und Klaus Miesner machten deutlich, dass die derzeitige Ausgestaltung der GOT im Pferdebereich vielfach zu erheblichen bis extremen Mehrkosten führt. Damit sei die Zukunft der Pferdehaltung in Deutschland gefährdet. Martin Richenhagen betonte: „Wir sehen die zunehmende finanzielle Überforderung der Pferdehalter, die zu deutlichen Rückgängen in Zucht und Sport führt.“ Dr. Klaus Miesner schloss an: „Es braucht jetzt das klare politische Bekenntnis und den gesetzgeberischen Willen für eine Kompletthinterfragung der GOT.“
Zu diesem Bereich gehört auch, dass Pferdesport Deutschland fordert, dass das Pferd endlich einheitlich rechtssicher als landwirtschaftliches Nutztier auf europäischer und nationaler Ebene eingestuft wird. „Denn viele gesetzliche Auflagen müssen bei der Haltung von Pferden analog zu anderen landwirtschaftlichen Nutztieren erfüllt werden. Bei der GOT ist das Pferd unverständlicherweise aber kein landwirtschaftliches Nutztier mehr“, so Miesner.
Von Wolf bis Olympia
Auch der Umgang mit dem Wolf war Thema. Der Verband dankte für die Unterstützung der Politik zur Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz. Er machte jedoch erneut deutlich, dass die Zumutbarkeit von Herdenschutzmaßnahmen angemessen bewertet werden muss. Gerade in Bezug auf sogenannte Problemwölfe forderten sie realistische Einschätzungen.
Klaus Miesner informierte den Parlamentskreis Pferd zudem über neueste Entwicklungen im Bereich der genomischen Selektion. Diese spielt eine zunehmend wichtige Rolle für die deutsche Pferdezucht. Der Verband bat um politische Unterstützung beim Aufbau belastbarer Datengrundlagen, insbesondere für Gesundheitsmerkmale.
Pferdesport Deutschland sprach sich zudem deutlich für die deutsche Olympiabewerbung aus und betonte die Bedeutung einer langfristigen Sportförderung – auch für Disziplinen jenseits der olympischen Programme. Der Verband sieht darin ein wichtiges Signal für die Zukunft des Pferdesports in Deutschland. Als Reitsportnation liegt in Deutschland in der ewigen Tabelle der Olympischen und Paralympischen Spiele mit 48 Gold-, 25 Silber- und 27 Bronzemedaillen vorn.