Udo Lange bei einer Promistunde des St.GEORGs im Jahr 2013.
In Kriegszeiten wurde Udo Lange am 13. April 1943 in der Nähe von Dresden geboren. Es folgte früh die Flucht aus der von Russland besetzten ‚Ostzone‘. Die kleine Familie kam in Düren unter. Dort begann der junge Udo Lange mit dem Reiten. Sein Reitlehrer Otto Nagel vermittelte dem pferdebegeisterten jungen Mann eine Lehrstelle. 1958 begann er eine Bereiterlehre in der Reitschule Kordes in Hilden, die er später in der Westfälischen Reit- und Fahrschule unter der Leitung von Paul Stecken beendete. Dies war der Anfang. Stecken vermittelte ihn schließlich zu Wilhelm Aust ins baden-württembergischen Ludwigsburg. Später ging es in den Turnierstall des Stuttgarter Bauunternehmers Gustav Epple. In Baden-Württemberg sollte Langeüber viele Jahre bleiben – bis in die Selbstständigkeit.
Udo Lange entwickelte sich zweifelsohne zu einem der großen alten Meister. Vor allem bekannt als Dressurreiter, -ausbilder und -trainer. Doch seine Anfänge lagen in der Vielseitigkeit. Hier war Lange 1966 Landesmeister in Baden-Württemberg. Auch im Springen war erfolgreich bis zur Klasse S unterwegs. Und dann gab es eben noch seine große Leidenschaft: die Dressur. 1971 ritt Lange seinen ersten Grand Prix. 1977 wurde er erstmals baden-württembergischer Meister in der Dressur. Auch hier sollten sechs weitere Titel folgen. Ein Jahr später gelang der erste Titel als Berufsreiterchampions, dem fünf weitere folgten.
Zu seinen Schülern gehörten Margit Otto-Crepin, Ton de Ridder und Christilot Boylen, mit der er von 1990 bis 2014 eine eigene Anlage in Unterfranken führte. Boylen war Langes Lebenspartnerin.
1996 bekam Udo Lange den Titel ‚Reitmeister‘ verliehen. Die letzten Jahre war er in Medingen in der Lüneburger Heide zuhause. Über Jahre kämpfte er gegen den Krebs. Nun starb er im Alter von 83 Jahren zuhause in seiner Wohnung.
Rührende Abschiedsworte
Christilot Boylens Tochter Billie nahm rührend auf Social Media Abschied:
„Es ist nie perfekt – man kann immer noch besser werden!!!
Mit großer Trauer teile ich meinen Freunden, insbesondere den Freunden aus dem Reitsport, mit, dass Udo verstorben ist.
Ich werde keinen tränenreichen Beitrag schreiben, denn das hätte Udo nicht gewollt. […] Er hat weit über 100 Pferde auf Grand-Prix-Niveau ausgebildet, und das waren meist schwierige Pferde. […] Er konnte reiten und trainieren, was alle anderen nicht konnten. Udo lernte von den größten Trainern seiner Zeit und nahm das Beste ihres Wissens mit. Ihm wurde beigebracht, dass es nie die Schuld des Pferdes ist, sondern die des Reiters! Wenn er stolz auf seine Leistungen war, wurde ihm immer gesagt: Es ist nie perfekt, du kannst es besser machen!
Das setzte er auch in seinem Stall und bei seinen Schülern fort. Er wollte, dass seine Schüler das Beste aus sich herausholten. Es war ein hartes und anspruchsvolles Training. Er war ein Perfektionist. Ob Stall, Putzen, Reiten oder das Reinigen seiner Stiefel – es musste zu 100 % gut gemacht sein. Viele kamen mit dem Training nicht zurecht. Er brachte dich dazu, 100 % zu geben, egal wie viel Schmerz du dabei empfandest. Typisches Training der alten Schule, aber diejenigen, die damit erfolgreich waren, wurden zu den besten Reitern, da sie genau wussten, dass es niemals die Schuld der Pferde ist. Ich habe unglaublich viel von ihm gelernt!
Udo hat sein Leben den Pferden und Reitern gewidmet, um das Beste aus jedem Pferd und jedem Reiter herauszuholen.
An alle, die Udo kannten: Lasst uns ihn mit euren schönsten Erinnerungen an ihn ehren, ganz gleich, ob sie gut, schlecht, unhöflich oder lustig sind.
Lasst uns alle an Udo denken.“
Der Klosterhof in Medingen äußerte sich mittlerweile ebenfalls: