Jessica von Bredow-Werndl und Times Kismet in Ornago.
Die emotionale Achterbahnfahrt von Jessica von Bredow-Werndl in diesem Jahr war schlichtweg unvorstellbar. Zunächst verstarb ihre große Nachwuchshoffnung Diallo BB an einer Erkrankung, die seltener kaum vorkommen kann bei Pferden.
Dann vor wenigen Tagen ein Höhepunkt: Jessicas vierfache Gold-Gewinnerin Dalera BB wurde Mama ihres ersten Fohlens: Dolce Vita BB. Dazwischen feierte die Reiterin ihren 40. Geburtstag.
Nun stand sie wieder einmal ganz vorn in einer Siegerehrung – und erlebte dabei einen der schönsten Tage überhaupt. Es war nicht einfach, mit der Stute Times Kismet, die sie von Charlotte Dujardin übernommen hatte, zusammenzuwachsen. Aber nun sind erste große Erfolge sichtbar. Zwar findet derzeit im italienischen Ornago nicht das größte aller Dressurturniere statt. Aber es ist ideal für einen gelungenen Einstieg. Und genau der sollte Jessica von Bredow-Werndl und Times Kismet gelingen. Im Grand Prix gab es noch einige Hakler. Aber so ist das eben bei einer gemeinsamen Premiere! Die elfjährige Tochter des Ampere aus der niederländischen Zucht zeigte jedoch auch eine ganze Reihe von enormen Höhepunkten.
Erster Sieg für Kismet
Von Bredow-Werndl betonte, dass sie hoffe, dass die Stute das gute Gefühl in den Special mitnehmen könne. Und sie konnte! Und wie! Es ist nicht selbstverständlich, dass ein junges Pferd mit einer neuen Reiterin gleich den ersten Grand Prix Special seines Lebens gewinnt. Doch genau das sollte Jessica von Bredow-Werndl und Times Kismet gelingen. 73,234 Prozent erreichten die beiden.
Danach zeigte sich Jessica von Bredow-Werndl emotional und völlig begeistert:
„Heute war ein ganz besonderer Tag! Mit Times Kismet konnte ich bei unserem internationalen Turnierdebüt in Ornago direkt den Grand Prix Special gewinnen. Und das mit einem Pferd, das gestern noch seinen allerersten Grand Prix überhaupt gegangen ist.
Schon gestern hat sie sich im Grand Prix unglaublich toll angefühlt. So viel Qualität, so viel Power. Leider hat sie sich auf der letzten Mittellinie noch in der Piaffe gefürchtet, aber genau das gehört auf diesem Weg eben auch dazu.
Heute bin ich mit dem Gedanken in die Prüfung gegangen, sie noch lässiger zu reiten, ihr noch mehr Sicherheit zu geben und ihr einfach zu zeigen: Wir machen das zusammen.
Und genau so hat es sich auch angefühlt. Sie war so schön bei mir, so konzentriert, so vertrauensvoll. Natürlich ist noch nicht alles perfekt. Vieles ist noch ein bisschen wackelig, manches noch unausgereift. Aber genau das macht es auch so spannend. Denn das Potenzial, das in dieser Stute steckt, ist einfach gigantisch. Ich bin unglaublich dankbar für diese Partnerin an meiner Seite und ich freue mich wahnsinnig auf alles, was noch vor uns liegt.“
Derweil war Jessicas Bruder Benjamin in der Kür-Tour des Drei-Sterne-Turniers unterwegs. Dort gewann er mit Quick Decision den Grand Prix mit 71,500 Prozent deutlich.
Alle Ergebnisse gibt es hier.