Die belgische Polizei ermittelte mit Kollegen aus drei weiteren Ländern. © Police Federale

Europol ist in vier Ländern gegen Pferdehändler vorgegangen, die in illegale Fleischgeschäfte verwickelt sein sollen. Das berichtet der Deutschlandfunk. Am 8. und 9. September waren über 200 Ermittler im Rahmen der Razzia im Einsatz. Die Händler stehen im Verdacht, möglicherweise rund 1.000 Rennpferde mit gefälschten Papieren als Schlachtpferde deklariert und verkauft zu haben.

Im Fokus stehen ‚ausgediente Rennpferde‘, die aufgrund einer vorherigen Medikamentenbehandlung nicht für den menschlichen Verzehr zugelassen sind und deshalb praktisch keinen Marktwert haben sollen. Durch gefälschte Unterlagen können solche Tiere jedoch als Schlachtpferde ausgewiesen und für etwa 1.000 bis 1.500 Euro pro Pferd verkauft werden.

Laut einer Pressemitteilung der belgischen Police Fédérale wurden 24 Durchsuchungen durchgeführt. Vier davon in Belgien, sieben in den Niederlanden, sieben in Frankreich und sechs in Irland. Dabei kontrollierten die Behörden mehr als 1.000 Pferde hinsichtlich ihrer Identität, Herkunft und ihres Wohlergehens. Eine nicht näher benannte, aber beträchtliche Zahl der Tiere wurde nach Angaben der belgischen Polizei administrativ oder gerichtlich beschlagnahmt. Zudem stellten die Ermittler Register, Rechnungen und Kommunikationsmittel sowie mehr als 100.000 Euro Bargeld sicher.

Im Mittelpunkt des mutmaßlichen Betrugssystems stehen offenbar gefälschte Pferdepässe und doppelte beziehungsweise manipulierte Mikrochips. Dadurch sollen Pferde eine neue Identität erhalten haben. Auf diese Weise konnten nach bisherigem Ermittlungsstand ihre ursprüngliche Herkunft und Vorgeschichte verschleiert und möglicherweise auch ihr Status hinsichtlich der Eignung für die Lebensmittelkette verändert werden. Der Verdacht besteht, dass die nicht für den menschlichen Konsum bestimmten Pferde illegal zu Fleischprodukten verarbeitet wurden. Ein Pferdehändler aus Ostflandern spielt dabei laut Police Fédérale offenbar eine zentrale Rolle. Die Ermittlungen sollen nun klären, wie viele Tiere tatsächlich betroffen sind und in welchem Umfang Pferdefleisch in die Lebensmittelkette gelangte.

 

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