Werth, Wandres, Schürmann: Das Podium in Balve
Es war ein Tag mit einer Favoritin, die ihrer Rolle absolut gerecht wurde. Ein Tag, mit einem glücklichen Silbermedaillengewinner. Und ein Tag mit einer überraschenden Bronzemedaillengewinnerin, die ihr Glück kaum fassen konnte. Der Grand Prix bei den Deutschen Meisterschaften bot Spannung, strahlende Gesichter und Freudentränen.
Isabell Werth sicherte sich mit der zwölf Jahre alten Wendy de Fontaine einmal mehr einen Deutschen Meister Titel. Es war der mittlerweile 19. insgesamt. Morgen könnte in der Kür Nummer 20 folgen. Das muss man abwarten, denn auch wenn Werth am heutigen Samstag dominierte, haben andere durchaus ebenfalls Chancen. Doch zurück zum Grand Prix Special. Hier zeigte Werth mit Wendy eine Leistung, welche die Richter mit 81,510 Prozent honorierten. Mit dem erst zehnjährigen Viva Gold OLD ritt die Rheinbergerin zudem auf den zweiten Platz mit 77,823 Prozent. Doch da nur ein Pferd in der Meisterschaftswertung gezählt wird, gab es dafür keine weitere Medaille.
Silber ging deshalb an Frederic Wandres, der einmal mehr mit einer Top-Runde auf Bluetooth OLD punktete. Er sollte klar neben Isabell Werth für das WM-Team in Aachen gesetzt sein. 77,686 Prozent ließen auch an diesem Tag keinen Zweifel an der sehr guten Form des Paares.
Bronze dagegen war überraschend. Das heißt, so ganz überraschend nun auch wieder nicht. Aber der sensationell schnelle Aufstieg der ehemaligen Nachwuchs-Europameisterin Charlott-Maria Schürmann und ihrer elfjährigen Stute Dante´s Pearl von Dante Weltino begeistert. In München bei Pferd International hatte Bundestrainerin Monica Theodorescu Schürmann davon überzeugt, doch mit ihrer Stute die Fünf-Sterne-Tour anzusteuern. Sie sollte recht behalten. Am Ende stand das Paar als Sieger im Grand Prix Special ganz oben auf dem Podium. Und nun bestätigten die beiden, dass dies alles andere als eine Eintagsfliege war. Und wer weiß, vielleicht geht es für Charlott-Maria Schürmann und Dante´s Pearl OLD ja sogar Richtung Aachen. Zunächst jedenfalls aufs Podium der Deutschen Meisterschaften mit 76,431 Prozent.
Den vierten Platz sicherte sich Semmieke Rothenberger mit dem bewährten Farrington vor Raphael Netz mit Great Escape Camelot und Dieudonné auf den folgenden Plätzen. Er hatte sich womöglich etwas mehr ausgerechnet. Danach folgten Tobias Nabben und Forster, die ebenfalls als Jungstars im Feld überzeugten, vor Moritz Treffinger und Fiderdance sowie Thomas Wagner und Escolar´s Emil.
Freude bei Siegerin und Platzierten
„Ich bin sehr zufrieden mit dem gesamten Verlauf. Wendy war heute in der Arena sehr angeheizt. Wir haben uns aber in der Prüfung dann gefunden. Für mich ist es wunderbar zu sehen, dass ich bei Wendy mit mehr Gelassenheit und weniger Kontrolle viel weiter komme. Und zu Viva Gold kann ich sagen, dass er ein außergewöhnlich talentiertes und leistungsbereites Pferd ist. Das war jetzt erst der zweite oder dritte Special für ihn und er war unglaublich gut!“, freute sich Siegerin Isabell Werth.
„Ich bin sehr glücklich! Bluetooth ist mit 16 Jahren ja eines der älteren Pferde in der Prüfung gewesen, aber er war so frisch und energisch heute. Wir profitieren auch von unserer Routine, kennen uns einfach so lange“, berichtete Frederic Wandres.
„Davon habe ich Anfang des Jahres sicherlich nicht mal zu träumen gewagt“, erklärte Bronzemedaillengewinnerin Charlott-Maria Schürmann. „Pearli ist mein Once-in-a-lifetime-Horse. Sie ist ein Geschenk, ich genieße jeden Moment mit ihr. Wir reifen von Prüfung zu Prüfung – und haben morgen Kür-Premiere. Das Thema ist das Year of the Firehorse, welches bestens zu meiner Stute passt.“
Heidemarie Dresing begeistert mit Dreifach-Sieg
Bei den Para-Dressurreitern führte kein Weg vorbei an der 70 Jahre alten Heidemarie Dresing und ihrer elfjährigen Fürstenball-Tochter Poesie. Die beiden gewannen nach den ersten beiden Wertungsprüfungen nun auch das Finale mit satten 79,878 Prozent. Platz zwei ging an Gianna Regenbrecht mit der ebenfalls elfjährigen Fürstenball-Tochter First Florentine XT und 74,645 Prozent. Dritte wurden Melanie Wienand und der 13 Jahre alte Lemony´s Loverboy mit 74,400 Prozent. Und genauso sahen Gold, Silber und Bronze auch in der Meisterschaft aus.
„Ich hatte mir zuvor einen Plan für meinePrüfungen gemacht – und es ist alles aufgegangen“, so Heidemarie Dresing. „Ich freue mich total, mit FirstFlorentine hier zu sein! Die Stute ist noch nicht lange bei mir, aber ich bin schockverliebt!“, schwärmte derweil Gianna Regenbrecht.
Erfolge für Nowag-Aulenbrock und
Die Qualifikation zum Nürnberger Burg-Pokal entschied Bianca Nowag-Aulenbrock mit dem achtjährigen Hannoverander Sezuan-Sohn Sky für sich. Sie lag damit vor Franziska Haase mit dem ebenfalls achtjährigen Alissimo und Raphael Netz mit Glamourdoc von Glamourdale, ebenfalls acht Jahre alt.
Bei den Derby Stars von Morgen setzte sich Matthias Bouten mit Aimee la Vie, elfjährige DSP-Stute von Amazing Spirit durch. Platz zwei ging an Friederike Tebbel mit dem zehnjährigen Serious vor Niklas Brokamp mit dem ebenfalls zehnjährigen Unikat B.
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