Stuten und Fohlen auf dem Gestüt Lewitz. © Gestüt Lewitz

Stuten und Fohlen auf dem Gestüt Lewitz.

Es gibt Nachrichten, die liest man einmal. Man liest sie ein zweites Mal. Und man ist und bleibt fassungslos. Genau so ist das mit jener Meldung, die heute vom Gestüt Lewitz veröffentlicht wurde.

Das Gestüt galt lange Zeit als Idyll mitten in Mecklenburg-Vorpommern, nahe Neustadt-Glewe. Lange hatte Paul Schockemöhle nach einem geeigneten Ort gesucht, um seine ganz persönliche Zuchtvision umzusetzen. Bis dahin hatte er nur in überschaubarem Rahmen – und parallel zu seiner eigenen Sportkarriere – Pferde gezüchtet. Nach der Wende wurde er 1992 in Mecklenburg-Vorpommern fündig. Mit dem 3.000 Hektar großen Gut Lewitz wurde die Vision zur Wirklichkeit. Heute leben dort rund 4.000 Stuten und Jungpferde. Jährlich gibt es etwa 1.000 Fohlen.

Und genau dieses Idyll hat nun einen grausigen Riss erlitten. Mehreren Tieren erlitten durch einen oder mehrere Täter grausame Qualen, an denen sie teilweise starben. Drei tragende Zuchtstuten sind in den vergangenen Wochen auf der Weide gestorben. Drei weitere wurden schwer verletzt. Die erste Stute entdeckte man Mitte September tot auf der Weide. Das Tier hatte schwere innere Verletzungen im Bauchraum. Rund zehn Tage später gab es eine weitere verletzte Stute auf einer Weide, berichten die Ermittler der Schweriner Kriminalpolizei. Auch dieses Tier wies äußere und innere Verletzungen auf und verstarb später an deren Folgen. Am 11. Oktober kam es zu noch einem Angriff, auch dieses Tier starb. Zudem gab es mehrere verletzte Pferde. Bei den betroffenen Tieren handelte es sich überwiegend um tragende Zuchtstuten mit einem Wert von mehreren zehntausend Euro. Nach ersten Ermittlungen der Polizei sind die Angriffe meist an Wochenenden passiert.

Die Schweriner Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft bitten um Hilfe aus der Bevölkerung. Paul Schockemöhle selbst hat eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt für Hinweise, die zur Ergreifung des oder der Täter führen. Die Ermittler befragen derzeit mehrere Mitarbeiter des Gestüts.

Aufruf von Schockemöhle

Schockemöhles Aufruf, den seine Deckstation in den sozialen Medien teilte, lautet wie folgt:

Öffentlicher Zeugenaufruf – Wir bitten um Ihre Mithilfe! Auf unserem Gestüt ist es zu schwerwiegenden Vorfällen gekommen, bei denen mehrere
unserer Pferde auf den außenliegenden Weiden unseres Gestüts schwer verletzt wurden und auf tragische Weise verendet sind. Die Polizei ermittelt bereits seit längerer Zeit intensiv in diesem Fall. Auf ausdrückliche Empfehlung der ermittelnden Behörden wenden wir uns nun an die Öffentlichkeit, um mögliche Zeugen zu erreichen und weitere Hinweise zu erhalten. Wir bitten daher insbesondere die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern um ihre Mithilfe. Wer verdächtige Beobachtungen gemacht hat oder Hinweise geben kann, die zur Aufklärung dieser Vorfälle beitragen könnten, wird dringend gebeten, sich direkt an die zuständige Polizeidienststelle zu wenden. Der Verlust unserer Pferde und die Umstände ihres Todes machen uns zutiefst betroffen. Umso wichtiger ist es uns, dass die Geschehnisse vollständig aufgeklärt werden.Hinweise bitte ausschließlich an die Polizei richten. Für entsprechende sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung des oder der Täter führen, setzen wir eine Belohnung von 10.000 Euro aus.

Außerdem wird dort diese Adresse für Hinweise genannt:

Polizeipräsidium Rostock
Newsroom
Sophie Pawelke
Telefon: 038208 888-2041
Fax: 038208 888 2006
E-Mail: [email protected]
http://www.polizei.mvnet.de

 

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