Kathrin Meyer und Captain Claus
Erstmals wurde in Warendorf ein CVIO ausgetragen. Grund dafür war natürlich, dass Aachen aufgrund der Weltmeisterschaften in diesem Jahr nicht zur Verfügung steht. Der Nationenpreis im Voltigieren wich also nach Warendorf aus. Und bevor es heute zum Aufeinandertreffen der teilnehmenden Länder kommt, gab es – ganz wie sonst in Aachen – die Entscheidungen in den anderen Konkurrenzen der Gruppen und Einzelvoltigierer.
Das Team NORKA Automation des Voltigiervereins Köln-Dünnwald wurde seiner Favoritenrolle dabei mehr als gerecht. Mit Abstand dominierten die Kölner die Mannschaftskonkurrenz. Das Kölner Team startete in der Vorjahresbesetzung Bela Lehnen, Yara Jolie Scheel, Philipp Goroncy, Larina Herpertz, Fabio Ring und Gianna Ronca. Bereits in der Pflicht setzten sie sich mit mehr als einem Punkt Vorsprung (8,122) vom Rest des Feldes ab und toppten das Ganze noch einmal mit ihrer Kür zu Rihannas „We found love“. Die nahezu fehlerfreie Vorstellung wurde nicht nur mit Techniknoten über 9, sondern von der Schweizer Richterin Anita Flamand-Prochaska sogar mit einer glatten 10 für die Artistik belohnt.
„Das war schon wirklich eine richtig gute Runde. So zwei Kleinigkeiten gab es schon, aber rein vom Programm, von der Musikinterpretation und wie es auf den Punkt war, war es die bisher beste Kür des Jahres“, betonte der Kölner Heimtrainer Torben Jacobs. Eine Leistung, die natürlich ohne den elfjährigen Westfalenwallach Ecuador NRW und seine Longenführerin Alexandra Knauf nicht möglich wäre. „Die zwei sind im Grunde die wichtigsten Teammitglieder“, sagte Jacobs. „Sie sind seit Jahren die Erfolgsgaranten und Konstanten im Team und machen einen grandiosen Job. Ecki ist mit Abstand das beste Gruppenpferd, das ich je erlebt habe. Die beiden sind einfach eine top Kombination, mit super viel Qualität und auch super viel Erfahrung – und das gibt dem Team Ruhe.“
Mit der Note 9,419 für die Kür und insgesamt 8,900 verwies das Kölner Team die Mannschaften RV Rhede I, vorgestellt von Maria Temminghoff auf Stalangro (7,666), sowie RSV Neuss-Grimlinghausen I (7,306) auf die Plätze zwei und drei.
Meyer und Heitmann gewinnen Einzel
In der Damenkonkurrenz lieferten sich die beiden Favoritinnen Kathrin Meyer und Alice Layher ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Meyer ist aktuelle Europameisterin. Alice Layher gewann vor wenigen Wochen das Weltcup-Finale. Mit einer Endnote von 8,894 hatte am Ende Kathrin Meyer um knapp ein Hundertstel die Nase vor Layher (8,887).
„Ich bin sehr zufrieden mit dem, was ich geleistet habe. Ob ich dann vorne bin oder nicht, das ist einfach Entscheidung der Richter. Alice und ich sind beide sehr tolle Sportler, würde ich sagen. Das ist ein My an der Waage am Ende, was die Platzierung ausmacht“, sagte Kathrin Meyer. Vorgestellt wurde sie von Gesa Bührig auf dem bewährten Oldenburger Capitain Claus OLD. „Der Kappi und ich, wir kennen uns nun schon seit über acht Jahren und sind seit letztem Jahr jetzt wieder ein festes Team und zusammengewachsen, nachdem mein eigenes Pferd in Rente ging. 2022 sind wir auch schon bei den Weltmeisterschaften gestartet und ich freue mich, auf so ein Verlasspferd setzen zu dürfen.“
Alice Layher trat in Warendorf mit FBW Candy und Daniel Zembrot an der Longe an. „Ich muss sagen, heute war die Nervosität schon ein bisschen größer. Aber ich glaube, da habe ich jetzt nochmal was, wo ich dran arbeiten kann“, betonte sie.
Spannung bis zur letzten Sekunde herrschte beim Einzelvoltigieren der Herren. Nach Platz zwei in der Pflicht, war der erst 17-jährige Lukas Heitmann nach dem Technikprogramm zunächst auf drei zurückgefallen und eroberte schließlich mit seiner Kür die Spitzenposition: Gesamtnote: 8,649.
„Da ist schon mehr Nervosität als beim Juniorstart“, meinte Heitmann. „Ich habe versucht ganz entspannt daran zu gehen und den Druck so ein bisschen wegzunehmen“. Seinen vierbeinigen Partner Fürst Jever hat er vor drei Jahren gemeinsam mit Longenführer Hendrik Brühl gekauft und gemeinsam mit ihm ausgebildet.
Auf Platz zwei landete Thomas Brüsewitz. In Warendorf bewies er auf Ersatzpferd Belistano HF und Alexandra Knauf seine Erfahrung und sein Können (Endnote 8,598), musste allerdings den jungen Heitmann an sich vorbeiziehen lassen. Dritter wurde Bela Lehnen, vorgestellt von Sarah Krauß auf Max (Gesamtnote: 8,521).
Alle Ergebnisse aus Warendorf gibt es hier.