Unser Saisonkalender Reiten zeigt Ihnen im Jahresverlauf, was für Sie und Ihr Pferd wichtig ist, welche Jahreszeit welche Besonderheiten hat und welche Saison-Highlights Sie auf keinen Fall verpassen dürfen.
Brrr… Die kalte und für viele auch ungeliebte Jahreszeit hat begonnen, und damit einher gehen auch so einige Probleme und Fragestellungen, die im Sommer nicht auftauchen. Muss das Futter aufgrund der nun fehlenden Weide umgestellt werden? Und wie sieht’s mit dem Training aus? Was sollte ich ändern, damit mein Pferd perfekt trainiert wird? Wir geben im Saisonkalender Reiten Wintertipps – und zwar von A bis Z.
Das Winter-ABC im Saisonkalender Reiten
Ablongieren
Junge oder temperamentvolle Pferde sind häufig entspannter unterm Sattel, wenn sie vor dem Reiten an der Longe aufgewärmt werden. Aber Achtung: Erst Schritt führen – Verletzungsgefahr!
Abschwitzen
Kaum werden die Tage kälter, wächst das Winterfell der Pferde. Besonders plüschig sind die Offenstallpferde. Beim Reiten schwitzen sie jetzt schneller, das Trocknen des Fells dauert umso länger. Eine Abschwitzdecke transportiert die Feuchtigkeit vom Pferdekörper nach außen und hilft beim Trocknen. Das verhindert ein starkes Auskühlen und senkt die Anfälligkeit für Krankheiten. Hilfreich beim Abschwitzen ist auch, das Pferd im Schritt zu führen oder ihm einen Gang unters Solarium zu spendieren. Das Pferd muss trocken in die Box gestellt bzw. mit einer Winterdecke eingedeckt werden.

Wie das Winterfell eines Pferdes wächst ist genetisch bedingt und kann sehr unterschiedlich sein. (© Christiane Slawik)
Alternativen
Oft findet das Training in der Halle statt – echte Abwechslung kommt da schnell zu kurz. Doch auch in der kalten Jahreszeit lässt sich vielseitig arbeiten: etwa an der Longe, an der Doppellonge oder beim wöchentlich angebotenen Freispringen in manchen Ställen. Besonders junge Pferde profitieren vom freien Laufen in der Halle. Bei allen Aktivitäten gilt: Auf ein gründliches Aufwärmen sollte keinesfalls verzichtet werden. Und sobald die Wege nicht rutschig sind, lohnt sich auch ein Ausritt ins Freie – Ihr Pferd wird es Ihnen danken!
Anhänger
Ist Ihr Anhänger schon fit für den Winter? Nein? Dann den Anhänger gründlich säubern und von jeglichen Mist-, Stroh- und Späneresten befreien, um Schimmelbildung zu vermeiden. Außerdem sollte die Handbremse gelöst werden, damit sie nicht festrostet. Gegen ein mögliches Wegrollen den Anhänger mit Vorlegekeilen sichern. Das Unterstellen unter einem Dach oder in einer Scheune ist die optimale Lösung, um den Anhänger vor Witterungseinflüssen zu schützen.
Wenn der eigene Stall nicht über solche Unterstellplätze verfügt, kann man sich mit Schutzhüllen behelfen, die über den Anhänger gezogen werden. Nach dem „Winterschlaf“ auf jeden Fall den Reifendruck und den Zustand von Mantel und Profil der Reifen überprüfen!
Arthrose
Im Winter sollte bei Arthrosepferden auf viel Bewegung geachtet werden. Diese Pferde sind bei Kälte häufig steif oder zeigen in feuchtkalter Witterung vermehrt Schmerzsymptome.
Aufwärmen
Mindestens 20 Minuten Schritt reiten ist bei Kälte wichtig! Bei extremen Minusgraden brauchen die Muskeln und Sehnen sogar bis zu einer halben Stunde, um warm zu werden. Tipp: Das Pferd vorm Reiten in der Führmaschine ausgiebig Schritt gehen lassen.
Bahnregeln
Im Winter sind die Hallen häufig überfüllt. Deshalb sollten unbedingt alle Reiter die Bahnregeln kennen. Es ist sinnvoll, die Hallenordnung an einem zentralen Platz noch mal aufzuhängen.
Blitzeis
Achtung! Nichts ist teuflischer als plötzlich einsetzendes Glatteis! Bei bevorstehendem Blitzeis sollten die Pferde unbedingt im Stall bleiben, um schwerwiegende Verletzungen zu vermeiden.
Boden
Vor dem ersten Frost muss der Reithallenboden frostsicher gemacht werden. Salze können verhindern, dass der Bodenbelag friert. Das Mittel der Wahl ist meist Magnesiumchlorid, denn es ist günstig und frostsicher bis zu minus acht Grad. Natriumchlorid schützt ebenfalls gut vor Frost, kann allerdings die Hufe und Pferdebeine angreifen und ist daher nicht zu empfehlen. Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Feuchtigkeitsgehalt des Hallenbodens, der im Winter etwas trockener gehalten werden sollte.
C, A, B – Vitamine & Co.
Wenn im Winter kein Weidegang mehr möglich ist und das Raufutter nicht das Beste ist, kann sich der Vitaminbedarf erhöhen. Ziehen Sie hier einen Tierarzt oder Fütterungsexperten zu Rate. Signale können ganz unterschiedlich sein, beispielsweise scheint ein Zusammenhang zwischen schlechten Hufen und Vitamin-B-Mangel zu bestehen.
Decken
Jedes Jahr kommen neue Decken mit immer trickreicheren Technologien auf den Markt. Doch welche Decken benötigt ein Sportpferd wirklich im Winter? Neben einer Abschwitzdecke empfiehlt sich eine Regendecke für Paddock und Weide. Ein geschorenes Pferd benötigt mehrere Decken mit unterschiedlichen Füllungen. Ein ungeschorenes Pferd braucht gar keine Decke, weil es seine Körpertemperatur selbst regulieren kann. Dabei sollte aber beachtet werden, dass Pferde mit Winterfell sehr lange brauchen, um nach der Arbeit abzutrocknen.
Entwurmen
Viele Pferdebesitzer halten ein Entwurmen im Winter für unnötig, da die Pferde nicht mehr auf der Weide stehen. Das ist jedoch ein Irrglaube. Im Spätherbst und im Winter sollte eine Wurmkur mit dem Wirkstoff Ivermectin oder Moxidectin gegeben werden, um die Magendasseln zu töten, die zu dieser Zeit reifen. Für eine effektive Entwurmung sollte immer der gesamte Pferdebestand gleichzeitig entwurmt werden. Es ist außerdem hilfreich, das genaue Gewicht seines Pferdes für die richtige Dosierung zu kennen.
Fieber
Es ist ein Mehraufwand, wird aber in vielen Ställen erfolgreich praktiziert: tägliches Fiebermessen. Wer eine Fieberkurve erstellt, wird schnell sehen, ob sein Pferd eventuell einen Infekt ausbrütet (Normaltemperatur: 37,5 bis 38,2 Grad Celsius).
Führanlage
Führanlagen können im Winter sehr praktisch sein, weil die Pferde dort vorm Reiten aufgewärmt werden können und man sich das ausgiebige Schrittreiten in der Kälte spart. Als zusätzliche Bewegungsmöglichkeit ist die Führanlage ebenfalls eine mögliche Alternative. Allerdings: Auch hier ist Bodenpflege notwendig. Kraterlandschaften aus gefrorenem Mist können zur Stolperfalle werden. Und: Auf Dauer geht das Im-Kreis-Gehen auf die Gelenke.
Futterration
Im Winter ändern sich Haltung und Training des Pferdes, weswegen auch die Futterration entsprechend verändert werden sollte. Häufig wird in der Wintersaison weniger trainiert und das Pferd benötigt weniger Energie. Es stehen auch nicht mehr die Vitamine aus dem Weidegras zur Verfügung. Deshalb sollte ein Ausgleich geschaffen werden.
Gefrorenes Saftfutter
Gerade im Winter stellt Saftfutter eine Abwechslung auf dem Futterplan dar. Fast jedes Pferd frisst gerne Möhren oder Äpfel. Aber Achtung! Niemals gefroren verfüttern – Kolikgefahr! Möhren lassen sich problemlos auftauen, indem sie kurze Zeit in warmes Wasser gelegt werden. Danach kann Ihr Pferd sie gern genießen. Eingefrorene Äpfel sind dagegen nach dem Auftauen häufig faulig, weil Frost Gärungsprozesse in Gang setzt. Sie sollten nicht mehr verfüttert werden.
Hengstschauen
Im Winter präsentieren viele Hengststationen ihre Deckhengste auf großen Schauen, um Züchtern einen Überblick über die verschiedenen Vererber zu geben. Langsam wird es Zeit für den Züchter, sich den passenden Hengst für die kommende Decksaison auszusuchen.
Hufe
Die Hufe wachsen im Winter deutlich langsamer, und häufig ist es möglich, die Beschlagsperioden um ein bis zwei Wochen zu verlängern. Die Pferde können auch ohne Eisen gehen, damit sich die Hufe erholen.
Husten
Ein typisches Problem in der kalten Jahreszeit: Winterhusten bei Pferden. Er kann verschiedene Ursachen haben. Oft stehen Pferde im Winter länger in der Box, wodurch sich Keime leichter in den Atemwegen festsetzen können. Bewegung an der frischen Luft wirkt dem entgegen – unabhängig von den Temperaturen. Auch staubige Einstreu oder Heu können Reizhusten begünstigen. In solchen Fällen ist ausreichende Frischluftzufuhr besonders wichtig. Siehe dazu auch den Abschnitt „Luft“.
Imprägnieren
Reiten ist ein Outdoorsport! Pferdedecken, aber auch Jacken und Stallschuhe lassen sich gut imprägnieren – gerade wenn sich der Winter nicht durch romantische Schneeflocken, sondern im Schmuddelwetter bei drei Grad plus bemerkbar macht.
Infekt
Husten, Schnupfen, Heiserkeit – im Winter herrscht Erkältungswetter. Neben der Schaffung einer guten Luftzufuhr gilt es, auch die Ansteckungsquellen geringzuhalten. Neuzugänge im Stall sollten zunächst in Quarantäneboxen oder -bereichen (bei Offenstallhaltung) beobachtet und dann erst zur Herde gelassen werden.
Jungpferde
Für Absetzer und Jährlinge ist auch im Winter der Auslauf im Freien nicht nur absolut notwendig, sondern sogar vorgeschrieben. Frische Luft und Bewegung sind wichtig für eine gesunde Entwicklung des Jungpferdes. Es sollte auch darauf geachtet werden, dass die Youngster mit genügend Mineralien und Vitaminen versorgt werden. Gerade im Wachstum besteht häufig ein erhöhter Bedarf.
Kolik
Im Winter entstehen Koliken schnell, wenn Pferde nicht genug saufen, wenig bewegt werden und dann aus Langeweile zu viel Stroh fressen. Verstopfungskoliken sind mögliche Folgen.
Kotwasser
Wässriger Kot, Alarm! Manche Pferde vertragen Heulage nicht und leiden in der Folge an Kotwasser. Wenn das Raufutter auf Heu umgestellt wird, tritt meist schnell eine Besserung ein.
Kalte Nächte
In kalten Winternächten ist es entscheidend, dass das Pferd genügend Energie für die eigene Wärmeregulierung erhält. Besonders gut geeignet ist hochwertiges Futterstroh: Es sättigt, ohne das Pferd zu überdrehen, da es viel Energie, aber nur wenig Eiweiß liefert. Bei älteren Pferden sollte besonders aufmerksam auf eine ausreichende Energieversorgung geachtet werden, da sie sonst schnell an Gewicht verlieren. Zudem haben sie bei niedrigen Temperaturen oft größere Schwierigkeiten mit der Thermoregulation. Siehe auch „Futterration“.
Langeweile
Länger als sonst in der Box stehen und Arbeit überwiegend in der Halle – wie öde! Einige Pferde suchen sich im Winter darum selbst eine Abwechslung, wenn sie auch nicht immer gesunde Ideen haben. Manche beginnen, gegen die Boxenwände zu treten; dabei können sie sich verletzen. Andere Pferde gewöhnen sich beim Reiten Unarten an. Spielbälle, Kauhölzer und viele Aufenthalte auf Winterweiden oder Paddocks sorgen für Abwechslung.
Lederpflege
Spröde Steigbügelriemen, brüchige Zügel – Lederpflege ist mehr als nur Kosmetik. Gerade im Winter wird Leder schnell hart oder fängt in der feuchten Witterung an zu schimmeln. Das ist gefährlich für Reiter und Pferd.
Lehrgänge
Winterzeit ist Lehrgangszeit: Viele Reitvereine bieten in der Hallensaison Lehrgänge für jeden Ausbildungsstand und jedes Interesse an.
Luft
Das Thema Luft ist in vielen Pensionspferdeställen im Winter ein Streitpunkt. Die Pferde verbringen in den meisten Ställen mehr Zeit in der Box als an der frischen Luft. Häufig werden aus Angst vor Zugluft alle Türen und Fenster geschlossenen, was einen Luftaustausch über ein Stallentlüftungssystem notwendig macht. Ein moderner Kaltluftstall ist am gesündesten für Pferde, hier entspricht die Innentemperatur in etwa der Außentemperatur.
Mineralien
Der Mineralstoffbedarf ändert sich zum Winter nur geringfügig. Ein Pferd, das täglich trainiert wird, sollte daher zusätzlich Mineralien bekommen, ebenso Zuchtstuten und Jährlinge.
Mist
Wechsel- oder Dauereinstreu? Inzwischen weiß man, dass die Ammoniakkonzentration in Ställen mit richtig praktizierter Dauereinstreu („Mistmatratze“) geringer ist. Allerdings darf die Mistmatratze nicht verletzt werden. Es sollte lediglich abgeäppelt und reichlich nachgestreut werden. So dringen die Ammoniakdämpfe nicht an die Oberfläche, was den Atemwegen schaden würde. Gleichzeitig sind die Boxen von unten isoliert. Aber Achtung: In regelmäßigen Abständen muss ganz ausgemistet werden. Dann sollten die Pferde den Stall verlassen, damit sich das freigesetzte Ammoniak verflüchtigen kann.
Mash
In der kalten Jahreszeit füttern viele Pferdebesitzer warmes Mash. Meist besteht es aus Weizenkleie, das aber zum Beispiel mit Leinsamen, Haferflocken und vielem anderen ergänzt wird. Allen Mashs gemeinsam ist, dass man sie mit warmem Wasser anrührt und eine Weile quellen lässt. Pferde nehmen Mash sehr gut an, und auch mäkelige Tiere werden zum Fressen angeregt. Die enthaltenen Schleimstoffe wirken sich positiv auf die Darmtätigkeit aus. Allerdings bedeutet eine unregelmäßige Gabe auch immer eine Futterumstellung für das Pferd.
Mode
Man kann auch im Stall praktisch und zugleich warm angezogen sein, ohne auszusehen wie ein Kartoffelsack. Tipps zu warmer Stallkleidung finden Sie in unseren Wintertests.
Natur
Die Natur hat viele Dinge parat, die dem Pferd das Leben im Winter angenehmer machen können. Kräuter haben Hochkonjunktur, in getrockneter Form können sie als Futterzusatz oder als Tee unterstützen. Bei Arthrosepferden gibt es gute Erfahrungen bei der Fütterung von Ingwer oder Teufelskralle – aber immer mit einem erfahrenen Tierarzt oder mit anderen Fachleuten absprechen! Indische Flohsamenschalen quellen in Wasser sehr stark und bilden eine schleimige Konsistenz. Dieser Schleim kann Sand im Pferdedarm binden und ihn über den Kot hinausbefördern.
Nierendecke
Gegen das Auskühlen während eines Ausrittes helfen Nierendecken, die so geschnitten sind, dass sie auch im Trab und Galopp nicht verrutschen. Viele Pferde genießen es außerdem, beim Aufwärmen vor dem Training noch etwas länger eine Nierendecke auf dem Rücken zu haben. Die zusätzliche Wärme tut den Rückenmuskeln gut.
Öle
Öle eignen sich, um gezielt den Energiegehalt in der Ration zu erhöhen. Des Weiteren sind sie hochverdaulich und unterstützen den Fellwechsel und die Verdauung. Ein besonders hochwertiges Öl ist das Leinöl, man kann aber auch auf Sonnenblumenöl aus dem Supermarkt zurückgreifen.
Ordnung
Vor dem Winter ist es Zeit, noch einmal Ordnung zu schaffen. Gleichzeitig können die Decken aus dem Keller geholt werden, um sich einen Überblick darüber zu verschaffen, ob noch Reparaturen nötig sind oder einige Neuanschaffungen bevorstehen. Gleichzeitig besteht vor dem Winter die letzte Möglichkeit für einen großen Stallputz. Nach einer gründlichen Reinigung mit dem Hochdruckreiniger können die Boxen desinfiziert und danach gestrichen oder gekalkt werden.
Paddock
Paddocks werden bei nasskalter Witterung einem mehrmonatigen Härtetest unterzogen. Stundenlang im Matsch zu stehen schadet den Hufen (Strahlfäule!) und begünstigt Maukebildung. Wer aber die Wahl hat zwischen einer kurzen Zeit im Matsch an frischer Luft und Stallmief in trockener Einstreu, sollte sich für ersteres entscheiden und anschließend die Pferdebeine säubern und trocknen.
Putzen
Während des Fellwechsels hilft ausgiebiges Putzen dem Pferd dabei, die alten Haare loszuwerden. Im Winter selbst sollten aber gerade uneingedeckte Pferde nur übergebürstet werden, um die Fettschicht zu erhalten und die Thermoregulierung nicht negativ zu beeinflussen.
Querfeldein
Ausreiten im Winter? Na klar, gerade im Winter genießen Pferde Abwechslung und Frischluft.
Raufutter
Große Mengen Raufutter in guter Qualität gehören immer auf den Speiseplan, erst recht, wenn Weidegras nicht mehr im Angebot ist. Heu bzw. Heulage bildet die gesunde Basis einer Ration und sind Voraussetzung für eine funktionierende Verdauung. Raufutter wird langsam gefressen und hilft damit gegen Langeweile. Stroh gehört ebenfalls zur Fütterung. Auch Pferde, die auf Spänen stehen, sollten Futterstroh erhalten.
Reflektoren
Reflektoren helfen dabei, in der Dunkelheit gut auf Straßen erkannt zu werden. Das ist nicht nur für einen Ausritt wichtig, sondern auch für den Ritt zur nächstgelegenen Halle. Am besten eignen sich neben großflächigen Reflektoren auch Lichter, die an Stiefel, Arm oder Schweif befestigt werden.
Regendecke
Sie ermöglicht dem Pferd bei „Schmuddelwetter“ seinen Auslauf, ohne dass sich die Rückenmuskulatur durch die Kälte verspannt.
Rote Bete
Die rote Knolle bietet gute Abwechslung auf dem winterlichen Futterplan. Sie sollte aber nur in Maßen verfüttert werden, weil sie häufig hohe Nitratwerte aufweist.
Sandkolik
Es kommt immer wieder vor, dass Pferde aus Langeweile oder Mineralstoffmangel Sand fressen. Der Sand lagert sich im Darm an und kann Koliken auslösen. Flohsamen können Abhilfe schaffen.
Scheuen
Viele Pferde haben im Winter überschüssige Energie und wegen der Kälte einen erhöhten Bewegungsbedarf. Durch Unterforderung entwickeln sie Unarten wie Scheuen, und so manches sichere Geländepferd sieht nur noch „Hallengespenster“ in jeder Ecke.
Schnee
Es gibt spezielle Unterlagen (Grip) für Eisen, damit sich kein Schnee aufstollen kann.
Scheren
Beim Scheren werden Teile des Deckhaares gekürzt. Dadurch schwitzt das Pferd während der Arbeit nicht so stark. Ein geschorenes Pferd sollte allerdings immer entsprechend der Außentemperaturen eingedeckt werden, denn es kann nicht mehr selbstständig seine Temperatur regulieren. Ist ein Pferd einmal geschoren, muss es nicht zwangsläufig in der Regel jedes Jahr erneut geschoren werden. Das Fell kann in den folgenden Wintern dichter und länger werden.
Die Art der Schur richtet sich nach der Belastung: Möchte man zum Beispiel häufig ausreiten, eignet sich der Jagdschnitt, bei dem die Nierenpartie stehen bleibt. Wenn das Pferd meist in der Halle gearbeitet wird, ist es sinnvoll, das Pferd ganz zu scheren und nur das Fell in der Sattellage stehen zu lassen. Alternativ kann rechtzeitiges Eindecken im Frühherbst ein mittellanges Fell, bewirken, das leichter trocknet als das normale, zottelige Winterfell.
Schrittausritt
Eine kleine Schrittrunde auf Asphalt ist die ideale Abwechslung bei matschigen oder gefrorenen Böden. Vor der Schrittrunde sollte der Reiter sorgsam prüfen, ob der Straßenbelag eventuell glatt und rutschig ist. Häufig erkennt man glatte Stellen erst auf den zweiten Blick.
Solarium
Ein Solarium eignet sich gut für das Aufwärmen der Rückenmuskulatur vor der Arbeit oder für das Abschwitzen und Trocknen nach der Arbeit.
Sonne!
Im Winter benötigt das Pferd genauso wie der Mensch viel Sonnenlicht für das seelische Wohlbefinden. Nutzen Sie also jeden Sonnenstrahl für einen kleinen Spaziergang, einen Schrittausritt oder – wenn möglich – ein bisschen Grasengehen. Viele Pferde lieben es, sich auch im Winter mal ohne Decke zu wälzen oder sich die Wintersonne auf den Rücken scheinen zu lassen.
Staub
Staubpartikel in der Stallluft verursachen häufig Husten. Hier kann man gegensteuern, indem die Boxen generell nur eingestreut werden, wenn die Pferde draußen sind, bis sich der Staub gelegt hat. Manchmal sind auch die Hallen staubig, wenn aufgrund einer langen Frostperiode lange nicht bewässert werden konnte. Nach Möglichkeit sollte man in diesem Staub nur leicht arbeiten, um Erkrankungen der Lunge vorzubeugen.
Streuen
In manchen Ställen ist es schon ein kleines Abenteuer, sein beschlagenes Pferd bei Schnee und Glätte von der Box zur Halle zu manövrieren. Die effektivste Maßnahme gegen Glatteis ist das Streuen von Salz. Dabei sollte allerdings bedacht werden, dass zu viel Salz schädlich für Natur und Grundwasser ist und auch die Hufe angreifen kann. Sand kann Glatteis und Schnee stumpfer machen und die Rutschgefahr etwas mindern. Weniger attraktiv, aber dafür äußerst effizient ist das Streuen einer Mist- bzw. Strohspur vom Stall zur Halle.
Schneebeschlag
Es gibt spezielle Unterlagen für Eisen, damit sich kein Schnee aufstollen kann. Bei Barhufen können dafür Hufschuhe verwendet werden, die – mit Grip versehen – das Rutschen verhindern können.
Turnier
Zu dieser Jahreszeit gibt es häufig die Möglichkeit, an kleinen Adventsturnieren oder Aufgabenreiten teilzunehmen. Das ist vor allem für unerfahrene Pferde oder Reiter eine gute Möglichkeit, Routine für die nächste Saison zu sammeln.
Unterricht
Im Winter findet der Reitunterricht meist in der Halle statt. Um Überschneidungen zu verhindern, kann ein Unterrichtsplan ausgehängt werden. Noch hilfreicher ist die Verwendung von Headsets, wodurch mehrere Reitlehrer gleichzeitig Unterricht geben können, ohne andere Mitreiter zu stören.
Verdauungsprobleme
Während der Stallsaison leiden viele Pferde unter Kotwasser oder Durchfall. Das liegt unter anderem daran, dass auch gutes Raufutter immer eine gewisse Anzahl von Keimen enthält. Diese Keime und deren Stoffwechselprodukte können die Verdauung des Pferdes durcheinanderbringen.
Wasser
Wenn aus großen Bottichen getränkt wird, sollte darauf geachtet werden, dass warmes Wasser schneller wieder einfriert als kaltes. Das liegt an der größeren Oberfläche und der Verdunstungskälte.
Weiterbildung
Die Winterarbeit eignet sich besonders, um reiterliche Probleme anzugehen. Anhand der Protokolle des vergangenen Jahres erhalten Dressurreiter einen Eindruck, wo die Schwächen der Prüfungen lagen und wo Handlungsbedarf besteht. Mit Unterricht und Lehrgängen vergeht die Winterzeit wie im Flug.
Winterfell
Das Aussehen des Winterfells ist bei Pferden genetisch bedingt. Manche Pferde bilden ein kurzes und dichtes Winterfell, andere Pferde entwickeln zum Kälteschutz ein sehr langes und feines Fell.
Winterweide
Viele Stallbesitzer sperren ihre Weiden im Winter, um die Grasnarbe zu schonen. Bei wenigen Pferden auf großen Weiden ist allerdings auch im Winter ein Weidegang möglich, ohne die Weide zu stark zu beanspruchen. Bei Dauerfrost kann die Grasnarbe kaum zerstört werden, und einem Weidegang steht nichts im Wege. Aber Vorsicht: Durch die Aufnahme von gefrorenem Gras kann es zu Koliken kommen. Ausreichend Raufutter zufüttern!
Frostige Nächte in Kombination mit Sonnenschein lassen die Konzentration an Fruktanen in den Gräsern stark ansteigen – erhöhte Hufrehegefahr! Und Stolperstellen beachten: Tritt das Pferd aus Versehen darauf, können Schäden am Bewegungsapparat entstehen.
X-mas
Weihnachten: Nikolausreiten, Tannengrün in der Bahn oder einfach nur ein Plan, wie die Bewegung des Pferdes an den Feiertagen, bei womöglich eingeschränkten Stallzeiten, zu realisieren ist – seien Sie kreativ und organisiert! Nicht nur beim Geschenkekauf…
Yippie!
Weiden dicht, Temperaturen niedrig? Gerade junge Pferde sind bei kalten Temperaturen explosiv und manchmal nur schwer zu handhaben.
Zitrusfrüchte
Es ist Orangen- und Mandarinenzeit – gerne auch fürs Pferd mal eine Vitaminbombe! Allerdings in Maßen: maximal ein bis zwei geschälte Früchte pro Pferd und Tag.
Zugluft
Zugluft besteht aus Kaltluftströmen, die nur entstehen können, wenn zwischen außen und innen hohe Temperaturunterschiede herrschen, was in älteren Ställen leider relativ oft der Fall ist. Zugluft ist deswegen ein Problem, weil der partielle Kältereiz nicht die Thermoregulierung des Pferdes aktiviert. Das Pferd kann dadurch teilweise auskühlen, was vor allem bei verschwitzten und nassen Pferden ungesund ist.
Saisonkalender Reiten: Worauf es im Herbst ankommt
Der Herbst ist eine Übergangszeit – für Pferde genauso wie für die Reiter. Während Sie noch die letzten warmen Sonnenstrahlen genießen, stellt sich das Pferd schon auf den Winter ein. Das bedeutet: Fellwechsel, kürzere Weidezeiten, mehr Zeit in der Halle. Und für Sie? Mehr Pflege, mehr Organisation – aber auch die Chance auf unvergessliche Ausritte in goldenem Licht.

Fellwechsel, Pferdedecken und Impfungen sind die wichtigsten Themen während des Übergangs vom Sommer zum Winter. (© Christiane Slawik)
Checkliste: Vorbereitung auf den Herbst
- Decken reinigen und kontrollieren
- Impfungen auffrischen
- Wurmkur planen
- Zahnarzttermin vereinbaren
- Hufe tägliche kontrollieren
- Stall auf Winterbetrieb vorbereiten

Gegen den Winterblues: Frische Luft und Sonnenlicht ist für Pferde im Herbst und Winter besonders wichtig. (© Christiane Slawik)
1. Punkt im Saisonkalender Reiten: Fellwechsel im Herbst meistern
Im Herbst leistet der Pferdekörper Schwerstarbeit: Das Sommerfell wird abgestoßen, dichtes Winterfell wächst nach. Damit dieser Prozess möglichst reibungslos verläuft, braucht dein Pferd Unterstützung. Regelmäßiges Putzen hilft nicht nur, lose Haare zu entfernen, sondern fördert auch die Durchblutung und stärkt die Bindung.
Besonders wichtig: Mineralien wie Zink und Biotin, die Haut und Fell unterstützen. Praktischer Tipp: Mit einem Schweißmesser oder einer Entharrungsbürsten nach dem Striegeln lassen sich auch feinste Haare und Schmutzreste lösen.
2. Decken-Check vor dem Winter
Die große Frage im Herbst lautet: „Decke drauf oder nicht?“ Und die Antwort hängt vom jeweiligen Pferd ab. Manche kommen bestens ohne aus, andere frieren schnell. Wer eindecken möchte, sollte rechtzeitig Übergangs- und Regendecken bereitlegen.
Achten Sie auf saubere Schnallen, intakte Nähte und eine gute Passform, damit es weder scheuert noch verrutscht. Denken Sie auch daran: Ein frisch geschorenes Pferd braucht andere Decken als ein Naturbursche im dichten Winterfell.
3. Das Pferd gesund durch den Herbst bringen
Die dunkle Jahreszeit ist nicht nur gemütlich, sondern auch eine Phase, in der Sie besonders auf die Gesundheit unserer Pferde achten sollten. Impfungen gegen Influenza, Tetanus oder Herpes stehen bei vielen Pferden im Herbst auf dem Plan.
Auch eine gezielte Wurmkur zum Ende der Weidesaison macht Sinn, um den Winter mit einem stabilen Immunsystem zu starten. Ein oft vergessener, aber wichtiger Punkt: die Zähne. Wenn Ihr Pferd das Heu schlecht verwertet, droht Gewichtsverlust in der kalten Jahreszeit – also lieber rechtzeitig kontrollieren lassen.
4. Huf und Haut im Blick
Feuchtigkeit, Matsch und wechselnde Temperaturen sind eine Herausforderung für Haut und Hufe. Strahlfäule, Mauke oder kleine Hautreizungen entstehen schnell, wenn Pferde lange im Nassen stehen. Deshalb gilt: Hufe täglich auskratzen, Boxen trocken einstreuen und kleine Wunden sofort versorgen. Auch Scheuerstellen durch den Fellwechsel oder Decken sollten Sie ernst nehmen – so verhindern Sie, dass sich kleine Probleme zu größeren entwickeln.
5. Reiten im Herbst: Das richtige Training
Wenn die Böden draußen rutschig oder matschig werden und das Wetter nass und ungemütlich wird, zieht es uns Reiter in die Reithalle. Das ist die perfekte Gelegenheit, Grundlagenarbeit in den Fokus zu stellen: präzises Reiten auf Linien, Stangenarbeit oder kleine Gymnastiksprünge.
Abwechslung bringt Bodenarbeit – sie stärkt Vertrauen und Konzentration und hält Pferd und Reiter auch an dunklen Tagen bei Laune. Tipp: Planen Sie bewusst auch leichtere Einheiten ein – Training muss nicht immer intensiv sein.

Mit dem Wechsel zur neuen Saison geht für viele Pferde auch eine Haltungsänderung einher. Gutes Management ist hier wichtig. (© Christiane Slawik)
Termine im Saisonkalender Reiten: Die Highlights im Herbst
Der Herbst bringt nicht nur To-Dos, sondern auch viele Highlights mit sich. Während die Outdoor-Saison endet, fangen die ersten Indoor-Events an.
Hier sind einige Highlights der Saison:
- 12.11. bis 16.11.2025 German Masters in Stuttgart: eines der renommiertesten Hallenturniere Deutschlands mit Weltstars im Springen und der Dressur
- Munich Indoors: ein internationales Indoor-Event auf sportlichem Topniveau im Messebereich
- 30.10. bis 02.11.2025 Agravis-Cup in Oldenburg: das Traditions-Springturnier im Norden
- 04.12. bis 07.12.2025 Passion Pferd: die neue spezialisiert Pferdemesse in Hannover mit dem Fokus auf Reitsport, Pferd und Lifestyle
Jakobskreuzkraut: Die gelbe Gefahr im Herbst
Das für Pferde hochgiftige Jakobskreuzkraut ist eine zweijährige Pflanze. Im ersten Jahr entwickelt sich nur eine Blattrosette (20 bis 30 Zentimeter lange Blätter), im zweiten Jahr bildet sich die Sprossachse mit Blütenständen. Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober. Pferde sind insbesondere durch die Giftstoffe der Pflanze gefährdet. Das Gift wird nicht ausgeschieden, sondern sammelt sich im Körper an. Eine chronische Vergiftung zieht sich über Monate hin, in akuten Fällen tritt innerhalb weniger Tage der Tod ein.
Einige der Symptome sind wässriger oder blutiger Durchfall, Bewusstseinstrübungen, häufiges Gähnen oder Gewichtsverlust. Nur in einem frühen Krankheitsstadium bestehen überhaupt Heilungschancen. Frische Pflanzen sind bitter und werden nicht gefressen, dies gilt aber erst ab einem gewissen Alter der Pflanzen. Besonders fatal: In Heu und Silage werden die Bitterstoffe abgebaut, nicht jedoch das Gift.
Pferde richtig füttern in der kalten Jahreszeit
Durch eine optimal abgestimmte Fütterung kann das Immunsystem des Pferdes gestärkt und der Fellwechsel unterstützt werden.
- Vitamin A, B und C: Sie stärken das Immunsystem und optimieren das Wachstum sowie die Zellteilungsrate der Haut und Schleimhäute.
- Zink: Sorgt für eine reibungslose Funktion sowie die Regeneration und Wundheilung der Haut.
- Kaltgepresstes Leinöl: Leinöl hat einen hohen Anteil an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Es unterstützt den Fellwechsel, wirkt entzündungshemmend und stärkt das Immunsystem. Öle können die im Futter enthaltene fettlöslichen Vitamine lösen.
- Kräuter: Verschiedene Kräuter können den Hautstoffwechsel des Pferdes anregen. Dazu gehören zum Beispiel: Brennnesselkraut, Bockshornkleesamen, Mariendistel, Löwenzahnkraut, Melissenblätter, Salbeiblätter oder Spitzwegerichkraut.
- Bierhefe: Neben einer Reihe von hochwertigen Aminosäuren enthält Bierhefe auch verdauungsanregende B-Vitamine. Doch Vorsicht: Der hohe Gehalt an Phytinsäure kann in größeren Mengen die Vitalstoffaufnahme hemmen.
- Aminosäuren: Während des Fellwechsels hat das Pferd einen erhöhten Bedarf an Aminosäuren, der über die Zufütterung von Leinsamen befriedigt werden kann.
- Seealgenmehl: Insbesondere bei Ekzemern und empfindlichen Pferden kann Seealgenmehl helfen. Durch seinen hohen Gehalt an Mineralien und Vitaminen unterstützt es die natürliche Regeneration des Hautstoffwechsels.
Sonderfall Ekzemer
Besitzer eines hautempfindlichen Pferdes oder eines Ekzemers müssen den Fellwechsel mit besonderer Aufmerksamkeit vorbereiten. Zuckerhaltige Mischfutter oder große Kraftfuttermengen können den Organismus belasten. Hingegen unterstützen ein hochwertiges Mineralfutter und eine Kur mit Spurenelementen den Fellwechsel.
Zeig uns deinen Herbstmoment!
Schick uns dein schönstes Herbstfoto mit deinem Pferd – ob im bunten Laub, beim Halloween-Ritt oder im kuscheligen Stall an redaktion@hooforia.com!

