Der Martinshof war für viele wie ein Zuhause.
Seit 35 Jahren begleiten Bibi und Tina inzwischen Kinder – und längst auch Erwachsene, die mit den Hörspielen, Filmen, Büchern und Serien aufgewachsen sind. Was als einzelne Folge von Bibi Blocksberg begann, entwickelte sich zu einer eigenen Welt: mit über 120 Hörspielfolgen, Zeichentrickserien, Kinofilmen, Büchern, Musicals und Millionen Fans.
Der Martinshof ist dabei mehr als nur ein fiktiver Ort geworden. Er ist für viele bis heute das Bild davon, wie sich Pferdeleben anfühlen soll: frei, aufregend, freundschaftlich und voller Abenteuer. Einige der Schauspieler und Schauspielerinnen haben im Anschluss an die Serien- und Kinohits weiter Karriere gemacht. Die Serien-Tina zum Beispiel, Harriet Herbig-Matten, ist die weibliche Hauptbesetzung in der weltberühmten Serie „Maxton Hall“ geworden.
Zwischen Pferden, Hexerei und großen Abenteuern
Geschichten sind oft mehr als Unterhaltung. Sie geben Kindern Bilder davon, wie die Welt aussieht – und wie sie selbst darin sein wollen. Bei Bibi und Tina geht es um Freundschaft, Mut, Zusammenhalt und das Gefühl, gemeinsam jedes Problem lösen zu können. In einer Folge muss ein krankes Pferd gerettet werden, in einer anderen wird ein Rennpferd entführt, dann wieder bedroht ein Waldbrand den Martinshof. Dass Bibi hexen kann, sorgt auch jedes Mal für wildes Chaos.
Die Probleme sind groß genug, um spannend zu sein – aber nie so groß, dass sie Kindern Angst machen. Denn am Ende bleibt immer das Gefühl: Es wird alles wieder gut. Vielleicht ist genau dies das Erfolgsgeheimnis der Reihe. Bibi und Tina erleben eine Welt, in der Erwachsene zwar vorkommen, die entscheidenden Dinge aber oft von den Kindern selbst gelöst werden. Das macht die Geschichten bis heute so attraktiv. Der Martinshof ist dabei mehr als nur Kulisse. Er wird für viele Hörerinnen und Zuschauer zu einem zweiten Zuhause.
Bibi und Tina haben Suchtfaktor
Bibi und Tina verbinden gleich mehrere Sehnsüchte miteinander: Pferde, Freiheit, Natur, Freundschaft und Abenteuer. Dazu kommt die besondere Mischung aus Verlässlichkeit und Wiedererkennung. Frau Martin, Graf Falko, Alexander, Holger oder der Martinshof selbst fühlen sich irgendwann fast an wie Menschen und Orte, die man wirklich kennt.
Die Hörspiele funktionieren dabei anders als die Filme. In den klassischen Geschichten stehen Abenteuer und Pferde im Mittelpunkt. In den neueren Filmen und Serien geht es stärker um Liebe, Erwachsenwerden und größere Gefühle. Trotzdem bleibt das Grundgefühl gleich: raus aus dem Alltag, rauf aufs Pferd und los.
Vom Hörspiel zum Umweltschutz
Gemeinsam mit Artenglück unterstützt Bibi & Tina ein Aufforstungsprojekt in Nordrhein-Westfalen. In der Nähe von Paderborn wurden auf rund 4.000 Quadratmetern etwa 2.000 neue Bäume gepflanzt, um einen klimaresistenten Zukunftswald zu schaffen. Außerdem gibt es inzwischen sogar eine eigene Bibi-&-Tina-Allee mit rund 200 Stieleichen.
Und Sabrina und Amadeus? #doitride?
So schön die Welt von Bibi & Tina ist – sie zeigt natürlich nicht immer die Realität. Es wird spontan losgeritten, um die Wette galoppiert, und innerhalb weniger Minuten ist jedes Problem gelöst. Die Pferde wirken oft sofort einsatzbereit, geduldig und unkompliziert. Im echten Leben braucht Reiten dagegen Zeit, Geduld, Verantwortung und Feingefühl. Gerade für Kinder und Jugendliche ist deshalb wichtig, dass Pferde nicht nur als Mittel zum Abenteuer gezeigt werden, sondern auch als Lebewesen mit Bedürfnissen.
Bibi und Tina sind fürsorglich, tierlieb und mutig – aber manchmal eben auch unüberlegt und risikofreudig. Genau darin liegt die Chance, heute anders auf die Geschichten zu schauen. Denn moderne Pferdegeschichten dürfen spannend und leicht sein – und trotzdem zeigen, dass gutes Reiten nicht nur aus Tempo und Freiheit besteht.
Was Kinder aus Bibi und Tina mitnehmen können
- Pferde werden als Freunde und nicht als Sportgeräte gezeigt.
- Freundschaft und Loyalität stehen im Mittelpunkt.
- Mädchen erleben Abenteuer, ohne erklärt zu bekommen, was sie können oder nicht können.
- Natur und Draußensein sind wichtiger als Leistung.
- Der Martinshof vermittelt Geborgenheit und Gemeinschaft.
Was im echten Pferdealltag anders ist
- Pferde sind nicht jederzeit reitbereit.
- Beziehung entsteht nicht von allein.
- Verantwortung endet nicht nach dem Abenteuer.
- Sicherheit und Rücksicht gehören dazu.
- Reiten ist oft weniger romantisch – aber nicht weniger schön.
35 Jahre Bibi und Tina – und noch immer Kult
Dass Bibi & Tina auch nach 35 Jahren noch funktionieren, liegt wahrscheinlich daran, dass sich die Grundsehnsucht nicht verändert hat. Viele Pferdemenschen wünschen sich bis heute genau das, was der Martinshof verspricht: einen Ort, an dem Pferde, Freundschaft und Freiheit wichtiger sind als Druck, Leistung und Perfektion.
Vielleicht schauen Erwachsene deshalb heute anders auf die Geschichten als früher. Nicht mehr nur mit Begeisterung für Wettreiten, Abenteuer und Sommerferien. Sondern auch mit der Frage, welche Bilder vom Reiten wir weitergeben wollen. Doch die Geschichten können beides sein: nostalgisch und trotzdem Anlass geben, über Verantwortung, Pferdewohl und echtes Reiten nachzudenken.
Titelsong: Bibi und Tina
(Heiko Rüsse)
Hufe klappern,
Pferde traben,
springen übern Wassergraben
über Stock und über Stein.
Wer kann das wohl sein?
Das sind Bibi und Tina
auf Amadeus und Sabrina.
Sie jagen im Wind,
sie reiten geschwind,
weil sie Freunde sind,
weil sie Freunde sind.
Und ist der Graben mal zu breit,
für Bibi ist das keine Schwierigkeit:
Hex-Hex Plingpling, Sabrina spring!
Super Bibi, los Amadeus!
Aufgesessen, lang die Zügel,
sattelfest den Fuß im Bügel,
über Felder, über Weiden,
jeder kennt die beiden.
Das sind Bibi und Tina
auf Amadeus und Sabrina.
Sie jagen im Wind,
sie reiten geschwind,
weil sie Freunde sind,
weil sie Freunde sind.


