Manchmal wächst Nähe nicht aus einem ersten Gefühl, sondern aus gemeinsamen Wegen. Die Shetlandpony-Stute Finja lehrte ihre Besitzerin Anna-Lena Rübe genau das und wurde zum Ursprung einer ganzen Zuchtgeschichte.
Schon als Kind träumte ich von einem Herzenspony und davon, zu züchten. 2009 kam Finja zu mir als mein drittes Pony und meine zweite Shetland-Stute. Gekauft habe ich sie bei einer Freundin. Nicht aus großer Verliebtheit, sondern aus Vernunft. Finja hatte gute Papiere, war Staatsprämienstute, und auch die Möglichkeit, sie in Raten zu bezahlen, spielte eine Rolle. Vor allem aber wollte Finja damals nichts von mir wissen.
Als ich sie abholte, lief sie auf der Koppel vor mir weg. Und so blieb es zunächst. Sie suchte keine Nähe, keinen Kontakt, kein Interesse. Die Bindung, die ich von anderen Ponys kannte, stellte sich bei ihr nicht ein. Finja war kein Pony, das man einfach für sich gewinnt, und genau das habe ich erst mit der Zeit verstanden.
Der Weg zu meinem Herzenspony
Einige Monate später änderte sich etwas. Ich kaufte mir einen Sulky und begann, regelmäßig mit ihr zu fahren. Vier Jahre lang war das unser gemeinsames Projekt. Finja schien daran Freude zu haben, und plötzlich entstand etwas zwischen uns. Sie wurde offener, zugewandter, präsenter. Es war Liebe auf den zweiten Blick und vielleicht gerade deshalb so tief.
Seitdem ist Finja aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken. Ich habe sie nun seit 2009. Geboren im Jahr 2000, ist sie heute 26 Jahre alt. 2010 brachte sie bei mir ein gesundes Hengstfohlen zur Welt. Es war mein erstes Shetlandpony-Fohlen, und mit ihm begann meine Zucht, die ich bis heute mit großer Leidenschaft betreibe, parallel zur Leitung meiner Reitschule an zwei Standorten.
Und wenn doch alles anders kommt?
Mittlerweile ist Finja nicht mehr in der Zucht. Sie leidet an Rehe und Cushing, bleibt aber selbstverständlich für immer bei mir. Zu ihr gäbe es unzählige Geschichten, wie zum Beispiel, dass sie nicht gern allein fohlt. Einmal passierte es mitten am Tag auf der Koppel, ein anderes Mal während einer Reitstunde direkt neben dem Reitplatz und ein weiteres Mal sogar während einer Grillparty. Publikum schien sie dabei nie zu stören.
Ihr letztes Fohlen war ein Wunder. Nach einem schweren Reheschub gingen wir davon aus, dass sie die Frucht verlieren würde. Sie bekam keinen Bauch, nichts deutete auf eine Trächtigkeit hin. Doch das Fohlen kämpfte sich ins Leben. Deshalb trägt es den Namen „Wie ein Wunder“.
Ein Herzenspony für die ganze Familie
Auch für meine Nichten und meinen Neffen ist Finja etwas Besonderes. Mit ihr machten sie ihre ersten Turniererfahrungen, ritten ihre ersten Sprünge und ihre ersten Schleifen. Leon absolvierte mit ihr Reiterwettbewerbe am durchhängenden Zügel. Finja trug ihn ruhig und verlässlich durch jede Runde. Richter und Zuschauer lächelten jedes Mal.
Dieses Pony ist Gold wert. Finja hat mir gezeigt, dass echte Verbindung Zeit braucht. Und dass das, was nicht sofort da ist, manchmal das Wertvollste wird.
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